a    Die Kelten sind nicht, wie oft beschrieben, eine mythische "Volksrasse", die aus den Nebeln vergangener Epochen emporgestiegen ist, um den
Menschen der heutigen Zeit Rätsel aufzugeben. Vielmehr tragen sie die Erfahrung unzähliger Wanderungen und Kämpfe der verschiedensten
Volksstämme in sich.

 

    Rübezahl versucht hier einen Überblick über die Geschichte und Lebensweise dieser interessanten Menschen zu verschaffen. 

    We are TWO SOULS that meet
 Like a whirlwind
So far apart so many miles
 But yet so close
 We have this bond that is so hard to Explain
 I can feel your laughter and your pain
And I know in my heart when
You need me
But yet we are only
TWO SOULS
That will never meet!!

 

         Die Kelten

 

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Geschichte der Kelten

Ihre Geschichte beginnt wohl auf im Vorderindischen bis in den Kaukasischen Bereich liegenden Gebieten, eben dem wahrscheinlichen Ursprungsgebiet der Indoeuropäischen Völker, denen sie angehören. Woher diese nun kamen kann  bis heute nicht wissenschaftlich erklärt werden. Wir müssen also an dem Punkt ansetzen, als die Individualisierung der verschiedenen Kulturstämme, wie z.B. der Kelten, Germanen, Slawen und der verschiedenen Mittelmeerkulturen, einsetzte.
Von hier aus nun zogen jene Stämme, die später die "keltische" Kultur darstellen
sollten, aus, um das Gesicht Europas zu verändern.
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Nachdem Eis und Kälte, "der unsichtbare Feind" der Überlieferung, sich aus den Europäischen Ländern zurückgezogen hatten, machten sich verschiedene Stämme auf, das nunmehr freigewordene Land im Westen in Besitz zu nehmen. Während jene Stämme, die eine nördliche Route einschlugen, später unter dem Begriff "Germanen" zusammengefasst wurden, erhielten die Stämme, welche nach Westen und Südwesten zogen, die Bezeichnung "Kelten". Diese Gruppen beeinflussten mit ihrem Zug durch den nördlichen Mittelmeerbereich, den Balkan, die Alpengebiete bis Mitteleuropa, Frankreich, Spanien bis zu den Britischen Inseln die dortigen Kulturen und vermischten sich mit diesen.

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Auf ihrem Weg zu den endgültigen Siedlungsgebieten hinterliessen sie in den Mythen der verschiedensten Völker ihre Spuren, ebenso wie diese in den Keltischen Mythen Einzug hielten. So lebten sie in der Griechischen Geschichte als "Streitaxtleute" fort, später fanden sie sich als "letzter Zug aus Troja", auf die sich die "Söhne des Mile" berufen. Spaniens Mythen  sprechen von einem Kriegerstamm aus dem Osten kommend, der das Land von einer Tyrannei befreit haben soll. Das reichste Mythenmaterial entstand jedoch bei der Siedlung der Britischen Inseln, dabei sind wohl vor allem die "Fomorain", die "Thuatha de Danan" und die "Picti und Ur-"Scoti" zu nennen

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Die Keltischen Gruppen, die sich schon auf dem Festland niederließen, also die Ostkelten des Balkans, die Lepontischen und Helvetischen Gruppen sowie die Hispano-Kelten verschmolzen recht schnell mit anderen Stämmen zu eigenständigen Kulturen. Die Gallier ließen sich nach der Niederlage durch Cäsar bei Alesia schnell romanisieren, die Bretonen allerdings, nach denen die Bretagne benannt ist, behielten ihre Eigenständigkeit teils bis heute bei. Die Inselkelten, hierunter fallen die Gaelen Irlands und Schottlands, die Cymrer und Cornen in Wales, die Picten Schottlands, der Orkneys und Irlands und die Britonen, die ein auf die Insel übergesetzter Teil der Bretonen sind, vor langer Zeit dem Druck nachfolgender Stämme nachgebend, eben diese Inselkelten führten ihre Kultur weitgehend unbeeinflußt von Aussen in die heute bekannte Hochkultur fort. Die geographische Lage isolierte nämlich diese Regionen von den großen Veränderungen auf dem Festland, so kamen Ausläufer des römischen Reiches nur bis in Britonisches Gebiet. Erst lange Zeit später, mit den Angeln und Sachsen in Britannien und dann den Wikingern und Normannen auch in den anderen Regionen, bis Irland hinein, erfuhr die Keltische Kultur auf den Inseln wieder neue Einflüsse von Aussen.

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Der Kelte als Typus wird als dem Germanen ähnlich beschrieben. Die Menschen waren hochgewachsen, hellhäutig und rotblond, von wildem Aussehen, streitsüchtig und aufbrausend. Auch waren Kriegsbemalung oder Tätowierungen keine Seltenheit.
Die keltische Gesellschaft zeigt die gemeinantike Struktur: eine vertikale Gliederung in Familien und Gefolgschaften und eine dreiteilige horizontale Schichtung in Adel, Volk und Knechte. In der Familie herrschte, wie bei den antiken Völkern allgeim, strenges Patriarchat: Die Männer hatten die volle Gewalt über Leben und Tod von Frauen und Kindern. Wenn ein vornehmer Mann starb, war es nicht unüblich, die jeweils besonders geschätzten Knechte und Hörigen auch zu töten.
Die Stellung der Frau unterscheidet sich paradoxerweise aber doch von den gleichzeitigen Römern und Germanen. Einerseits gab es noch den Witwenmord am Gattengrab, andererseits besaßen die Frauen Vorrechte in dreierlei Hinsicht. Erstens konnten die Töchter oder Witwen von Fürsten die Herrschaft antreten, und zum zweiten kommen eine Reihe mutterrechtliche Züge. Dazu zählt, daß Männer mitunter nicht den Namen ihres Vaters, sondern den ihrer Mutter angeben. Auch konnten die Frauen ihre Gatten frei wählen. Das durch die Ehe ungeschmälerte Recht der Frau auf ihren Körper wird durch die gälischen Sagen des Mittelalters bestätigt, in denen verheiratete Fürstinnen Männern für bestimmte Dienste ungeniert die “Lust ihrer Schenkel” anbieten, ohne daß es anstößig war.
Um das Bild abzurunden, sei erwähnt, daß den keltischen Frauen bisweilen amazonen- beziehungsweise walkürenhaftes Verhalten nachgesagt wurde. Von den Römern wurde erzählt, daß die Keltinnen an Mut und Kraft ihren Männern nicht nachstanden und daß die Gallierinnen ihre Männer zu verprügeln pflegten. Sie hatten auch politische Rechte, Mitsprache bei Zwistigkeiten mit Verbündeten und bei Entscheidungen über Krieg und Frieden.
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Die Kelten waren als Krieger gefürchtet. Laut Platon ein gesetzloses, kriegerisches Geschlecht, auffallend hochwüchsig. Cassius Dio kennzeichnete die Keltenkrieger als ungestüm und zäh, aber ohne Ausdauer und rasch verzweifelnd, sobald es rückwärts gehe, aus einem Extrem ins andere fallend. Zwei Dinge liebten sie: den Krieg und den Alkohol.
Die Kelten trugen große Schilde, Speere und lange Schwerter. Das keltiberische Kurzwschwert, das zum Hauen und Stechen verwendbar war, wurde von den Römern samt dem Wort dafür (gladius) übernommen. Als einziges Volk der Antike zogen die Kelten kostbar geschmückt in den Kampf. Zur Herausforderung der Gegner trugen sie Ketten, Spangen und ganze Panzer aus Gold. Sie zierten Hals und Arme mit goldenen Wendelringen, deren offene Enden in Tierköpfe ausliefen. Die Schilde der Krieger trugen Wappentiere, die Helme waren besetzt mit Stierhörnern, Eberköpfe oder Vögel.

Keltische Feiertage

Die Kelten haben natürlich nicht bereits nach dem gregorianischen Kalender ihre Feste ausgelegt. Die Daten sind nur ungefähr und abgesehen davon ist eine genaue Datumsfestlegung nicht so einfach möglich weil man nach dem Mond und nach der Sonne rechnen müsste. 

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Samhain Nacht zum 1. November - Totenfest 

Fest der Toten und der Anderswelt.
Symbole: Kürbis, Mais, Schädel

Das vielleicht unheimlichste Fest, aber auch ein sehr interessanter Tag: 

Am November-Vorabend ist der Schleier, der unsere Welt von der Anderwelt trennt am dünnsten (besonders im Nebel). Die Bewohner der Anderwelt, Feen und Elfen, kamen manchmal zu uns, und nahmen Menschenkinder, die sie für würdig befanden, mit in ihre Welt. Die Eltern hatten Angst und höhlten Kürbisse aus und schnitzten erschreckende Gesichter hinein (höchstes druidisches Symbol für Schutz). Dann wurde der Kürbis mit einer Kerze ans Fenster gestellt, um die Feen und Elfen abzuschrecken. 

Zu Samhain steht die Anderswelt offen, Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich, die Geister der Ahnen werden wach. Durch das rituelle Gedenken leben sie in unserem Geist weiter. Wir werden uns bewußt, daß sie ein Teil von uns und wir ein Teil von ihnen sind – und daß der Tod ein Teil des Lebens und das Totenreich (Annwn, Hel) ein Teil der Welt ist, ohne den es kein Leben gibt.
Dieser Brauch wird heute noch gefeiert und ist unter dem Namen "Halloween"bekannt, das von den Kirchen als Allerheiligen bzw. Allerseelen vereinnahmt wurde
Samhain ist das Ende des alten Jahres und der Beginn des Neuen. Es ist ein Fest des Abschieds, bei dem die Verstorbenen geehrt werden. 

Anders als die Christen glauben die meisten Heiden an die Reinkarnation, so daß der Tod eine Notwendigkeit für neues Leben darstellt. Samhain ist ein Fest des Todes und der Hoffnung auf neues Leben. Auch markiert Samhain den Beginn des "Dunklen Jahres", den introspektiven Teil des Jahresrades, in dem man auf und vor allem in sich selbst schaut. 

Früher war die Zeit nach Samhain diejenige, in der die Leute vorwiegend im Haus blieben. Es ist eine stille, tote Zeit. 

Die Natur bereitet sich darauf vor, bis Imbolc zu ruhen, die Zugvögel sind im warmen Süden und das Land ist kalt und grau. 

Wenn sich nun die Naturenergien zur Ruhe begeben und die Dunkelheit des Winters regiert, ist es Zeit, sich selbst zu beobachten, auszuruhen und sich auf das kommende Jahr vorzubereiten. Es ist Zeit für einen Rückblick auf das, was im gerade vergangenen Jahr getan wurde und was das Jahr und die eigenen Taten gebracht haben. 

Es ist eine Gelegenheit, sich selbst kennenzulernen. 

Samhain ist das Fest, an dem Mutter Erde sich zur Ruhe begibt.

Imbolc  1. Februar - Kerzenfest

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Fest der Reinigung und der Fruchtbarkeit.
Symbole:Kerze und Herdfeuer

Imbolc (auch als Tag der Heiligen Brigid bekannt) ist der Tag zwischen der Wiedergeburt des Lichts und der Manifestation des Lebens an sich. Er ist auch bakannt als Candlemas oder, in Deutschland, "Lichtmess", was bedeutet, daß man wieder ohne Kerzen leben kann, man kann das (künstliche) Licht wieder "missen". 

Die Tage werden länger, doch die Nacht ist immer noch länger als der Tag. Es ist Zeit, das Heranwachsen des Sonnengottes und das damit verbundene Versprechen neuen Lebens zu feiern. 

Imbolc ist der Beginn des Frühlings. "Imbolc" bedeutet "im Schoß": Das neue Leben ruht noch im Schoß der Erde, beginnt sich aber schon zu zeigen. 

Das erste Frühlingslicht wird mit Fackeln und Kerzen begrüßt und verstärkt. 

Imbolc ist der Göttin des neuen Lichts, der Quellen und der Dichtung, Brighid, geweiht. Die irische "Heilige" Brigitta von Kildare, die am 1. Februar gefeiert wird, ist unhistorisch – ein Pseudonym für die Göttin, der die Quelle von Kildare heilig war
Auch hier ist wieder einmal ein heidnisches Fest von der Kirche vereinnahmt worden, eben Lichtmess.

Beltane  1. Mai - Feuerfest

Nacht zum 1. Mai
Fest des Feuers und der Blumen.
Symbole: Feuer, Blumen, Maibaum

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gingen unsere Vorfahren in eine Waldlichtung und entzündeten ein grosses Feuer. 

Sie tanzten die ganze Nacht um das Feuer herum, sangen und tranken. Gegen den Sonnenaufgang verschwanden Pärchen und solche, die sich gefunden hatten im Wald und liebten sich. 

In Deutschland ist dieses Fest auch unter dem Namen "Walpurgisnacht" bekannt, wo die "Hexen in einem Hain halbnackt um's Feuer tanzen". 
Beltaine ist der Übergang vom Frühling zum Sommer und bedeutet so was wie "leuchtendes Feuer" oder "Feuer des Bel" (Belenos). 

Es ist ein Fest der Reinigung und der Fruchtbarkeit, der Zeit der Stärke und Reife. Belenos ist der keltische Lichtgott, der Baldur entspricht. Der Gang zwischen zwei Beltaine-Feuern reinigt und hält Seuchen fern. Viele Beltaine-Riten leben in bäuerlichen Maibräuchen fort. 

Der Maibaum ist zugleich Fruchtbarkeitssymbol und Repräsentant des Weltbaums, an dem der Schamane durch die Welten reist. Denn wie zu Samhain, das am Jahresrad gegenüber liegt, steht zu Beltaine die Anderswelt offen. Daher ist der Vorabend, die Walpurgisnacht, ein magisches Datum –bekanntlich das Fest der Hexen.

Rübezahl hat in einer solchen Nacht auch einmal eine "private" Hexenverbrennung veranstaltet und erinnert sich noch heute gerne an dieses Erlebnis und an die damalige Gesellschaft.

