auch:

Aloe vera und viele andere Aloe-Arten

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Botanischer Name

Aloe barbadensis und viele andere Aloe-Arten

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Verwendete Pflanzenteile

Das Gel in den Blättern.
Bei Fertigprodukten wird häufig das gesamte Blatt verwendet. Dann enthält das Mittel auch das Harz (Aloin), das stark abführend ist.

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Sammelzeit

Alle wild wachsenden Aloe-Arten unterstehen dem Artenschutz!
Wenn die Blätter groß genug sind.

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Inhaltsstoffe

Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate (nur im Blattharz = Aloin)

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Beschreibung

In den letzten Jahren wurde die Aloe zum Wundermittel hochstilisiert und hat dadurch leider auch einiges an Ansehen verloren. Eigentlich ist die Aloe nämlich eine wunderbare Heilpflanze, die schon sei etwa 1930 in Mitteleuropa verwendet wird. In ihrer Heimat ist sie schon seit über 6.000 Jahren als Heilpflanze bekannt. Die Aloe wächst normalerweise in Wüstengegenden, ist in Mitteleuropa also nicht heimisch. Ursprünglich stammt Aloe wahrscheinlich aus dem Sudan und der arabischen Halbinsel. Heute findet man die Pflanze im gesamten südlichen Mittelmeergebiet, in Asien, Nordafrika und im Nahen Osten.

Das Gel, das in den Blättern gespeichert wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.

Obwohl die Aloe aussieht wie ein Kaktus, ist sie eine Lilien-Art. Es gibt ca. 500 verschiedene Aloe-Arten, sie wachsen jedoch alle ursprünglich in wüstenartigen Gegenden. Der Name "Aloe" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "bitter", denn die Schicht zwischen Blatt-Außenwand und Gel schmeckt bitter.

Die Pflanze hat meistens keinen Stamm und wächst mit bis zu 20 Blättern rosettenartig direkt aus dem Boden. Die Blätter werden bis zu 50 cm lang, sind dick und fleischig und etwa 6 cm breit.

Man kann die Aloe recht gut zuhause im Topf anbauen. In Baumärkten und Garten-Centern wird sie häufig angeboten (leider nicht ganz billig). Sie braucht sandigen Boden, der gut entwässert ist, weil sie ja eine Wüstenpflanze ist. Im Topf wachsend braucht die Aloe Schatten; ist also für den Anbau im Haus durchaus geeignet. Wenn die Blätter groß genug sind (bei Pflanzen über 2 Jahre alt), kann man sie bei Bedarf abschneiden. Es sollten jedoch immer mindestens 12 Blätter stehen bleiben, damit die Pflanze sich gut weiterentwickeln kann. Eine Pflanze kann dann bis zu 10 Jahre alt werden.

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Heilwirkung

Neuere, meist patentierte Herstellungsverfahren sollen die Herstellung eines Gels ermöglichen, das nahezu frei von Anthrachinonen ist. Das Gel enthält vor allem Wasser und Polysaccharide sowie andere Verbindungen, z.B. Salicylsäure, eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanz. Das Gel wird daher zur Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen, Verbrennungen und Sonnenbrand verwendet. In der Kosmetikindustrie wird das Gel vor allem als Feuchtigkeitsspender in Salben und Cremes eingesetzt.

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Anwendungsbeispiele innerlich

Innerlich nur das Gel:

Stärkung des Immunsystems, verschiedene Probleme des Magen-Darm-Traktes.

 

Innerlich mit dem Harz (mit Vorsicht zu genießen):

Verstopfung

 

Eingedickter Aloe-Saft:
Zur kurdauernden Behandlung der Obstipation (Verstopfung): Der Saft enthält Dihydroxyanthracenderivate, die stark stimulierend auf den Dickdarm wirken und die Darmpassage beschleunigen. Dadurch kommt es zu einer Hemmung der Rückresorption von Wasser und Elektrolyten. Die Wirkung tritt nach 10 bis 12 Stunden ein! Die Bedeutung der anthrachinonhaltigen Abführmittel ist heutzutage stark eingeschränkt und es gelten wie für die anderen anthrachinonhaltigen Pflanzen (z.B. Rhabarber, Faulbaum) spezielle Anwendungsbeschränkungen, da sie im Verdacht stehen, kanzerogene Wirkungen zu besitzen (s.Hinweise).

 

Zur innerlichen Anwendung werden meist Zubereitungen verwendet, die der Apothekenpflicht unterliegen. Die individuell richtige Dosis entspricht der Menge, die ausreicht, einen weich geformten Stuhl zu erhalten. Als Einzeldosis wird eine Menge entsprechend 10 mg Hydroxyanthracen-Derivate abends eingenommen. Die maximale Tagesdosis beträgt der Menge entsprechend 40 mg Hydroxyanthracen-Derivate.

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Anwendungsbeispiele äußerlich

Verbrennungen (Sonnenbrand)
schlecht heilende Wunden
Geschwüre
Insektenstiche
Ekzeme
Unreine Haut
Hautirritationen

Das Gel wird drei bis fünf mal täglich großzügig auf die Haut aufgetragen. Das Gel muss frisch zubereitet oder ein entsprechend stabilisiertes, im Handel erhältliches Präparat verwendet werden.

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Verwendung in der Küche

nichts bekannt

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Sonstige Tipps

Keine bekannt

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Warnhinweise

Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit oder während der Menstruation anwenden!

Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!

Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen , nicht anspricht!

Nicht in höheren Dosen oder länger als  eine Woche anwenden!


Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.

Bei anhaltender Verstopfung oder Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich! Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmittel (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Während der Behandlung kann eine Rotfärbung des Harns auftreten, die jedoch unbedenklich ist.


Gel:
Nicht während der ersten Wochen auf der Haut anwenden nach einer Dermabrasion oder chemischen Peeling!

Aloe Vera Gel sollte nicht innerlich angewendet werden, da die Wirksamkeit nicht belegt ist und es möglicherweise Anthrachinonverbindungen enthalten kann.

In Einzelfällen kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Personen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenüber Liliaceen-Arten bekannt ist, sollten Aloe Vera nicht anwenden.

 

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