auch:

Schachtelhalm, Zinnkraut, Pfeifenstiel, Hollpiepen, Katzenschwanz, Fuchszagel, Dubockkraut, Fegekraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Roßschwanz, Schaftelen, Scheuergras

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Botanischer Name

Equisetum arvense

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Verwendete Pflanzenteile

Sommertriebe

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Sammelzeit

Mai - Juli

Von Juni-August sammeln der grünen unfruchtbaren Sommerwedel. Ohne braune Flecken (Pilzbefall). Trocknen im Schatten. Müssen grün bleiben, missfarbige aussortieren!
Gute Schachtelhalme haben keine braunen Stellen; die braunen Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der betroffene Schachtelhalm leicht giftig ist!

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Inhaltsstoffe

große Mengen an Kieselsäure (ca. 15%), Saponine, Flavone, Kalzium, Kalium, Magnesium, weitere Spurenelemente , Flavonoide, Phenolsäuren, Alkaloide  und Sterine.

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Beschreibung

Der zu den farnartigen Gewächsen gehörende Ackerschachtelhalm ist entwicklungsgeschichtlich eine sehr alte Pflanze. Die Vermehrung erfolgt durch Sporen. Dazu treibt die einjährige Pflanze im Frühjahr fruchtbare, hellbraune bis rötliche Sprosse, im Sommer unfruchtbare, grüne Sprosse mit quirlig angeordneten Seitenästen.
Der Schachtelhalm wächst in Europa und Nordasien und ist weit verbreitet.

Er wächst auf Feldern, Wiesen, Äckern und Wegrändern. An feuchten Standorten kann der Ackerschachtelhalm leicht mit dem Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) verwechselt werden, der aufgrund seines Alkaloidgehaltes als giftig gilt.

Vor ca. 400 Millionen Jahren (im Palaeozoikum) war der Schachtelhalm baumgross und bevölkerte riesige Wälder zusammen mit Riesenfarnen und Moosen. Wie diese so hat auch der Schachtelhalm keine Blüten sondern vermehrt sich durch Sporen. Im Frühjahr ist der Schachtelhalm eine blassgelbliche stengelartige Pflanze, die nach kurzer Zeit verschwindet.
Später wachsen dann grüne Sommertriebe. 
Auf lehmigen Sandböden und Äckern finden wir die Schachtelhalme sehr häufig. Zeitig im Frühjahr sprießt ein gelbbrauner bleistiftähnlicher Stengel 15-20 cm aus dem Boden. Er trägt schuppige Quirle und an der Spitze einen schuppigen Knoten mit den Sporen, die vom Wind fortgetragen werden. Dann geht der Fruchttrieb ein, und an seiner Stelle erscheint ein hellgrüner Wedel, 20-35 cm hoch, der durch regelmäßige Quirle gebildet wird.

Aus der Grundachse, die tief im Boden überwintert, wächst eine meist einjährige Sprosse. Diese Sprosse trägt eine endständige Ähre. Nach der Sporenreife stirbt die Sprosse ab und der Wurzelstock treibt zahlreiche verzweigte Sprossen bis zu 40 cm in die Höhe.              

Diese Heilpflanze ist fast auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet und bevorzugt Lehm und Sandböden.


Frühlingstriebe

Im Frühling wachsen ca. 20 cm grosse blassgelbliche Stengel mit einer Sporenähre an der Spitze. Die Spitze enthält die Sporen, mit denen sich der Schachtelhalm fortpflanzt.

Der Stengel setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen, die ineinander verschachtelt sind, woher auch der Name Schachtelhalm kommt. Der Frühlingstrieb des Schachtelhalms enthält gar kein Chlorophyll und ernährt sich ausschliesslich aus seinem Wurzelgeflecht. Der Zweck des Frühlingstriebs ist ausschliesslich die Fortpflanzung. Nach der Fortpflanzung sterben die Frühlingstriebe ab.


Sommertriebe

Im Mai wachsen dann die grünen Sommertriebe, die 10 - 50 cm hoch werden.

Die Gestalt der Sommertriebe erinnert an kleine Nadelbäume; sie haben einen Stengel, von dem quirlförmig grüne "Zweiglein" abstehen.

Diese Stengel ersetzen die Blätter. Auch Blüten hat der Schachtelhalm nicht, weil er eine Sporenpflanze ist.

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Heilwirkung

Blasen- und Nierenleiden
Blutungen
Durchblutungsstörungen (lokale)
Frostbeulen
Hautleiden
Krampfadern
rheumatische Beschwerden
schwache Menstruation
Wassersucht
Wundheilung

 

Der Schachtelhalm enthält sehr viel Kieselsäure, was den Einsatz bei Nierenkrankheiten und Problemen des Bindegewebes begründet. Medizinisch verwendet werden die grünen Sprossen.

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Anwendungsbeispiele innerlich

Innerlich wird der Schachtelhalm vorwiegend als Tee eingesetzt.

Der Tee muss als Abkochung zubereitet werden und mindestens 20 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen löst.

Den Tee kann man verwenden, wenn man seinem Harnapparat oder seinem Bindegewbe etwas Gutes tun will.

Zur Blutstillung eignet sich am besten der frische Pressaft.

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Anwendungsbeispiele äußerlich

Äusserlich ist der Schachtelhalm als Voll-, Teilbad, Wickel oder Auflage geeignet. Dazu wird je nach Bedarf eine grössere Menge Tee gekocht.

Als Bad wird der Tee mit Wasser verdünnt. Für ein Vollbad muss man ca. 150 g Schachtelhalm rechnen.

Wickel und Auflagen, z.B. bei Ekzemen, Geschüren usw. werden in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen aufgelegt.

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Verwendung in der Küche

keine

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Sonstige Tipps

Wegen seines hohen Gehaltes an Kieselsäure wurde der Ackerschachtelhalm früher zum Putzen von Zinn verwendet, daher ist die Pflanze auch als Zinnkraut bekannt.
Eine Abkochung aus Ackerschachtelhalm (grünes Kraut) wird im Garten als Spritzmittel gegen Pilzbefall (z.B. Rost und Mehltau) verwendet.

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Warnhinweise

Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit

 

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