Lughnasad  1. August - Kornfest

Höhepunkt: Nacht zum 1. August 15 Tage davor, 15 Tage danach
Fest der Fruchtbarkeit und Ernte.
Symbole: Sichel, Brot und Weizen

Das deutsche Wort Herbst und das nordische haust (gesprochen: höist) bedeuten wie das englische harvest eigentlich "Ernte", so daß das Haustblót in erster Linie ein Erntefest bzw. ein Dankopfer für "gute Ernte und Frieden", die Segnungen der Vanengötter, ist. 

Als Schutzgott der Bauern wird dabei auch Thor besonders verehrt. 

Mit dem Herbstfest, nach dem Hauptteil der Ernte, beginnt die dunkle und stille Zeit des Jahres, in der die Nächte länger als die Tage sind. 

Sie ist eine Zeit der Sammlung und Verinnerlichung, in der wir die Keime für Dinge legen können, die im Frühling wachsen sollen, auch im übertragenen Sinn. 

In der keltischen Tradition ist Alban Elfed dem göttlichen Kind Mabon ("Sohn") geweiht, der wie der griechische Dionysos in die Unterwelt hinabsteigt und wiedergeboren wird. Auch die Mysterien des Dionysos wurden im Herbst gefeiert.
Der Herbst beginnt mit Lughnasad, dem ersten der (mit Alban Elfed und Samhain) drei keltischen Erntefeste. Sein englischer Name Lammas kommt vom altenglischen hlafmesse, weil dabei die ersten Brotlaibe aus der neuen Ernte geopfert wurden. 

Der keltische Festname kommt von Lugh, dem Gott druidischer Weisheit, der Odin entspricht. Die Angst der Römer und später der Kirche vor den Druiden bewirkte, daß Lughnasad nicht christlich vereinnahmt, sondern zum Unglückstag erklärt wurde: Lugh wurde mit Lucifer identifiziert, Lughnasad zum Tag vom Lucifers Sturz in die Hölle. 

Die Bauern übertrugen daraufhin die Lughnasad-Bräuche auf andere Erntefeste.

Alban Arthuan ca. 21.Dezembe - Mittwinter

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Wintersonnenwende, Wiedergeburt der Sonne
Symbole: Mistel, Tanne,Hirschgeweih

Die Julnacht ist die längste Nacht des Jahres. 

Das Julfest ist ein Wendepunkt, ein Anfang. An diesem Tag feiern wir die Rückkehr von Licht und Leben. Jul ist der Geburtstag des Sonnengottes, der Tag des Triumphes des Lichts über die Dunkelheit. Selbst die Christen haben dies beibehalten und haben aus diesem Fest ihr Weihnachten gemacht, den Tag, an dem ihr "Sonnengott", Jesus, geboren wird. 

Allerding muß man bedenken, daß die Christen diesen Festtermin an sich gerissen haben, indem sie die Geburt Jesu willkürlich auf die Zeit der heidnischen Mittwinterfeste verlegten. 

Bekanntermaßen ist Jesus nicht im Winter, sondern an einem Tag im Frühlung geboren worden.
Der altgermanische Festname Jul (engl. yule, isl. jól) ist ein Mehrzahlwort, denn er bezeichnet sowohl das eigentliche Mittwinterfest als auch die Tage, die mit ihm verbunden sind, d.h. die Zeit bis zum Jahresbeginn. Auch der Name Weihnachten ist heidnisch. Jul ist die weihevolle Nacht, in der Baldur wiedergeboren wird. Die Sonne hat den südlichen Wendekreis erreicht und kehrt nach dem Norden zurück. 

Der Zweig, der Baldur den Tod brachte, die Mistel, wird zum Heilssymbol. Licht und Wärme, die nun kommen werden, feiern wir durch ein Feuer oder durch viel Kerzenlicht. Der Lichterbaum ist der immergrüne Weltbaum, der nun erstrahlt. 

Der in Skandinavien übliche Julbock (z.B. aus Stroh) ist ein Symbol der kommenden Fruchtbarkeit und des Schutzes durch Thor, dessen heiliges Tier er ist. 

Weil es das Familienfest ist, bei dem auch die Ahnen dabei sind, derer man dabei gedenkt und die in der Überlieferung als Wilde Jagd mit Odin durch die Rauhnächte reiten, gehört Jul zu den wichtigsten heidnischen Festen. 

Als Wende des Jahres ist es sogar das wichtigste Fest, an dem alles endet und neu beginnt. 

Daher werden bei der Julfeier alle Feuer und Lichter gelöscht und neu entzündet. Haus und Hof werden mit Räucherwerk gereinigt.

Alban Eiller ca. 21 März - Frühlings TagNachtGleiche

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Vogelfest - Rückkehr der Vögel
Symbole: Hasen, Schwalben und Eier

Das Vogelfest des Frühlings. Früh morgens ging das Volk hinaus, um nach Zugvögeln Ausschau zu halten. 

Wenn sie gesichtet wurden, wurde anschliessend geschmaust und gefeiert. 

Die heutige Verbindung von Eiern und Küken zu dieser Zeit (Ostern) ist einer der vielen Überreste unserer alten Kultur.
Ostern ist die Zeit des Gleichgewichts zwischen Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht. 

An diesem Tag sind deren Kräfte ausgeglichen.Ostern ist die Rückkehr des Lebens, das Eis und der Schnee ist geschmolzen, die Tiere wachen von Ihrem Winterschlaf auf. Der Wind ist nicht länger kalt und die Pflanzen zeigen bald ihre Knospen. 

Es ist die Zeit um die Rückkehr der Göttin als Jungfrau des Frühlings zu feiern. Die Rückkehr des Lebens.
Das erste Sonnenfest nach den Rauhnächten ist das Frühlingsäquinoktium, das bei den Germanen der Göttin des jungen Lichts und Lebens, Ostara, geweiht ist."Ostern" ist ein heidnisches Wort, das die Kirche vereinnahmte, als sie ihr Passah-Fest auf den Frühlingsvollmond verlegte, um das gleichzeitige heidnische Fest zu konkurrenzieren. 

Der keltische Festname ist Alban Eilir, im englischen Odinic Rite heißt es Summer Finding. 

Nach der traditionellen Zählung ist es nicht der Beginn, sondern die Mitte des Frühlings. 

Zu Ostern feiern wir die Wiedergeburt der Natur aus dem Todesschlaf des Winters, das Erwachen der lebensspendenden Kräfte und die neue Kraft, die uns die Natur und die Götter jetzt schenken. Frisch erblühte Weidenzweige, Eier und Hase sind heidnische Festsymbole. Zum Osterfest geschöpftes Wasser (Osterwasser) hat reinigende, heilende und weihende Wirkung. Die Gottheiten (germanische), die außer Ostara dieses Fest bestimmen, sind Freyr und Freyja, die fruchtspendenden Vanen, und Thor, der Sohn der Erde.

Alban Heruin ca. 21. Juni - Mittsommer

Fest der Eichen und der Magie.
Symbole: Eiche und Eichenlaub

Die Sommersonnenwende, die astronomisch den Sommerbeginn markiert, ist traditionell die Mitte des Sommers: der längste Tag, an dem die Sonne den Höhepunkt ihrer Entfaltung erreicht, von dem an sie schwindet. 

Er ist mythisch mit dem Schicksal Baldurs, des Sohns der Sonne, verbunden, der wie die Sonne in der höchsten Blüte seines Lebens stirbt. 

Er wird mit der beginnenden Wiederkehr der Sonne im Winter wiedergeboren werden, so daß der Mittsommer ein freudiges Fest ist. Wir feiern im Bewußtsein, daß ihm im Kreislauf des Seins unweigerlich der Abstieg folgen muß, den Höchststand der Sonne mit einem großen Feuer. 

Das Hinabrollen brennender Sonnenräder über Hänge und das Schwingen von Fackeln im Kreis symbolisieren die ewige Drehung des Jahres-Rades. In der keltischen Tradition ist Mittsommer, Alban Hefin, den Muttergottheiten geweiht, in der germanischen dementsprechend auch Baldurs Mutter Frigg. 

Alban Eluen ca. 21 September - Herbst TagNachGleiche

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Fest der Dankes fuer die Ernte.
Symbole: Weinrebe, Traube, Fuellhorn

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Das Weinfest ist eines der Feste, welches weder zu den dunklen, noch zu den hellen Festen gezählt wird. Es ist der Beginn der Herbstzeit. Der Sommer, welcher den Bauern eine, hoffentlich, reiche Ernte bescherte ist vorbei und man bedankt sich bei den Göttern

Es ist die Zeit des Dankens und der Ernte, die Zeit sich zu Erinnern, eigentlich auch die Zeit des Todes, wo all die Pflanzen in die Unterwelt gehen und die Fülle ihrer Samen und Früchte hinterlassen haben.

Für  uns Menschen  ist es der Herbst, das Alter, die Erinnerung und Klärung, als Zeitqualität  im Lebensrad steht die schwarze Göttin für innere Stärke, inneren Frieden, Gelassenheit und letztlich für ewige Dauer. Sie prüft und verwirft alles, was dem Göttlichen nicht entspricht, formt nach seinem Willen und webt die Linien des Lebens  neu. Hier wohnt die Uralte Frau, die den Glasberg der Ewigkeit bewacht und eine ihrer höchsten Qualitäten nennen die Buddhisten Nirwana, allumfassende Leere.

Ein Zustand, der Frieden atmet.

Der Geist des Gesteins ist ihr Hüter, denn er trägt die Erinnerung des Alls, in ihm wird das Mysterium bewahrt und schläft, zeigt seine Farben in den Mineralien und Edelsteinen, ebenso wie im Bergfelds und im unscheinbaren Kiesel. Die Weisheit wohnt im Westen, der Tod und die Ewigkeit, der Willen, die gestaltende, formende Macht und jegliche Form der Heilung.

Wir können  unsere Stärke und Weisheit überprüfen, übergeben , sterben lassen, was wir an Mustern und Gewohnheiten, Gedanken übrig haben und unseren Willen mit der dunklen Göttin angleichen, bevor sie uns vielleicht mit ihrer Macht erinnert, welcher Weg für uns  gut ist.

Keltische Rituale

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Man könnte mehrere Bücher füllen wenn man auch nur einen Teil der verschiedenen Rituale der Kelten aufzeigen oder gar erklären wollte. Rübezahl wird versuchen nach und nach zu diesem Thema etwas zusammenzutragen und zu beschreiben. Den Anfang machen zwei Rituale und eine Meditationsübung.

Es ist jedoch wichtig, vorsichtig mit Ritualen umzugehen. Vielleicht passiert nichts, also überhaupt nichts, weder das was man hoffte zu erreichen, noch das Unerwartete. Man sagt. wer ein Ritual oder eine Anrufung vollzieht, öffnet eine Tür in die Zwischenwelt, oder die Anderswelt, oder in das Toark. 

Und so, wie unser Ruf durch dieses Tor dringt, so können Wesen, gerufen oder nicht gerufen, durch diese Pforte dringen.

Es wäre nicht das erste Mal wenn Wesen, freiwillig oder unfreiwillig gerufen, aus der Anderswelt zu Besuch kommen und Unerfahrenen psychischen und auch physischen Schaden zufügen.
Der Schutzkreis ist aber natürlich völlig ungefährlich und hilft auch nicht erwünschte Wesen fernzuhalten.

Rübezahl  hat schon oft auf diesen Seiten erwähnt, das alles eine Glaubensfrage und jede/r für das was er/sie tut selbst verantwortlich ist.

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Der Schutzkreis

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Der Kreis ist vielleicht das älteste Symbol, das von Menschen benutzt wird. Der Kreis ist ein Symbol der Ewigkeit, der Gleichheit, der Beständigkeit und des Wandels. Die Form wenn Menschen zusammenkommen ist oft ein Kreis, denn dort können alle gehört werden, Ratschläge gegeben werden, alle können gleichermaßen an dem teilhaben, was vereinbart wird. Genauso ist es in der Magie.

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Der Kreis der gezogen wird stellt eine Art Raumschiff dar - ein Schiff für Zeitreisen, dessen Insassen in andere Zeiten oder an andere Orte gebracht werden können. Seine Verwendung ist uralt und seine Kraft ist unfehlbar. Der Kreis kann schützen, beruhigen, heilen oder kräftigen. Man kann den Kreis mit Hilfe seiner Willenskraft erschaffen, um für einige Augenblicke der Meditation inneren Frieden herbeizuführen, oder es kann sich um einen Kreis handeln, der aus mächtigen Steinen und Erdwällen über Jahrhunderte hinweg erbaut worden ist und seit Tausenden von Jahren fortbesteht wie die Monumente in Avebury, Callanish oder Stonehenge.

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Jede magische Arbeit sollte in einem Schutzkreis getan werden. Der Kreis wird mit weißem, blauem oder goldweißem Licht (Energie) gezogen. Man kann das mit Hilfe eines Schwertes oder eines Stabes machen, aber unbedingt notwendig ist das nicht. Die Energie zieht man aus sich selbst (Meditation oder autogenes Training würde helfen) und beschreibt einen Kreis gegen den Uhrzeigersinn. 

In Wirklichkeit sind rituelle Kreise Quadrate! Das bedeutet, daß man immer die vier Himmelsrichtungen ehrt, welche man mit Symbolen verkörpern kann. Die einfachste Ausstattung an Symbolen für die Elemente Erde (Norden), Wasser (Westen), Feuer (Süden) und Luft (Osten) sind Erde aus dem Garten, Wasser aus dem Hahn, eine angezündete Kerze und etwas Duftendes. Das heißt, die besseren Ergebnisse erreicht man draußen in der Natur, am besten an einem heiligen wilden Ort. 

Wenn das aber nicht möglich ist, kann man auch zu Hause mit o.g. Ausstattung arbeiten. Die vier Elemente stehen für die Speichen eines Rades, die sowohl Gleichgewicht als auch Macht verleihen. Indem man die traditionellen Elemente anruft, erzeugt man eine Art Wirbel, der die Energie beschleunigt, die man von der Erde selbst nach oben zieht und sie mit der Kraft vermischt die vom Himmel kommt. Dadurch entsteht eine machtvolle Quelle an magischer Kraft, die Zaubersprüchen Wirksamkeit verleiht. Um die Kräfte zu begrüßen kann man sie auch anrufen. 

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Ein Beispiel dafür wäre:

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Erde unten, Himmel oben, 

laßt mich Eure Liebe loben
Urnatur und Kraft der Erde, 

helft mir, daß ich mächtig werde
Wasserläufe, Frühlingsregen, 

gebt mir Euren sanften Segen
Sommerfeuer, Flammenlicht, 

ohne Euch gedeih ich nicht
Wind des Herbstes, Atemluft, 

zeigt mir Euren reinen Duft
Kreis ringsum und Licht in mir; 

Unsre Kraft vereint sich hier.

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Dabei schaut man zum Himmel nach oben, zur Erde nach unten, zeigt für die elementare Erde nach Norden, für das Wasser nach Westen, für das Feuer nach Süden und für die Luft nach Osten. Nun setzt man sich in die Mitte, schließt die Augen und entspannt sich. Fühle den Kreis, als ob er ein Zauberteppich wäre, der sich hin und her neigt und Energie aufbaut um dann aufzusteigen an den Ort der Hexenkraft, in das alte Land zu bringen, wo die Göttin und ihr Geliebter bereit sind, willkommen zu heißen.
In diesem Zustand ist man bereit die magischen Arbeiten in dem Kreis zu vollziehen. Wenn die Arbeit getan ist, löst man den Kreis im Uhrzeigersinn auf, indem man die Energie wieder in sich aufnimmst und in die Erde ableitest (erden). Man dankt jedem Element und sagt lebewohl.

Man kann den Kräften nicht befehlen zu kommen. Sie sind Bestandteile des universellen Gleichgewichts und man wird sich ihrer nur zunehmend bewusst, denn sie sind die ganze Zeit über physisch präsent. 

Respekt und Höflichkeit sind wichtig, denn im Grunde genommen spricht man in dieser Phase mit einem höheren Aspekt seines eigenen Wesens.

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Es gibt noch viele verschieden Arten solch einen magischen Kreis zu ziehen, jeder sollte sich den Aufbau des Kreises so gestalten wie er einem persönlich zusagt. 

Steigerung der spirituellen Kraft

Bewegungslosigkeit: 

Begib dich in irgendeine dir bequeme Haltung und verweile solange wie möglich darin. Versuche, nicht mit den Wimpern zu zucken und weder die Zunge noch die Finger noch sonst ein Körperteil zu bewegen. Laß die Gedanken nicht für längere Zeit vor sich hinlaufen, sondern beobachte dich selbst passiv. Was einmal eine bequeme Haltung zu sein schien, mag sich mit der Zeit als qualvoll herausstellen, doch halte durch! Mache diese Übung jeden Tag ein Weile lang und nutze jede Gelegenheit der Untätigkeit aus, die sich dafür bieten mag. Wenn man 15 Minuten erreicht hat, fährt man fort die Atmung zu regulieren.
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Atmung: 

Während du so bewegungslos wie möglich verharrst, versuchst du, die Atmung langsamer und tiefer werden zu lassen. Das Ziel ist es, die volle Lungenkapazität auszunutzen, jedoch ohne unnötige Muskelanstrengung oder Belastung. Die Lungen können zwischen dem Ein- und Ausatmen leer bzw. voll gelassen werden (Yogaatmung), um den Zyklus zu verlängern. Wichtig ist dabei, daß das Bewußtsein seine ganze Aufmerksamkeit dem Atemzyklus widmet. Wenn du dies 30 Minuten lang durchführen kannst, dann schreite weiter zu Nicht-Denken.
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Nicht-Denken: 

Die vorherigen Übungen dienen dazu um wirklich in der Gegenwart bequem anwesend sein zu können. Sehr wichtig für die Konzentration ist jedoch das Nicht-Denken. Während du bewegungslos bist und tief atmest, fängst du damit an, dein Bewußtsein von allen Gedanken zurückzuziehen die aufkommen mögen. Beim Versuch dies zu tun, stellt sich heraus, daß das Bewußtsein ein tosender Sturm voller Energie ist. Nur durch allergrößte Entschlossenheit ist es möglich, auch nur wenige Sekunden seelischen Schweigens zustande zu bringen, doch selbst dies ist schon ein großer Triumph. Strebe danach, die Zeitspannen völliger Stille auszudehnen

Nordische Meditation

Rübezahl  tut sich selber schwer bei solchen Übungen, aber habt Geduld mit Euch selber und nicht aufgeben. Auch hier zählt wie so oft: Übung macht den Meister und ausserdem ist eine wunderbare Gelegenheit mal wieder den Schweinehund, den inneren, zu überwinden.

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Nordische Meditation

Jeder weiß, daß Meditation und Yoga sowie autogenes Training für den Menschen sehr nützlich sind, ihn seelisch und physisch stärken, ja sogar gesunden lassen können. Wichtig ist dabei vor allem die Einstellung, mit der man an die Materie herangeht und vor allem, wie man dann die Materie in sich aufgehen läßt und verarbeitet. 

Letzteres ist vor allem bei den asiatischen Formen der Meditation für den Europäer nicht einfach. Die Mentalität zwischen Asiaten und Europäern ist zu verschieden. Und die Lebensumstände in den sogenannten zivilisierten Ländern lassen eine vollkommene Erfassung und Beherrschung der asiatischen Meditationsformen kaum zu. 

Dafür ist unser Leben einfach zu hektisch, zu vertechnisiert und der darin lebende Mensch zu ungeduldig und meistens auch nicht bereit, sich von bestimmten irdischen Faktoren zu lösen. Im Verlauf dieser Meditationsform, einer uralten und eigentlich vergessenen Variante, werden wir es lernen, während der Arbeit mit ihr zu erkennen, was für uns wichtig ist und was nicht. 

Sie fordert keine Askese, keine mühselige Loslösung von den Dingen, die wir scheinbar lieben und die für uns scheinbar wichtig sind. Aber im Verlauf der Arbeit mit ihr werden wir uns des öfteren fragen, warum wir dies oder jenes eigentlich tun. 

Wir werden erkennen, wie lächerlich wir uns in einigen Bereichen benehmen und wie sehr wir durch egoistisches Verhalten Umwelt und andere Menschen belasten. 

Wir werden auf einmal eine Abneigung gegen Dinge entwickeln (z.B. im Nahrungsmittelbereich, in den imateriellen Bereichen wie Philosophie, Politik, Religion), während neue „Liebesbeziehungen“ (Natur, Umwelt) entstehen. 

Wir werden unseren Körper verstehen, werden ihn von innen erforschen und reparieren. Wir werden mit unserem geistigen Auge Dinge sehen, die ebenso erschreckend, wie auch bezaubernd sein können.

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Und wir werden schließlich sogar bestimmte Dinge nötige Sicherheit, Mut und Kraft vermitteln und das negative immer mehr verdrängen. 

Dann kommt die dritte Phase. 

Du beherrscht dich und die Bilder um dich herum sehr gut, du wirst Reisen unternehmen, dich und andere heilen können, Entspannung und Erkenntnis zugleich finden. Aber damit ist der Gegner natürlich nicht endgültig vernichtet. Er herrscht nur nicht mehr. Aber dafür nimmt er eine Art von Guerilla-Kampf auf. Du wirst keine massiven und permanenten Angriffe mehr erleben, aber kleine Attacken, die schlimme Folgen haben können. Vor allem für dich selbst. 

Oft fragt man sich dann nämlich: “Wie konnte mir das passieren?“, beginnt zu zweifeln und gibt im selben Moment gewonnenes Terrain schon wieder an den Gegner frei. Dieser Guerilla-Krieg wird dann mit Hilfe von Genußgiften (vor allem Alkohol) aber auch durch andere Menschen geführt. Alkohol ist dann besonders gefährlich, weil du irgendwann erkennst, wie gefährlich und sinnlos er eigentlich ist. Wenn du ihn dann wieder besseres Wissen trinkst, wirst du – auf scheinbar unerklärliche Art – schneller berauscht sein als früher. Und du wirst im „Suff“ Dinge tun, die du sonst niemals tun würdest. Diese Taten werden dich wiederum belasten und lange Zeit in der Arbeit stören. Es ist also besser, daß wenn du einmal erkannt hast, das etwas oder jemand nicht gut für dich ist, daß du diese Dinge oder Personen dann auch so weit wie möglich meidest. 

Das hat etwas mit unserer seelischen Ökologie zu tun. 

Eine Wunde , die gerade verheilt ist, ist besonders anfällig. 

Eine Wüste, die du gerade kultiviert hast, ist in ihren Anfängen als Garten besonders empfindlich. 

Und wundere dich nicht, wenn die Attacken gegen dich immer wirrer und abstruser zu werden scheinen. Denn zum Schluß kämpft der Gegner tatsächlich nur noch mit Verzweiflungsschlägen. Da rasten Partner auf einmal aus, Freunde greifen dich an, sogar Verwandte spielen verrückt. Auf diese Dinge solltest du nicht reagieren.

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Wer dich wirklich liebt, wird zu dir stehen und dir vielleicht eines Tages sogar folgen. 

Wichtig ist nur, daß du in deiner Arbeit und deinem Glauben unbeirrbar an deinem Ziel festhältst. Dann wirst du Dinge vollbringen können, die du heute noch nicht für möglich hältst, und du wirst ahnen, welche Bedeutung das alte Wort „Wissen ist Macht“ tatsächlich hat. 

Soweit meine Tipps zu dieser großen Aufgabe, die jetzt vor dir liegt. Mehr will ich dir nicht sagen, nicht verraten. Alles andere wirst du selbst herausfinden, du wirst es erleben. Du wirst deine Persönlichkeit verändern und du wirst sie so verändern, wie es dir gegeben ist. Da dies bei jedem Menschen andere Werte sein könnten, werde ich nicht sagen, welche Erkenntnisse und Erlebnisse ich bisher hatte. Nur bei den Ängsten und Störungen habe ich eine Ausnahme gemacht, weil sonst einige vielleicht irritiert und aus Unsicherheit vorzeitig aufgeben würden. 

Diesen Triumph wollte ich bestimmten Kräften in Dir und um Dich herum nun doch nicht so leicht machen. Ich wünsche viel Glück und Erfüllung.

 

Vorbereitungen

 

Der Raum, in dem du meditieren und üben willst, sollte möglichst abgedunkelt sein. Stelle sicher, daß dich niemand stört. Das Telefon und die Klingel sollten abgestellt sein, Fernsehen und Radio nicht laufen. Du legst dich auf ebenen, harten Boden. Teste aus, in welcher Himmelsrichtung du Kopf beziehungsweise Füße am besten legst. Bei Rübezahl  funktioniert es am besten mit dem Kopf zum Norden und den Füßen (dann logischerweise) zum Süden hin. Aber nimm dies nicht als Regel, jeder Mensch ist schließlich verschieden und braucht unter Umständen andere Voraussetzungen für den Erfolg. Verdränge alle möglichen unnützen Gedanken aus dem Kopf und konzentriere dich auf die kommenden Übungen. Wenn der Straßenlärm zu stark ist, steck dir notfalls Oropax in die Ohren. Nun können noch drei weitere Störfaktoren auftreten:

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    1.Kleinkinder und Kinder: 

    Altere Kinder solltest du von vornherein in die Übungen mit einbeziehen oder erst dann meditieren, wenn sie schlafen. Kleinkinder sollten schlafen und von einer anderen Person betreut werden. (Auch für ältere Kinder solltest du sicherheitshalber eine Person zur Betreuung abstellen). Kinder merken schnell, daß etwas „Anderes“ in ihrer Umgebung stattfindet. Selbst wenn es sich lautlos abspielt. Ihre Sinne sind noch nicht so verkommen, wie die der Älteren. Du solltest sicherstellen, daß sie dich keinesfalls in deinen Übungen stören können.

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    2.Hunde sind um ihre „Herren“ stets besorgt und sehr sensitive Wesen. Auch sie werden – meist aus Besorgnis heraus – stören und versuchen ihrem Menschenfreund zu helfen. Aber diese Hilfe ist störend.

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     3.Katzen sind ebenfalls sehr sensitiv und von allem „Mystischen“ begeistert. Sie lieben derartige Ausstrahlungen und würden mit Wonne dabei sein. Aber auch sie werden so ungewollt zu Störfaktoren.

     

    Also: Haustiere (incl. Vögel) haben in dem Zimmer, in dem geübt wird, nichts zu suchen. Das gleiche gilt für Verwandte oder Bekannte, die nicht an den Übungen teilnehmen. Mache ihnen von Anfang an unmißverständlich klar, wieviel dir an diesen Übungen liegt. Wem etwas an dir liegt, der wird das akzeptieren und nicht stören. Nehmt hier keine falsche Rücksicht! Für unsere Übungen brauchen wir keine Musik, jedenfalls nicht in den ersten Jahren. Etwas Räucherwerk kann die positiven Einflüsse stärken. Dabei sollte es sich allerdings auch um positive Räuchereien handeln. Bei Fortgeschrittenen können dann später auch Kristalle und andere Halbedelsteine eine wertvolle Hilfe sein. Vor allem die Kristallkugel, die von den meisten sogenannten Mystikern und Sehern völlig verkehrt genutzt wird.

Anleitung zur Meditation

 

GRUNDÜBUNG 1: 

Auf dem Rücken liegen, flach ohne Kissen oder sonstige Hilfsmittel, möglichst auch ohne Decken. Die Arme werden angewinkelt, so daß die Hände ungefähr auf der Galle (rechts) und auf der Milz (links) ruhen. Die Finger der Hand werden dabei eng geschlossen. Um uns besser zu entspannen, spannen wir zunächst nacheinander verschiedene Muskelpartien stark und straff an. Wir beginnen dabei mit den Füßen: alle Muskeln und Sehnen anspannen, so stark wie möglich und dann wieder entspannen (zusammensacken lassen). Danach folgen die Waden, dann die Schenkel, dann der Beckenbereich, die Bauchmuskulatur, Brust und Rücken, die Arme, Hände, der Hals, danach der Kopf.

 

HILFE 1: 

Der Raum sollte weitestgehend abgedunkelt sein. Um die Augen von unnötigen Reflexen zu befreien, reiben wir die Handflächen aneinander, bis sie heiß sind und legen die Hände auf die Augen.

So erreichen wir, daß die „Sicht“ der geschlossenen Augen von restlichen Lichtreflexen befreit wird. Außerdem werden die Augen auf diese Art entspannt. Wir legen die Hände solange auf, bis unsere „Aussicht“ praktisch rein „schwarz“ ist. Danach halten wir die Augen geschlossen und legen die Hände in die Stellung der Grundübung 1 zurück.

 

GRUNDÜBUNG 2: 

Die Augen bleiben weiter geschlossen. Es ist dabei wichtig, daß sie entspannt, aber fest geschlossen sind. „Kneifen“ oder „Flackern“ der Augenlider bringen störende Lichtimpulse und Reflektionen auf die Netzhaut. In dieser Phase werden Anfänger häufig von einer ersten, logisch nicht zu begründeten Angstwelle erfaßt. Ich persönlich erkläre es damit, daß unser Großhirn, oder bestimmte Teile von ihm, sich gegen ihre Ausschaltung während der Meditation wehr(en)t. Es gibt auch noch andere Möglichkeiten der Erklärung, die allerdings erst später zur Sprache kommen sollen. Wichtig ist es nunmehr, durch gezielte geistig-gedankliche Arbeit die Angst hinwegzuspülen (falls sie überhaupt auftritt). Wir konzentrieren uns deshalb von nun an auf die Atmung. Alles andere ist vollkommen uninteressant. Durch die Konzentration auf den Atem erreichen wir eine Ausschaltung jener Stellen, die uns die Angst bescheren und das Einstellen jeder Funktionen, die uns den Einstieg in die Meditation erleichtern, ermöglichen, letztendlich garantieren.

 

GRUNDÜBUNG 3: 

Das Atmen ist in diesem Fall nicht gleich Atmen. Richtiges Atmen ist bei der Meditation von entscheidender Bedeutung. Wir atmen tief, durch die ganze Lunge. Der Atem soll zunächst die Lunge erforschen, in jeden Winkel, vordringen. Am besten, man beginnt mit der Einatmung beim Zwerchfell und füllt so die Lunge von unten nachoben mit Luft. Die ersten Atemzüge dienen dazu, die Weite und die Möglichkeiten der Lunge zu erforschen. Auch danach atmen wir so tief wie möglich weiter, füllen die Lunge von unten nach oben mit Luft. Die Atmung sollte nun beim Übergang vom Ein- zum Ausatmen und umgekehrt nich mehr stocken, eine „Atempause“ nicht eintreten. Für viele werden hier die ersten wirklich größeren Schwierigkeiten auftreten. Atmen will – so einfach es auch scheint – geübt sein. Diese Form der Atmung, der richtigen Atmung kann man übrigens bei kleinen Kindern sehr gut beobachten. Ohne richtige Atmung ist die Meditation nicht möglich. Sollten an diesem Punkt der Meditation Schwierigkeiten auftreten, hat es keinen Zweck mit aller Gewalt in den Übungen fortzufahren. Die richtige Atmung muß erlernt werden, sollte auch im normalen Leben trainiert werden. Bevor die Atmung nicht funktioniert, sollten die Übungen an dieser Stelle abgebrochen werden. Man kann diese Entwicklung übrigens durch Gymnastik, Laufen und Schwimmen fördern. Am besten ist, man liest die folgenden Absätze nicht, solange die Atmung nicht funktioniert, nicht in Ordnung ist. Menschen die an Erkrankung der Lungen leiden, sollten den Atemfluß soweit wie nur irgend möglich optimieren., bevor sie mit den weiteren Arbeiten fortfahren. Menschen mit gesunden oder zumindest noch voll funktionsfähigen Lungen müssen ihre Faulheit und die damit verbundenen Faulheit in der Nutzung des Organs überwinden. Letzteres ist für eine erfolgreiche Meditation der geplanten Art unerläßlich.

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Das Erden

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Eine wesentliche Übung, die du neben den folgenden Grundübungen ständig trainieren solltest. Du liegst nach den Grundübungen wieder auf dem Boden und konzentrierst dich auf die Erde unter dir. Nehmen wir einmal an, du liegst auf dem Teppich. Erfasse ihn geistig, geht durch ihn hindurch. Dann durch die Holzplanken des Bodens hinab in den Keller. Stell dir all diese Materialien und Räume möglichst plastisch vor. Dann wirst du irgendwann sogar den Keller „riechen“, obwohl du Meter von ihm entfernt bist. Aber auch im Keller bleibt deine Vorstellungskraft nicht. Sie geht tiefer in die Erde unter dem Haus. Das wird eines Tages so gut klappen, daß du das feuchte Erdreich riechst. Hier klinkst du einen Teil deiner „Seele“ ein – wie einen Anker oder wie eine Wurzel. Mit deinem vollem Bewußtsein steigst du dann langsam wieder zu deinem Körper empor. Dein Erden brauchst du keinerlei Angst zu haben. Die Erde ist deine Freundin, deine Mutter. Sie ermöglicht dir das Leben und freut sich darüber, wenn du dich daran erinnerst. Sie wird dir immer Hilfe geben im Kampf gegen die anfangs erwähnten Visionen. Außerdem vermittelt sie dir ein Gefühl der Sicherheit, so wie sie dem Baum im Sturm über seine Wurzeln Sicherheit vermittelt. Wenn es dir beim Erden hilft, stell dir ruhig vor, ein Baum zu sein, der seine Wurzeln ausschickt, um sich in der Erde zu verankern. Hol dir dann –wie dieser Baum – Energie und Nahrung aus der Erde. Wenn du das Erden richtig beherrscht, wirst du dich wundern, welch eine Kraftquelle es sein kann. Es gibt auch noch andere Übungen, die sich mit den Elementen Feuer, Luft und Wasser beschäftigen, aber die kommen erst sehr viel später „dran“.

Symbole

Baum des Lebens:

Die Kelten teilten nicht die Vorstellung von vier Elementen, sondern unterschieden lediglich drei Reiche: das Land, die See und der Himmel. Bäume galten als Verbindung zwischen Land und Himmel und durch den Transport von Wasser (See) in beide Richtungen als Vermittler.

Der Baum des Lebens ist eines der bekanntesten Symbole der keltischen Mythologie und das wohl wichtigste des Druidentums.
In der Vorstellung der frühen Kelten war der Kosmos ein riesiger Baum: seine Wurzeln drangen tief in die Erde und seine Zweige reichten hoch hinauf in den Himmel. Er ist ein Symbol für die Balance zwischen diesen Welten; die Vereinigung von oben und unten; ein Symbol für Gleichgewicht und Harmonie. Seine Wurzeln und Äste bilden den Kosmos, in dem alle Dinge miteinander verbunden sind.
Der Baum des Lebens ist ein zeitloses Symbol der Erneuerung, Wiedergeburt und unzerstörbaren Kraft des Lebens.

 

Viele Darstellungen zeigen den Baum des Lebens in einem Topf oder Kessel, welcher wiederum ein Symbol für die Mutter Erde ist, der alles Leben entspringt.

Die Vorstellung vom Baum des Lebens existiert in vielen Kulturen: bei den Germanen ist es die Weltenesche Yggdrasil, bei den Christen im Garten Eden und auch im Judentum ist er existent.

Irrgärten und Labyrinthe:

Labyrinthe besitzen einen eindeutig definierten Pfad, der sowohl hinein als auch wieder hinaus führt. Es gibt keine Sackgassen, keine Weggabelungen.
Ein Labyrinth ist also ein Ein-Pfad-Irrgarten.
Irrgärten hingegen bieten eine große Auswahl an Wegen, verschlungene, sich kreuzende Pfade, manche mit vielen Ein- und Ausgängen. Sackgassen bilden Hindernisse, die überwunden werden müssen. Irrgärten fordern dazu heraus, sein Leben selbst zu gestalten, den Weg selbst zu wählen.
Die einzige Wahl die das Labyrinth zuläßt, ist die, hineinzugehen oder nicht.

Knoten:

Über die Bedeutung der Knoten wird viel spekuliert: viele glauben, dass sie absolut keine Bedeutung haben und lediglich künstlerischen Charakter besitzen. Andere vertreten die Theorie, dass hinter jedem Knoten eine spezielle und genau definierte Bedeutung steckt, dass diese aber genauso im Dunklen liegen wie zahlreiche andere Aspekte der Kelten.
Wieder andere denken, dass die Knoten die Bindung der Seele an die Erde darstellen und den Prozess der ewigen sprituellen Entwicklung des Menschen bis er schließlich vollkommen ist und sich aus dem Zyklus der Wiedergeburt befreien kann.

Kreuz:

Das typische keltische Kreuz ist mit einem Kreis versehen und symbolisiert die Brücke zu anderen Welten, zu größerer Weisheit. Dies wir durch die beiden Achsen dargestellt, wobei die vertikale Achse die spirituelle Welt und die horizontale Achse die physische Welt darstellt.
Das gleicharmige Kreuz steht aber auch für die Himmelsrichtungen, die Jahreszeiten etc.

Spirale:

Die genaue Bedeutung der Spirale ist nicht bekannt; man nimmt jedoch an, dass sie die Reise vom (inneren) Leben zur (äußeren) Seele repräsentiert; dass sie Wachstum, Entwicklung und kosmische Energie darstellt.
Bei einigen keltischen Völkern mag sie auch ein Symbol für die Sonne gewesen sein.

Die im Uhrzeigersinn (von der Mitte aus beginnend) verlaufende Spirale steht für den Beginn, das Öffnen, die Bewegung.

Die gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Spirale steht dagegen für das Ende, die Rückkehr zum Ursprung.

Eine Sonderform stellt die doppelte Spirale dar, mit der während der Bronzezeit häufig Artefakte geschmückt wurden. Man nimmt an, dass sie Wasser oder das Meer darstellen.
Eine andere Theorie ist, dass sie ein Symbol für die Tagundnachtgleiche sind.

Triskele:

Die Triskele symbolisiert die Zahl drei; die dreifache Göttin (Mädchen, Mutter, Greisin), den Zyklus von Geburt, Leben und Tod, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die keltische Trinität Wasser, Land und Himmel.

Der Triskele sehr ähnlich ist die Triquetta, welche ebenfalls das Dreierprinzip darstellt.

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Tiersymbole:

Adler
Der Adler steht mit seiner Größe, seiner Flügelspannweite und seiner Fähigkeit, in große Höhen emporzusteigen, in symbolischem Bezug zum Sonnengott.
Der "König der Lüfte" verkörpert Kraft, steht für Weisheit und königliche Würde und galt als Begleiter der Seele in die Anderswelt.

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Drache
Der Drache wird meist mit kriegerischen Handlungen, aber auch Helden in Verbindung gebracht. Er verkörpert Kraft, Ungezähmtheit und Angriffslust.
In keltischen Darstellungen wird der Drache häufig in Knotenwerken dargestellt.

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Eber
Der Eber war in der keltischen Ikonographie und Mythologie allgegenwärtig.
Er wurde als Gott des Waldes verehrt und war aufgrund seiner Angriffslust und Aggressivität ein Kriegssymbol.

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Eule
Die Eule ist ein Symbol der Weisheit und ihr werden Beschützerfunktionen nachgesagt.
Sie galt als Führer zur Unterwelt.

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Falke
Der Falke ist der Übermittler zwischen dieser Welt und der Anderswelt.
Er ist geschickter und stärker als andere Vögel und steht für großes Seh- und Erinnerungsvermögen.

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Hahn
Mit der Kraft seiner Stimme galt der Hahn als Vertreiber der Nacht und Verkünder des neuen Tages.
Er symbolisierte Fruchtbarkeit und ist als kämpferischer Vogel auf Helmen und Münzen zu sehen.

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Hase
Der Hase galt als Tier des Mondes und symbolisierte Wachstum und Fruchtbarkeit.
Er war ein Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara (Astarte).

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Hirsch
Der Hirsch gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und Beschützer des Waldes.
Er verkörpert Anmut, aber auch Kampfeslust und Männlichkeit und wurde als Gottheit verehrt (siehe Cernunnos).

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Hund
Der Hund ist ein Symbol für die Jagd, er steht für Schutz und Heilung.
Er wird häufig als Begleiter der Götter dargestellt.
Der Hund steht aber auch für den Tod: der Gott der Unterwelt ist umgeben von weißen Hunden mit roten Ohren.

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Katze
Die Katze galt als starker Beschützer in schwierigen Situationen.
Durch ihre geheimnisvolle Ausstrahlung galt sie auch als Hüter der Seelenkräfte.

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Krähe
Die Krähe verbindet Weisheit mit großer Geschicklichkeit, sie steht aber auch für Betrug und Listigkeit .
Sie wird mit Krieg und Tod assoziiert.

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Kuh
Die Kuh war ein Symbol der Göttin Brigidh und stand für Stärke und Fruchtbarkeit.

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Pferd
Das Pferd wurde für seine Schnelligkeit, Schönheit und sexuelle Potenz verehrt und wurde in vielfältiger Weise dargestellt.
Die (Fruchtbarkeits-) Göttin Epona war die Schutzpatronin der Pferde und Reiterkrieger.

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Rabe
Der Rabe wurde mit dem Gott der Unterwelt assoziiert: er ist der Verkünder von Unglück und Tod.
Er galt aber auch als starker Beschützer für jene, die seine Gunst erringen konnten.

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Schlange
Die Schlange repräsentiert den Kreislauf von Leben und Tod und durch ihre Fähigkeit zur Selbsterneuerung war sie ein Symbol der Wiedergeburt.
Ebenso symbolisierte sie Fruchtbarkeit.
Häufig wird sie als Wächter wichtiger und geheimnisvoller Stätten dargestellt.

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Schwan
Schwäne stehen mit ihrem weißen Federkleid für Reinheit und Anmut.
Sie haben eine spirituelle Bedeutung: so sind sie in der keltischen Mythologie oft Ziel von Verwandlungen.

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Stier
Der Stier wurde für seine Angriffslust und Stärke verehrt, Eigenschaften, die von den kriegerischen Kelten besonders geschätzt wurden.
Ebenso galt er als Fruchtbarkeitssymbol und war ein beliebtes Opfertier.

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Widder
Der Widder war aufgrund seiner Stärke und Angriffslust ein Kriegssymbol und wurde oft gemeinsam mit einem Kriegsgott abgebildet.
Eine rätselhafte Abwandlung ist die widderköpfige Schlange, die Potenz und Angriffslust mit Erneuerung und Wiedergeburt vereint und sich häufig in Gesellschaft des Gottes Cernunnos befand.

Pflanzen- und Baumsymbole: 

Apfel, Apfelbaum
Der Apfelbaum steht für Leben und Unsterblichkeit.Der Apfel ist ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit.

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Baldrian
Baldrian fand Verwendung zu medizinischen Zwecken, zur Förderung des Schlafs, zur Beruhigung und zur Reinigung.

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Birke
Die Birke war einer der heiligen Bäume und steht für Reinheit, Reinigung und Heilung.

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Blumen (allgemein)
Schönheit und Jugend

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Buche
Die Buche steht für Potenz und Ernte. Sie wurde zur Weissagung benutzt.

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Eibe
Die Eibe war einer der heiligen Bäume und aufgrund ihrer Giftigkeit aus medizinischen und waffentechnischen Gründen wichtig.
Durch ihre halluziogene Wirkung galt die Eibe als Vermittler zwischen dieser Welt und der Anderswelt.

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Eiche
Die Eiche ist der bedeutendste Baum. Einerseits machte ihr kräftiges Holz sie wirtschaftlich sehr wertvoll, andererseits wurden sie (von den Druiden) zu Heilzwecken, zum Schutz und bei Ritualen verwendet.
Die Frucht der Eiche steht für Fülle, Reichtum und Ernte.

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Esche
Die Esche war einer der heiligen Bäume und steht für Strenge, Schutz, Kampf, Magie und Verjüngung.

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Hasel
Die Hasel war ein weiterer der heiligen Bäume und steht für Magie und Poesie; ihre Nüsse sollten zu Weisheit verhelfen.

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Holunder
Der Holunder war Wohnstätte der Feen und wurde zum Schutz vor Magie verwendet.

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Linde
Die Linde hatte eine besondere Bedeutung: aus ihrem Saft wurde ein Färbemittel gewonnen.

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Mistel
Die Mistel ist als immergrüne Pflanze ein Symbol für das Leben.
Sie war die wichtigste Pflanze der Druiden und galt als heilig. Sie wurde zur Heilung, zum Schutz und zur Weissagung benutzt.

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Nüsse (allgemein)
Nüsse stehen für Weisheit.

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Pinie
Die Pinie steht für Reinheit, Schutz und Fruchtbarkeit.

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Schafgarbe
Die Schafgarbe steht für Mut, Gesundheit und Liebe.

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Stechpalme
Die Stechpalme war eine der heiligen Pflanzen und steht für Listenreichtum.
Sie wurde benutzt, um vor schlechten Träumen zu schützen.

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Ulme
Die Ulme war einer der heiligen Bäume und steht für Schutz und Liebe.
Sie besaß eine große Anziehungskraft für Feen.

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Weide
Die Weide war einer der heiligen Bäume und steht für Gesundheit, Fruchtbarkeit und Magie.

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Weißdorn
Der Weißdorn war ein weiterer der heiligen Bäume und gab Unterstützung bei Prüfungen und half dem Suchenden.
Er galt als Wohnstätte für Feen und besaß an Beltane eine große Anziehungskraft.

Sonstige Symbole: 

Ei
Das Ei ist das Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara (Astarte) und steht für Fruchtbarkeit, Neubeginn, Schöpfung und Heilung.

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Harfe
Die Harfe sollte, im Kampf gespielt, eine unterstützende Wirkung zeigen.
Manchmal wird sie auch als beseeltes Instrument beschrieben, welches drei Melodien spielt: Lachen, Seufzen und Schlummern.
Dadurch wird sie zu einem Symbol für die Unsterblichkeit der Seele.

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Horn
Das Horn vereint das männliche und weibliche Prinzip in sich: die ungezähmte Stoß- und Kampfkraft und die Fruchtbarkeit (Füllhorn).
Das Trinken aus dem Horn symbolisiert Erneuerung.

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Kessel
Der Kessel ist ein Symbol der Erdgöttin Cerridwen. Er steht für Wiedergeburt und Weisheit.
Außerdem symbolisiert er Geburt, Leben und Tod.
In ihm werden Inspiration und Zukunftsvisionen gebraut.

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Stein
Steine wurden als Hilfsmittel zum Weissagen, als Kultsteine, zum Schutz und als Heilmittel verwendet.
Außerdem ist Stein einer der wichtigsten Rohstoffe zur Herstellung von Waffen, Behausungen, Gräbern und Kultstätten.

Erzählungen

Warum Usnechs Söhne das Land verließen

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Derdriu, die Traurige
(John Duncan, 1912)

 

Einst zechten die Ulter im Hause Fedlimids, des Geschichtenerzählers König Conchobars. Seine schwangere Frau bewirtete die Männer, als sie sich endlich zu Bett begeben wollte, schrie das Kind in ihrem Leib so laut, dass man es im ganzen Gehöft hörte. Sie befragte den Weisen Cathbad um Rat, der prophezeite ihr eine Tochter mit makellosem Äußeren, um die einstens Helden streiten und Könige werben würden und die großes Unheil über das Land bringen sollte. Ihr Name sollte Derdriu, das heißt die Tobende sein.

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Die Ulter wollten das Mädchen töten, doch Conchobar hieß sie das Mädchen zu ihm bringen, er wolle es nach seinem Willen erziehen und zur Frau nehmen. Also geschah es und Derdriu wuchs bei Conchobar auf und wurde das allerschönste Mädchen in Irland. Einsam wuchs sie auf, nur mit ihren Pflegeeltern und der Bardin Leborcham.

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Eines Winters geschah es nun, dass ihr Pflegevater im Schnee ein Kalb häutete, um es für sie zu braten. Sie sah einen Raben das Blut auf dem Schnee trinken und sprach, sie könne nur einen Mann lieben, mit Haaren wie der Rabe, Wangen wie das Blut und dem Leib wie der Schnee. Leborcham beriet sie, dass das nur Noisi, Usnechs Sohn sein könne.

Als sie ihm nun einmal allein begegnete, tat sie ihm ihre Zuneigung kund, doch aus Furcht vor der Prophezeiung lehnte er zunächst ab. Nach eingehender Beratung mit seinen Brüdern, beschlossen sie schließlich, mit Derdriu das Land zu verlassen. Immer auf der Flucht vor König Conchobar, traten sie endlich in die Dienste des Königs von Schottland. Als dessen Oberverwalter allerdings des Mädchens ansichtig wird und seinem Herrn von ihrer Schönheit berichtet, beginnt der König um Derdriu zu werben. Da das erfolglos bleibt, planen die Schotten die Ermordung der Söhne Usnechs, die aber fliehen können und fortan auf einer Insel des Meeres leben.

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Als er davon hörte, beschloss Conchobar, Milde walten zu lassen und sie zurück an seinen Hof zu bitten. Er sandte Bürgen, um ihnen sicheres Geleit zu gewährleisten. Es kam jedoch zu einem Verrat und nach dem folgenden Gemetzel wurde Derdriu gefesselt vor den König gebracht. Ein langer, schrecklicher Krieg begann.

Derdriu lebte ein Jahr bei Conchobar, in dieser Zeit lachte sie nicht, aß und schlief nicht. Auf seine Frage, was sie am meisten hasse, sagte sie, ihn und Eogan, den Mörder Noisis. Daraufhin gab er sie Eogan. Auf dem Weg zu dessen Burg fuhr der Karren an einem großen Felsen vorbei, an dem sie ihren Kopf zerschmetterte. So starb sie.

Warum Art der Einzige genannt wurde

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(Silberplakette um 75 v. Chr.)

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Eines Tages war Condla der Rote, Sohn von Conn Hundertkampf, an der Seite seines Vaters, als sich ihm eine Frau in einem wunderschönen Gewand näherte. Auf seine Frage, wo sie herkomme, entgegnete sie, dass sie aus der Anderswelt komme, wo es weder Tod noch Sünde gibt, wo man ohne Unterbrechung isst, ohne Speisen zuzubereiten und wo man stets in freundlicher Geselligkeit ohne Streit zusammenlebt. Man nenne ihr Volk die Side, da es in großem Frieden lebe.

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Conn konnte nicht erkennen, mit wem sein Sohn sich unterhielt, denn für ihn war die Frau unsichtbar. Sie sagte nun, dass sie Condla liebe, und dass er ihr in das Land des Lebens folgen solle, auf dass er nie altern und sterben würde. Conn rief nun seinen Druiden zu Hilfe, denn nach wie vor konnte niemand außer Condla die Side sehen, nur alle vernahmen ihre Stimme. Der Druide stimmte nun ein gewaltiges Lied an, das die Worte der Frau übertönte, so dass auch Condla sie schließlich nicht mehr sehen konnte; vorher jedoch gab sie ihm noch einen Apfel.

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Einen Monat lang nun verschmähte Condla jegliche Speise, bis auf den Apfel, der nicht abnahm, und seine Sehnsucht nach der Frau wurde immer größer. Er befand sich wiederum an der Seite seines Vaters auf dem Feld, als er abermals jene Frau auf sich zukommen sah. Sie lud ihn wiederum in die Hallen der Unsterblichen ein. Als Conn wiederum den Druiden rufen wollte, drohte sie ihm mit dem Gericht, das nach seinem Tode auf ihn warten würde, sollte er seinem Sohn diese Chance verwehren.

Noch zauderte Condla, doch seine Sehnsucht nach der Frau war stark, so dass er schließlich mit ihr ein gläsernes Schiff bestieg und davonfuhr. Niemand wusste, wohin, und er ward niemals wieder gesehen.

Während die Leute noch zusammenstanden und über den Vorfall sprachen, sahen sie Conns zweiten Sohn Art auf sich zukommen. „Jetzt ist Art der einzige", sagte Conn, "denn er hat keinen Bruder mehr." Und seither blieb der Name ihm.

Artus

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König Artus und die Ritter der Tafelrund
(E. Burne Jones, Gobelin, 1898-99)

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Die Sage um König Artus leitet sich von alten Keltischen Überlieferungen her ab, die erstmals von Geoffrey von Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae im 12. Jahrhundert so wie wir sie heute kennen nacherzählt wurde. Der vorher im 9. Jahrhundert bei dem Mönch Nannius erwähnte einfache „dux bellorum"(Feldherr), der im frühen 6.Jahrhundert den Eroberungsmarsch der Sachsen auf ein paar Jahrzehnte hinaus aufhielt, wird nun und für alle Dichter nach Geoffrey zum Mittelpunkt des großartigsten festländischen Sagenkreises werden, zum Vorbild des europäischen Fürsten schlechthin.

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Artus ist der Sohn des Königs Uther Pendragon und Ygraines, der Gattin des Herzogs von Cornwall, seine illegitime Zeugung ermöglicht durch Merlins Zauber. Gleich nach seiner Geburt trennt Merlin ihn von seinen Eltern und übergibt ihn einer Pflegefamilie, die ihn in Unkenntnis seiner wirklichen Herkunft aufwachsen lässt. Doch Merlin hat vorgesorgt. Nach Uthers frühem Tod zerfällt das Königreich, die Fürsten sind untereinander zerstritten und die alte Römische Kultur zerfallen. Neue Invasoren drohen: die Sachsen. Merlin erschafft das Schwert im Stein, das nur der zu ziehen imstande sein wird, der rechtmäßiger Herrscher von Britannien ist. So führen die Wege des Schicksals (und der alten Druiden) Artus in jungen Jahren auf den Thron. Ausgestattet mit seinem Zauberschwert Excalibur sammelt er eine Schar von Rittern um sich, die er an der von Merlin geschaffenen Tafelrunde vereint, um Britannien zu einen und zu verteidigen. Später heiratet er die wunderschöne Fürstentochter Gwenwhyfar, sie kann ihm jedoch keine Kinder schenken. Das Verhängnis beginnt, als Artus unwissentlich mit seiner Halbschwester Morgan Le Fay einen Sohn zeugt, Mordred. Die Ritter der Tafelrunde verschwören sich der Suche nach dem Heiligen Gral, zerfällt so, die übrigen Ritter werden entzweit durch Artus Sohn und der Affäre der Königin mit Lancelot vom See, dem ersten unter ihnen, Artus bestem Freund und rechter Hand. Schließlich kommt es zum „Bürgerkrieg", Mordreds Anhänger kämpfen gegen die Anhänger des Königs. In dieser grausamen Schlacht wird Mordred von Artus getötet, bringt diesem aber selbst noch eine tödliche Wunde bei. Der todwunde König wird daraufhin von drei Feen zur Insel Avalon gebracht, die in der Anderwelt liegt, von wo er der Sage nach wiederkehren wird, wenn sein Volk ihn am meisten braucht.

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Insgesamt bieten die Geschichten um König Artus und seine Ritter spannende Gefechte, Edelmut und Freundschaft, Ritterliche Tugenden, aber auch Verrat und Intrigen, Betrug und Missgunst und nicht zuletzt einen Hauch von Zauberei und Anderwelt, von Keltischen Traditionen, die in einer neueren Zeit überlebt haben. Liebe und Hass sind hier ebenso zuhause wie Zauberei. Die ganze Welt des Mittelalters breitet sich hier in den Erzählungen in einem bunten Teppich vor unseren Augen aus. Es lohnt sich, einen näheren Blick darauf zu werfen...

Wie alles begann I

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In uralter Zeit herrschte in Britannien König Vortiger. Er war das Oberhaupt des kriegerischen Stammes der Gewisseer, der im Südosten von Wales siedelte, klug und ehrgeizig und ein tapferer Krieger, und er hatte längst beschlossen, einst König von Britannien zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, war ihm jedes Mittel recht und als König Konstantin, der zehn Jahre regiert hatte, durch einen Piktendolch sein Ende fand, hielt er seine Zeit für gekommen. Er nutzte seine Einfluss zunächst, um Konstantins Sohn Konstans auf den Thron zu bringen, ließ diesen aber bald darauf ermorden. Um den Schein zu wahren, ließ er auch die Mörder aufspüren und köpfen, so war der Weg auf den Thron für ihn frei. Niemand wagte sich ihm zu widersetzen, wer es tat, lebte nicht lang.

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Einigen getreuen Rittern jedoch gelang es, die beiden jungen Brüder des ermordeten Königs übers Meer nach Kleinbritannien in Sicherheit zu bringen. Ihre Namen waren Aurelius Ambrosius und Uther.

Scheinbare Ruhe herrschte in Britannien, doch insgeheim begannen sich einige mächtige Grafen und Barone gegen Vortigers Willkürherrschaft aufzulehnen. Ihre Zahl wuchs, und Vortiger begann zu fürchten, dass er das gleiche Schicksal erleiden möchte, das er seinen Vorgängern selbst bereitet hatte. Und noch vor etwas anderem fürchtete er sich: der Anderwelt und ihren Geschöpfen. Zwar war das Christentum schon nach Britannien gekommen, doch der alte Glaube der Kelten war noch immer mächtig. Und gegen die dunklen Mächte gab es keinen Schutz! So versammelte er zwölf Weise um sich und befragte sie nach seiner Zukunft. Sie prophezeiten ihm einen Aufstand und so kam es auch, doch mit Hilfe der Sachsenführer Hengist und Horsa schlug er ihn nieder. Als Preis für diese Hilfe jedoch forderten die Sachsen die Grafschaft Kent. Doch das Land war in Aufruhr und blieb es auch. Vortiger wurde nach Wales vertrieben, wo ihm eine Prophezeiung sagte, dass er auf dem Berge Erith einen Turm bauen und sich darin einschließen solle. Vortigern nahm also das Vorhaben in Angriff.

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Auf dem Erithberg, der eigentlich nur ein merkwürdig geformter Hügel war, begann ein emsiges Treiben. Eine riesige Grube wurde ausgehoben, Felsblöcke für Grundmauern aufgeschichtet, schwere Balken herbeigeschleppt, Steine wurden behauen und zusammengefügt. Unbarmherzig wurden die Arbeiter angetrieben. Doch um die Mitte der dritten Nacht geschah etwas: ein furchtbares Getöse erhob sich, der Hügel erzitterte wie bei einem Erdbeben und die entsetzt herbeigeeilten Menschen sahen, dass die eben errichteten Grundmauern eingestürzt und in die Tiefen der Grube versunken waren. Drei Nächte hintereinander ging das nun so, was am Tage errichtet wurde, musste am nächsten Morgen erneut wieder aufgerichtet werden. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen! Irgendjemand oder Irgendetwas schien den Bau des Turmes, der den König retten sollte, verhindern zu wollen! Voller Verzweiflung berief Vortiger wieder seine Ratgeber zu sich, doch diesmal konnte niemand ihm helfen, bis endlich jemand auf die alte Tradition verwies, in einem solchen Falle, wo das Bauwerk nicht halten wollte, einen vaterlosen Jüngling in das Fundament mit einzumauern. Alle Anwesenden waren entsetzt, kannten doch alle dieses Relikt aus uralter heidnischer Vorzeit; doch sie alle wussten auch von dem jungen Mann, den niemand kannte und der an der Küste in der Hütte eines armen Fischers lebte. Niemand wusste, woher er gekommen war oder wer seine Eltern waren. Er war eben da und auf neugierige Fragen erhielt man nur die Antwort, dass die Mutter des Jungen eine Königstochter aus Demetien sei und er seinen Vater nicht kenne. 

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Der Name des jungen Mannes, der den Leuten so unheimlich und verschlossen vorkam, war Merlin. Irgendeinmal erfuhr er durch Zufall von den bösen Gerüchten, die sich um ihn rankten. Er lachte darüber, doch war es kein frohes Lachen, hatte er doch schon lange das Gefühl, dass etwas mit ihm anders sei als mit anderen Menschen, als sei da noch ein Fremder in ihm, der viel mehr als er über Vergangenheit und Zukunft wisse als er und der Dinge tun konnte, die von den anderen Menschen für Teufelswerk und Zauberei gehalten wurden. An diesen unglücklichen jungen Mann nun dachten die königlichen Ratgeber. Und der König dachte auch an ihn. Doch als Merlin vor Vortiger stand- ein fast unirdisch schöner Jüngling, schlank, hochgewachsen, mit langem schwarzen Haar, das in der Sonne wie Rabengefieder glänzte und Augen, die weder blau noch grau noch grün waren sondern alles zugleich und glitzernd wie Eis- war er kein Opfer, sondern erteilte Ratschläge. Bei einer Besichtigung der Turmruine hatte er die Ursache der Störung erkannt: zwei Drachen, die durch den Baulärm aufgeschreckt worden waren und begonnen hatten, miteinander zu kämpfen. Merlin empfahl nun, den unterirdischen See abzulassen, in dem die Drachen hausten und diese dann zu entfernen. So wurde es getan; doch auf die Frage woher er das alles gewusst habe, konnte er nur zur Antwort geben, dass er möglicherweise schon älter sei als diese Geschöpfe. Und hinter der glatten Oberfläche seines Gesichts wirkte er auf einmal sehr, sehr alt ...

Uther Pendragon
(Anonyme Illustration)

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Es geschah nach Merlins Rat: der unterirdische See wurde abgelassen und die toten Drachen herausgeschleift, so dass das Volk die mächtigen Kadaver bestaunen konnte, die dann später auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Der Bau des Turmes konnte nun ungestört in Angriff genommen werden.

Auf dem Wachtturm an der Ostküste aber saß Tag für Tag ein Wächter und hielt Ausschau nach den Schiffen, die Hengist und sein Heer übers Meer bringen sollten, und da es zur Zeit in Britannien ruhig blieb und niemand Vortiger in Wales angriff, schwand dessen Angst allmählich. Bald war auch der Turm fertiggestellt und sollte nun - reich mit Vorräten versehen - als sichere Zuflucht dienen.

Doch eines Tages erschien ganz plötzlich Merlin. Er kündete dem König die baldige Ankunft der Sachsen und prophezeite einen bevorstehenden Krieg, dann erinnerte er Vortiger an Uther und Aurelius Ambrosius, die, wie er sagte, ebenfalls in wenigen Tagen mit einem Heer an der Küste landen würden, um ihren Vater zu rächen und ihr Königreich zurückzuerobern.
Das bedeutete Krieg!

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Düster war Merlins Prophezeiung: Hengist werde nicht siegen, sondern sterben, aber andere würden kommen und den Kampf fortführen; Vortiger selbst solle sich vor Aurelius Ambrosius hüten und vor dem Feuer, sein Schicksal sei ungewiss.
Doch Merlin ahnte mit schrecklicher Gewissheit: er hatte Vortiger zum letzten Male gesehen. Zwei Tage darauf erreichten die feindlichen Brüder mit ihrem Heer die Südküste, und wiederum einen Tag später landeten die Sachsen an der Küste der Grafschaft Kent.

Der Krieg tobte den ganzen Sommer lang, danach lag die schreckliche Ruhe des Todes über dem verheerten Land. Viele waren gefallen, auch der Sachsenkönig, und nun wurde Aurelius Ambrosius als der ältere der beiden Brüder zum König ausgerufen. Er mühte sich redlich, die Ordnung im Lande wiederherzustellen und den Frieden zu sichern, doch war seine Zeit allzu kurz bemessen: einer der besiegten Sachsenführer verschaffte sich, als Mönch verkleidet, Zutritt zu ihm und vergiftete ihn.

Zu dieser Zeit ritt Uther mit kleinem Gefolge durch Wales, wo er an einem verbrannten Turm vorüberkam, von dem nur noch die Grundmauern und ein paar verkohlte Balken übriggeblieben waren. Auf einem Felsen in der Nähe saß ein Mann mit Haaren so schwarz wie Rabengefieder und Augen so hell wie das Wasser einer Quelle.

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Uther sprach ihn an und Merlin offenbarte ihm den Tod seines Bruders und dass er, Uther, nun König sei. Uther machte sich voller Trauer auf den Weg in die Hauptstadt, bat Merlin aber noch, ihn zu begleiten. Lächelnd lehnte Merlin ab. Doch sie sollten sich wieder sehen.

Aurelius Ambrosius wurde mit allen Königlichen Ehren bestattet, danach rief man Uther zum König aus und das Land begann allmählich zur Normalität zurückzukehren. Als nun das Osterfest nahte, ließ Uther die Ritterschaft und deren Damen zu einer Prunkvollen Krönungsfeierlichkeit in die Hauptstadt laden. Auf dem Höhepunkt des glanzvollen Festes nun ereignete sich ein seltsames Phänomen: gegen Mitternacht war es, als plötzlich hinter dem Horizont ein grelles Licht heraufzog, ein riesiger Stern, vor dem alle anderen ihren Schein verloren. Er begann mit großer Schnelligkeit über den Himmel zu ziehen und war von seltsamer Gestalt: er sah aus wie der Kopf eines Drachen, aus dessen Rachen zwei feurige Strahlen kamen; auch der Schweif und der gezackte Rücken schienen einem Drachen zu gehören und sieben Strahlen leuchteten nach verschiedenen Richtungen. So durchraste das glühende Ungeheuer die Himmelskuppel und verschwand westwärts hinter den Bergen. Die Nacht schien nun viel dunkler als zuvor.

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Erschrocken riefen die Menschen nach den Sterndeutern des Königs, doch wie durch Zauberei stand auf einmal Merlin hinter diesem und versprach, er werde Uther am nächsten Tag nach seiner Krönung die Bedeutung des Phänomens offenbaren. Ganz leise, unhörbar für die Umstehenden, flüsterte Merlin ihm noch ins Ohr: "Ich werde morgen nicht im Dom sein, wenn du gekrönt wirst. Mich dünkt, es stünde dem Sohn des Teufels übel an, die Messe zu hören. Gehab dich wohl, König Uther Pendragon!" Und während der König sich noch über diese seltsame Anrede wunderte, war Merlin schon wieder verschwunden.

Am nächsten Morgen fand die große Krönungsmesse im Dom statt, doch weder dort noch bei den anschließenden Feierlichkeiten und dem Festmahl ließ sich Merlin blicken. Doch vermisste ihn der König auch nicht sehr, denn ihm gegenüber an der Tafel saß Ygerne, die Frau des Herzogs Gorlois von Cornwall, und sie dünkte ihm die schönste Frau, der er je begegnet war. Er wusste im selben Augenblick, dass er sie liebte und nie eine andere als sie lieben würde.
Daraus konnte nichts Gutes entstehen, auch das wusste er...

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Als der König nun nach den Feierlichkeiten allein in seinen Räumen weilte, erschien auf einmal Merlin, um ihm die Himmelserscheinung des vorhergegangenen Abends zu deuten. Pendragon bedeutet Drachenhaupt, und er hatte den König so genannt, weil der Drache sein Zeichen war. Dessen Erscheinung am Vorabend der Krönung hatte bedeutet, dass Uther solange er leben würde, König des Reiches sein würde, über das der Drache hinweggezogen war. Die zwei Feuerzungen, die aus seinem Rachen gekommen waren, besagten, dass zwei aus seinem Geschlecht viele Feinde bekämpfen und sie besiegen würden: Uther und sein Sohn. Und die sieben Strahlen des Drachenschweifs zeigten an, welche Länder einst unter dieser Herrschaft zu Britannien gehören würden.

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Herrlich dünkten Uther Merlins Weissagungen über eine ruhmvolle Zukunft. Doch erst musste er Ygerne erlangen. So begann die Fehde zwischen König Uther und dem Herzog von Cornwall.

In aller Eile ließ der Herzog seine Burgen befestigen und mit Vorräten versehen; da er eine Entführung befürchtete, brachte er seine Gemahlin nach Tintagel, eine feste Burg an der Küste, an drei Seiten von Meer umschlossen und vom Lande her nur über einen schmalen Felsenpfad zu erreichen. Lang zog sich die Belagerung von des Herzogs befestigten Burgen hin und Uther erlitt viele Verluste. So ließ er nach Merlin schicken, ihn um Rat zu fragen und um Hilfe zu bitten.

Artus wird Merlin überreicht
(W. Hatterell, ca. 1910)

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Merlin versprach Uther auch die Frau Ygerne und die Eroberung der beiden Burgen des Herzogs, doch stelle er dafür eine Bedingung, die er Uther aber erst nach dem Erfolg verraten wolle. Der König sicherte ihm unbesehen alles zu, so froh war er, dass Merlin ihm helfen wollte, versprach auch alles zu tun, was dieser ihn heiße.

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Merlin offenbarte nun seinen Plan, den König in Verkleidung als Herzog Gorlois direkt in die feindliche Burg und das Ehebett seiner Herrin zu führen. Und so geschah es auch, ohne dass auch nur die Herzogin gemerkt hätte, dass sie nicht ihren heimgekehrten Gemahl, sondern einen Fremden umarmte. Doch in der Morgendämmerung kamen zwei erschöpfte Boten mit seltsamer Kunde: Herzog Gorlois sei in der Nacht bei der Belagerung seiner weit entfernten Burg erschlagen worden! Sofort eilte Merlin zu Ygernes Schlafgemach, den „Herzog" zu hastigem Aufbruch drängend. Er führte ihn also direkt aus der Burg, freilich nicht, ohne ihn vorher zurückverwandelt zu haben, sonst wäre Uther von seinen eigenen Mannen erschlagen worden! Als er selbst ritt er nun wieder zur Burg, die Übergabe von der Herrin, nun, da ihr Gemahl tot war und sie keinen Beschützer mehr besaß, zu fordern. Was hätte das arme Weib tun sollen? Sie flehte nur noch darum, für die Besiegten Gnade walten zu lassen. Uther sicherte ihr dieses zu, und schon nach drei Tagen sandte er Boten, die der trauernden Witwe in seinem Namen einen Heiratsantrag überbringen sollten. Und tatsächlich erhörte ihn, gegen alle Sitte, die Herzogin, so dass zwei Tage später die Hochzeit gefeiert wurde.

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Bei der Hochzeitsfeier wollte nun Uther endlich Merlins Bedingung für die erteilte Hilfe wissen, ihm gar eine Burg schenken. Doch Merlin forderte etwas ganz anderes: Uthers erstgeborenen Sohn.

Der König hatte keine Wahl, und als nach einigen Monden Frau Ygernes Zeit, nach sorgsam verheimlichter Schwangerschaft, wer hätte schon verstanden, dass Uther seinen Sohn fortgab, gekommen war, war auch sogleich Merlin zur Stelle, den Knaben mit sich zu nehmen; er wolle ihn einem Edelmann namens Ector, dessen Frau auch gerade ein Kind bekommen habe, zur Pflege übergeben, er solle aufgezogen werden, wie dessen eigener Sohn. Und so geschah es.

Parzival und die Gralssuche

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(Parzival, Martin Wiegand, 1934)

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Parzival, auch Perceval oder Parsifal genannt, war einer der bedeutendsten Ritter am Hof König Arthurs, nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Werdegangs, sondern vor allem auch wegen seiner Rolle bei der Suche bei der Suche nach dem Heiligen Gral. Zahlreiche bedeutende Autoren des Mittelalters befassten sich mit diesem Thema, unter anderem Chrétien de Troyes („Perceval", um 1150) und Wolfram von Eschenbach („Parzifal", um 1200).

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Parzival, von seiner Mutter in der Waldeinsamkeit aufgezogen, ist am Hofe Arthurs ein Außenseiter. Er kennt nicht die strikten Regeln, nach denen sich das Höfische Leben zu richten hat, weiß nichts vom Zusammenleben der Menschen und noch weniger von der Ritterlichkeit und ihren Idealen. Die ersten Ritter, denen er begegnet, hält er in seiner Torheit für Engel, lässt dann seine Mutter in der Einsamkeit zurück, um auch Ritter zu werden. Er trifft auf den Roten Ritter, erschlägt ihn ehrlos, nimmt ihm seine Rüstung, gelangt an den Königshof und dünkt sich einen Ritter. Langsam und schmerzhaft wird der Lernprozess sein, bis er sich dieses Ehrentitels zu Recht wird bedienen dürfen.

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Wie die meisten anderen Artusritter auch, geht Parzival irgendwann auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Nur die allerwenigsten gelangen auch nur in die Nähe, doch Parzival wird sogar in die Gralsburg eingeladen, wo er eine Prozession beobachten darf, in der verhüllte Jungfrauen einen lichtverschleierten, offensichtlich heiligen Gegenstand am kranken Gralskönig vorbeitragen. Doch wenn Parzival auch schon in vielen Dingen ein echter Ritter geworden ist, ihm fehlt der Edelmut und die geistige Reife, um die entscheidende mitleidige Frage zu stellen, und so wird er wieder aus der Burg ausgewiesen und der Fischerkönig bleibt unerlöst. Erst ein weiteres Umherirren durch die Welt wird Parzival würdig machen und sein zweiter Besuch auf Burg Carbonek erlöst Amfortas endlich und macht Parzival zum neuen Hüter der Gralsburg.

Soweit erzählt es die Legende. Doch was ist der Gral eigentlich, was bewirkt er, woher kommt er? Ähnlich wie nach der Gestalt des Königs Arthur oder Artus selbst, deren historisches Vorbild etwa im fünften Jahrhundert anzusiedeln ist, suchen Historiker auch heute noch, ähnlich wie damals die Ritter, nach dem Heiligen Gral. In der vorherrschenden, schon stark christianisierten Meinung, ist er das Gefäß, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl trank und das bei seiner Kreuzigung dazu benutzt wurde, das Blut aus seiner Seite aufzufangen. Dieser Kelch wurde dann von Joseph von Arimathäa, der Jesus sein Grabmal überlassen hatte, später mit nach Britannien gebracht, wo sich die Spur verliert. War dies vielleicht der geheimnisumwobene Schatz des Templerordens? Keiner weiß es. Oder war es vielleicht doch nur ein Keltisches Element der Artussage, der geheimnisvolle Kessel der Wiedergeburt? Wie immer die Antwort lauten mag, die Geschichte um den Gral hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Genauso wenig wie die eines jungen Ritters, der erst zum wahren Menschsein finden musste, um zu etwas Höherem berufen werden zu können.

Parzivals Jugend und Auszug in die Welt

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Sporen und Schwert werden als
Zeichen der Ritterschaft überreicht
(aus einer franz. Handschrift von 1463)

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Als Parzival als Sohn von König Gahmuret von Anschouwe und dessen Gemahlin Herzeloide geboren wird, ist sein Vater schon tot, gefallen durch Verrat im Morgenland. Die verwitwete Königin kann die Ländereien nicht zusammenhalten und als sie die Kunde erreicht, man trachte ihrem Sohn nach dem Leben, beschließt sie, ihn in einer abgelegenen Einöde großzuziehen, damit er in Frieden und Sicherheit aufwachsen könne, fern der Welt voll Falschheit und Kampf. Nur der alte Knappe ihres Mannes und einige wenige Edelfrauen begleiten sie. Sie alle müssen ihr einen Eid ablegen: niemals soll ihr Sohn von Ritterschaft, Kampf und Abenteuer erfahren, auf dass er für immer bei ihr bleiben würde und nicht wie sein Vater zugrunde gehen.

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Parzival wächst groß und stark heran, nach dem Willen seiner Mutter in völliger Unschuld und des Lebens außerhalb der kleinen Gemeinschaft nicht gewahr. Doch die Unschuld wird bedroht. Anhand von Jagdbeute lernt Parzival das Konzept des Todes kennen. Karrenspuren machen ihm deutlich, dass es irgendwo noch mehr geben muss als seine beschränkte kleine Welt. Von nun an ist er unruhig, doch fest entschlossen, seinem unbestimmten Freiheitsdrang zum Trotz, bei seiner Mutter zu bleiben.

Der Zufall macht seinen Entschluss zunichte, als ihm im Wald Ritter begegnen, die er in seiner Unwissenheit zunächst für Gott und seine Engel hält. Die Fremden erzählen ihm von König Artus, der ihm auch die Ritterschaft verleihen könne. Nichts hält ihn mehr: er muss fort! Die Königin lässt ihm zum Abschied ein Narrengewand machen, in der Hoffnung, er möge von allen ausgelacht werden und so bald zu ihr zurückkehren. Sie erzählt ihm nun auch von seiner Herkunft und gibt ihm die guten Ratschläge mit auf den Weg, ältere Männer zu ehren und edle Frauen mit einem Kuss zu begrüßen, auch solle er eventuelle Ringgaben dieser Frauen in hohen Ehren halten.

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Solcherart gut gerüstet, reitet Parzival nun auf einem uralten Klepper in die Welt hinaus.

Das erste, was Parzival erblickt, als er aus dem Wald kommt, ist ein großes purpurfarbenes Zelt mit goldenen Borten und einem flatternden Wimpel an der Spitze. Hinter diesem steht noch ein kleineres aus Leinwand. Neugierig betritt Parzival das prächtige Zelt und erblickt dort schlafend eine wunderschöne Frau. Eingedenk der Ratschläge seiner Mutter küsst er sie wach, um sie um einen Ring zu bitten. Sie hält ihn für nicht ganz richtig im Kopf, ist aber so überrumpelt, dass sie ihn bewirtet und ihm widerstandslos einen Ring und eine Brosche überlässt. Daraufhin reitet Parzival weiter. Als der eifersüchtige Ehemann der Herzogin zurückkehrt, bemerkt er den Verlust sowohl seines Abendessens als auch des Schmucks und schwört blutige Rache, bis er diese erlangt haben wird, wird die Herzogin alles Schmucks, aller schönen Kleider und aller Privilegien ihres Standes beraubt. So hat Parzival in aller Unschuld ein großes Unrecht angerichtet und zieht nun unbekümmert weiter in die Welt hinaus.

Der Kampf um König Arturs Becher

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Der Abend nähert sich schon in Stille, da hört er in einem Wald plötzlich ein Weinen. Der Stimme folgend, gelangt er an eine Lichtung, auf der offensichtlich ein Kampf stattgefunden hat; ein weinendes Mägdelein, in dem er alsbald seine Base Sigune erkennt, hält den Kopf eines toten Ritters in seinem Schoß, der im Zweikampf von Herzog Orilus besiegt worden ist. Parzival will sogleich zum Rächer werden, doch wird ihm dieses mit Hinweis auf seine Jugend und mangelnde Bewaffnung untersagt. Er reitet also fort und gelangt bald an eine elende Hütte, wo er um Nachtquartier bittet, was ihm aber verwehrt wird, woraufhin er die Spange der Herzogin als Bezahlung offeriert. Nun wird er eingelassen, erhält auch ein Nachtmahl und eine Schlafstelle, doch als er in der Nacht zufällig erwacht, belauscht er den Plan seiner freundlichen Gastgeber, ihn zu berauben und vereitelt nun freilich die Tat.

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Am nächsten Morgen setzt er unbehelligt seinen Weg nach Nantes fort. Und so sehr er sich schon an das Angegafftwerden gewöhnt hat- welch Wunder bei seinem Anblick im Narrengewande auf seinem elendigen Klepper- verdrießt es ihn dennoch arg.

Endlich ist die Stadt erreicht. Und welch ein Anblick, als er das Stadttor erreicht und just in dem Moment ein Ritter herausreitet, in rotem Harnisch, rotem Beingewand rotem Mantel, alles rot bis hin zu dem prächtigen Hengst! Hart zügelt der Ritter vor Parzival den Rotfuchs. Er hält einen goldenen Becher in der Hand, den er gerade eben in einem tollen Streich von des Königs Tafel entwendet habe, wie er stolz erzählt, Parzival bittend, als sein Bote zum König zu gehen und kundzutun, dass keine böse Absicht im Spiele gewesen sei, er, der Rote Ritter sei bereit, eine Zweikampf mit einem der Mannen des Königs um den Besitz des Goldenen Bechers auszutragen. Auch bittet er auszurichten, dass er keineswegs eine Beleidigung der Königin beabsichtigt hätte. Er verspricht Parzival für die Ausführung dieses Auftrages die Erfüllung eines Wunsches…

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Freilich wird der junge Held von den Wachen am Tor erst einmal abgewiesen, doch kommt ihm ein junger Knappe zu Hilfe: Iwanet, der Neffe der Königin Guinevere. So gelangt Parzival also endlich zum großen König Artus und seiner berühmten Tafelrunde! Nun will er nicht länger warten, er will auch endlich ein Ritter sein!

Er richtet also aus, was ihm der Rote Ritter aufgetragen, und trägt dann auch noch sein eigenes Anliegen vor. Und da Artus ihn bescheidet, ein Ritter brauche doch wenigsten Waffen und Rüstung, aber ablehnt, dem Roten Ritter einfach zu befehlen, die seinigen an Parzival abzutreten, bleibt nur noch der Weg, einen Ritter im Kampf zu besiegen, um der Eigentümer seiner Habe zu werden. So beschließt also Parzival, den Kampf um des Königs Becher aufzunehmen, um für sich Rüstung und Waffen des Roten Ritters zu erlangen.

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Freilich nimmt dieser den ungewöhnlichen Kämpen nicht ernst, wirft ihn mit dem stumpfen Ende der Lanze mühelos aus dem Sattel. Doch nun ist Parzival erbost, ohne weiteres Besinnen wirft er seinen Speer und trifft so unglücklich, dass der Ritter tot aus dem Sattel sinkt. Nun ist sein Wunsch erfüllt, Ross und Rüstung des Toten gehören rechtmäßig ihm. Doch warum fühlt sich alles auf einmal so falsch an?

Iwanet hilft nun, die Rüstung umzuschnallen, doch es wird ein merkwürdiges Unterfangen, da Parzival sich weigert, die von seiner Mutter geschneiderten Kleider abzulegen. So bittet er denn Iwanet, den Becher zum König zurückzubringen und reitet mit dem Narrengewand unter der edlen Rüstung auf seinem feurigen Hengst in die Welt hinaus…

Der Ritter Gurnemanz - Die Befreiung Konduiramur

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„Und nun willst du also ein Ritter sein, Parzival. Aber unter dem roten Samtmantel und dem glänzenden Harnisch trägst du noch immer das Torenkleid und darunter bist du noch immer nichts anderes als ein großer törichter Knabe. Du weißt es nur nicht."

Parzival reitet durch die Nacht, ohne Sinn und Ziel. Als es hell wird, merkt er, dass ihm überall mit Respekt Platz geschaffen wird; doch gilt dieser Respekt nicht ihm, sondern dem, der er in seiner Rüstung zu sein scheint.

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Wiederum gegen Abend nun gelangt er zur Burg des Ritters Gurnemanz, der ihn - obwohl befremdet ob des Fremden in so bekannter Rüstung - gastfreundlich aufnimmt. Und als Parzival seine Geschichte erst erzählt hat, wird er nun wirklich von dem freundlichen alten Ritter aufgenommen, der ihm eine höfische Ausbildung angedeihen lässt. Drei ganze Jahre wird diese Lehrzeit dauern. Und viel weise Ratschläge bekommt Parzival mit auf den Weg: er soll immer das rechte Maß halten, kühn sein, aber nicht wagemutig, nie Schwächere angreifen und den Besiegten Gnade gewähren, ohne sie zu demütigen, nicht geizig sein, aber auch nicht verschwenderisch, zu geringeren Leuten soll er freundlich sein, sich nicht mit liederlichem Volk einlassen. Auch soll er niemals Neugier zeigen, wenn er etwas sieht, das er nicht begreift und keine Fragen stellen. Das gelte als unhöfisches Benehmen. Dann soll er selbstverständlich den Unterdrückten und Verfolgten stets beistehen und den Frauen dienen, die dessen würdig sind, doch niemals ihr Knecht werden.

Diese und andere gute Ratschläge erhält Parzival in seiner Lehrzeit. Doch etwas Entscheidendes fehlt bei diesen Lehren, und daraus wird noch viel Leid entstehen. Noch vieles hätte er zu lernen, doch weiß er es immer noch nicht.

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So zieht Parzival also, in allen Ritterlichen Künsten und Tugenden wohl unterwiesen, in die Welt hinaus, Abenteuer zu bestehen. Er will Königin Konduiramur befreien, deren Stadt belagert wird von Klamide, dem Fürsten von Brandigan, welcher so ihre Einwilligung zur Hochzeit zu erzwingen hofft.

Bald erreicht Parzival auf seinem trefflichen Hengst die belagerte Stadt, allein, alles dünkt ihn seltsam friedlich für einen Krieg. Bald erfährt er auch den Grund: die Stadt soll nicht durch Kampf bezwungen, sondern ausgehungert und so die Königin zur Aufgabe gezwungen werden. Deshalb war unser Held auch nicht gehindert worden, sich der Stadt zu nähern; sollte er doch ruhig mit den Bewohnern dort verhungern!

Nun wird er also der Königin als ihr Kämpfer vorgestellt. Sie scheint ihm die schönste Frau zu sein, der er je begegnet ist, aber so traurig! Um so entschlossener zieht er in den Kampf. Zuerst besiegt er den Seneschall, der für seinen Herrn antritt; der muss sich ergeben und wird von Parzival zu König Artus geschickt, ihm von dem Sieg zu künden und der Hofdame Frau Cunnaware zu Diensten zu sein. Genauso ergeht es in der Folge den restlichen sechs Dienstmannen des Fürsten, der daraufhin am folgenden Tage nun selbst gegen Parzival antreten muss. Und auch ihm selbst ergeht es nicht besser: am folgenden Abend befindet er sich ebenfalls übel zugerichtet auf dem Weg zur Residenz König Artus` und in den Dienst an der Hofdame.

Die gerettete Königin Konduiramur aber ist Parzival so dankbar für ihre Rettung, dass sie ihn drei Monde später zum Manne nimmt.

Die Burg des Fischerkönigs

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Der Antiochia-Kelch, 500 Jhd., wurde
von vielen als der Heilige Gral verehrt

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Es verfließen aber die Monate der jungen Ehe und Parzival beginnt inmitten seines Glückes an seine Mutter zu denken, die noch immer in ihrer Waldeinsamkeit darbt. Nie wieder, seit er sie verlassen, hat er von ihr gehört, und so macht er sich denn auf, sie zu besuchen.

Da er vermeint, den Weg genau zu kennen, reitet er abseits der großen Straße, quer durch immer unwirtlicher werdendes Gelände, bis er endlich an ein Gewässer gelangt, in dem ein paar Männer - wohlhabende Ritter, will es ihm scheinen - recht lustlos ihre Netze zum fischen ausgeworfen haben. In einem der Boote sitzt ein kostbar gekleideter Ritter, doch scheint er krank; so bleich, so schwach, von so vielen Polstern gestützt sitzt er da.

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Parzival grüßt, empfängt herzlichsten Gegengruß; fast scheint es, man habe ihn erwartet, so seltsam sehen ihn die Männer an; irgendetwas scheint an ihm, dass verborgene Hoffnungen belebt. Er wird ob dieser unerklärlichen Haltung ihm gegenüber unwirsch, will nur noch nach langem Ritt zu einer gastlichen Herberge gelangen, wird aufs allerdringlichste mehrmals auf die nahe stehende Burg verwiesen; der Pförtner werde ihn aufs herzlichste empfangen, wenn er angibt, vom Fischer geschickt zu sein … und so geschieht es auch. Was bleibt ihm eine andere Wahl: weit und breit ist keine andere Nächtigungsmöglichkeit, doch beschließt er bei sich, am anderen Morgen diesen seltsamen Ort schnellstens zu verlassen, der ihm allmählich so unheimlich erscheint. Ist er wirklich noch in seiner Welt, oder ist er an einen gänzlich anderen Ort gelangt, an dem ihm unbekannte Gesetze herrschen mögen…?

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Er wird wie ein lang ersehnter Ehrengast behandelt, die Königin sendet ihm einen kostbaren Mantel als Geschenk, versehen mit dem gleichen Emblem, einer eingestickten silbernen Taube, das hier alle tragen, der König selbst, Amfortas, lässt ihn zum Abendessen bitten.

Parzival gelangt in einen reich und kostbar geschmückten Saal; und wahrhaftig: der Mann an der Stirnseite der Halle, der König, ist der Fischer, den er am Nachmittage getroffen! Er winkt Parzival zu sich, auf dem Weg durch die Halle verneigen sich alle Anwesenden tief vor ihm. Und wiederum ist Parzival verwirrt und verunsichert: was hat er getan, solche Ehren zu verdienen? Und auch der König grüßt ihn nun mit Freude und Ehrerbietigkeit…

Nun jedoch tritt jemand in den Saal, der so gar nicht in die allesbeherrschende Pracht zu passen scheint: ein Knappe ist es, der einen alten zerbeulten Harnisch trägt und in der Hand eine Lanze hält. Langsam schreitet er durch den Saal, gelangt zum Hochsitz des Königs; kurz zögert er vor Parzival, scheint auf etwas zu warten. Alle scheinen mit einem Male auf etwas zu warten. Parzival wirft einen Blick auf die Lanze: die Spitze ist gefärbt wie von getrocknetem Blut … aber was geht ihn das an?

Der Knappe schreitet vorbei.

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Durch eine andere Tür tritt nun ein Zug junger Mädchen in den Saal, immer zwei nebeneinander im gleichen weißen Gewand, Blumenkränze im Haar. Die ersten tragen einen Tisch mit elfenbeinernen Füßen und einer geschliffenen Platte, den sie vor dem Könige hinstellen, die nächsten stellen goldene Leuchter mit brennenden Kerzen darauf, wieder andere kristallene Trinkgefäße, goldene Schüsseln und allerlei kostbares Tischgerät. Zuletzt folgt eine wunderschöne Jungfrau in grünem Samtgewand, mit einer Krone auf dem Haupt, die etwas in den Händen hält, das Parzival nicht genau erkennen kann. Es sieht aus wie eine große glänzende Schale, von der ein überwältigendes Leuchten ausgeht.

Jeder im Saal hat nun die wunderbarsten Speisen vor sich, bis auf den König, vor dem nur ein Stück Brot liegt. Und noch immer ist nichts von einer fröhlichen Stimmung zu verspüren.

Die Hohe Königin trägt wortlos mit ihrem Gefolge den Gral wieder fort. Und für einen Augenblick erhascht Parzival, als er ihr durch die sich schließende Tür nachblickt, einen Blick auf ein kleines Gemach, in dem auf einem Ruhebett ein Greis mit langem weißen Haar schläft.

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Der Knappe im zerbeulten Harnisch bringt Parzival nun ein kostbares Schwert; dieses ist ein Geschenk von Amfortas. Er bedürfe dessen nicht mehr, da das Unheil über ihn gekommen sei.

Und auch dieses Geschenk nimmt Parzival fraglos hin, begibt sich dann zur Nachtruhe, aus der er am nächsten Morgen nach unruhigen Träumen erwacht und eine verlassene Burg vorfindet.

Nur fort von hier, fort von diesem unheimlichen, rätselhaften Ort so denkt er und flieht aus der Burg, so schnell ihn sein treues Ross trägt. Nur der alte Knappe zieht hinter ihm die Zugbrücke hoch und ruft ihm noch eine Verwünschung hinterher.

Keltische Poesie

Ich bin ein Baum

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Ich bin ein Baum mit vielen Blättern,
ein starker Stamm, der den Stürmen trotzt.
Meine Wurzeln wachsen in warmer Erde,
zum Himmel erhebt sich hoch meine Krone.

Ich war eine Weide am dunklen Gewässer,
lebte schon lange vor heutigen Leuten.
Trauer trug ich um tausend Geschlechter,
wuchs am Weiher weiter dennoch.

Bin eine Birke nun, blühend und jung.
Der Frühling färbt mich frisch und hell.
Weiß und wundlos wächst meine Rinde.
Zarte Zweige zeig ich dem Morgenlicht.

Bin schon bald eine Buche am Wege,
breite aus meine Arme nach allen Seiten.
In die Rinde geritzt trag ich manche Runen,
bin groß und grau und glatt nimmermehr.

Eine alte Eiche werde ich einmal sein.
Rauh und rissig rag ich empor.
Habe Wind und Wetter wohl überstanden,
bin hart und harzig, bis der Herbst mich entlaubt.

Ich bin ein Baum mit vielen Blättern,
ein starker Stamm, der den Stürmen trotzt.
Meine Wurzeln wachsen in warmer Erde,
zum Himmel erhebt sich hoch meine Krone.

Lied der Allmutter

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Ich bin die Mutter Erde, und du bist eines meiner Kinder,
entdecke, wer du bist, und suche dein göttliches Wesen.
Felsen und Stein, Ton und Torf - alle Schichten sind ein Teil von mir,
Juwelen und Kristalle, Edelsteine und Gold sind in meinem Herzen verborgen.
Kräuter und Blumen, Bäume und Sträucher, all das grünt auf mir,
Mosse und Pilze, Flechten und Weinreben, all das sieht man auf mir.
Pferde und Rinder, Schweine und Wild, Bären und und Löwen laufen auf mir,
Schlangen und Spinnen, Ratten und Schnecken, alle Kreaturen haben ihre Heimat auf mir.
Murmelnde Bäche und stille Quellen, rauschende Flüsse fließen auf mir.
Winzige Fische, mächtige Wale, heilige Lachse springen für mich,
Tintenfische und Haie, Krill und Krabben füllen das tiefe Wasser für mich.
Zaunkönige und Lerchen, Krähen und Schwalben füllen meine Himmel mit pfeilschnellem Flug,
Falken und Adler, Fledermäuse und Eulen fangen ihre Beute bei Tag und bei Nacht.
Kriechende Würmer und fliegende Füchse, wimmelnde Ameisen erfüllen ihr Leben im Einklang mit mir,
auf dem Weg der Natru, so, wie die Honigbienen meine Bienenstöcke versorgen.
Nur Menschen berauben ihresgleiche, plündern das Land, verschmutzen das Meer,
töten aus Spaß, zerstören die Wälder, lassen vergiftete Dämpfe im Wind aufsteigen.

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Ich werde leben, denn ich kann mich heilen, selbst wenn ihr Menschen sterbt,
aber du kannst lernen, wie Kinder es sollten, in Frieden unter dem Himmel zu wachsen.

Rauhreif in der Sonne

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Eiskristalle auf kahle Bäume gesteckt,
Von strahlender Sonne zum Leben erweckt,
Glitzernde Splitter in wirrem Gewimmel,
Fielen wie kleine Kristalle vom Himmel!

Ich schaute soviel Schönheit und Pracht,
Da hat mein Herz einen Salto gemacht!
Ich musste gleich meine Freude zeigen
Und tanzte mitten im Wald einen Reigen!

Ich sandte dieses Gefühl auf die Reise!
Wie war sein Echo? Laut oder leise?
Hat's eine Blume zum Blühen gebracht?
Hat's in der Wüste den Sandsturm entfacht?
War's in der Feenwelt ein Klingen?
Oder begannen Vögel zu singen?

Könnt' schwören, es hat einen Zwerg geweckt,
Der sich hinter dem Baume versteckt!
Er hat mir gewunken, der kleine Wicht!
Die ihr dies hört, ihr glaubt mir nicht?
Wenn ihr darüber auch spottet und lacht,
Mir hat dies Erlebnis Freude gebracht

Heimat

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Der Sturm peitscht die Wolken auseinander.
Blätter tanzen einen hysterisch und willenlosen Reigen.
Ein wütendes Heulen jammert durch das Gebälk.

Gänsehaut überflutet mich.
Mit jeder Faser meines Körpers
geniese ich das Aufbegehren der Natur.

Die alten Boote ächzen.
Sie wiegen sich schwerfällig in der Flut.
Die Möwen kreichen machtlos,
auch sie kommen nicht gegen die Wut an.
Das Schilf pfeift dazu
seine endlose, wehmütige Melodie.

Ich fühle, dass die Zeit gekommen ist
Wie in Trance erhebe ich mich.

Der Regen klatscht erbarmungslos auf die Scheiben.
Geisende Blitze hämmern auf die Erde ein.
Wütender Donner entfacht sein dröhnendes Inferno.

Langsam öffne ich die Tür, stelle mich der aufgewühlten Natur
Regen, Hagel und Orkan zerren an mir.
Zerren mich ins Freie, rufen mir zu.

Ich bin bereit.
Reise die Arme der Urgewalt entgegen.
"Hier bin ich!!!" versuche ich
das unzähmbare Getöse zu übertönen.
Plötzlich:

Das mächtige Krachen lässt mich herumwirbeln.
Die Eiche!!! Sie fällt---

Dunkelheit umgibt mich.
Ich lausche dem nun entfernten Aufbäumen der Natur.
Ich spüre das Licht und weiß,
ich bin endlich zu Hause...

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Keltische Weisheiten

Zu Beginn ein Schutzzauber aus dem 5. Jahrhundert, der dem hl. Patrick zugeschrieben wurde 

Ich beginne diesen Tag,

mit der Kraft der Himmel:

dem Licht der Sonne, dem Strahl des Mondes,

dem Glanz des Feuers,

der Eile des Blitzes,

der Schnelligkeit des Windes, der Tiefe des Meeres,

der Festigkeit der Erde,

der Standfestigkeit des Felsens.

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Ein Ausspruch des weisen Cadoc aus dem 6. Jhdt:

Bevor du sprichst, bedenke: erstens was du sagst, zweitens, warum du es sagst, drittens zu wem du es sagst, viertens von wem du es weißt, fünftens was du mit deinen Worten bewirkst, sechstens, welchen Vorteil das Gesagte bringen wird, und siebentens, wer deine Worte hören wird.

Lege daher jedes deiner Worte auf die Waagschale und prüfe sie auf diese sieben Arten, bevor du sie aussprichst: So wird niemals Unheil aus deiner Rede erwachsen.

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Ein Ausspruch aus dem 9.Jhdt

Meine Liebe ist wie eine Distel, eine Begierde voller Kraft und Leidenschaft, sie ist grenzenlos, ohne Ende, wie der Himmel:

Sie ist halsbrecherisch, sie ist atemberaubend, sie ist ein Kampf gegen einen Schatten, sie ist himmelstürmend, sie ist ein abenteuerlicher Wettlauf unter dem Meer,

Sie ist eine Liebe zu einem Schatten......

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Es gibt drei Seinszustände für beseelte Kreaturen:

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Der erste ist der von Annwfn (Tiefe), wo ihr Ursprung war.

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Der zweite ist der von Abred (Sein), den sie durchqueren müssen, um Erkenntnis zu erlangen.

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Der dritte ist der von Gwynfydd (Lichte Welt), worin sie alle aufgehen werden im schier grenzenlosen Anwachsen der Macht, der Erkenntnis und der Liebe, bis zur unendlichen Fülle.

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Llewelyd Sion 1560