auch:

Französische Artischocke
Grüne Artischocke
Kugelartischocke

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Botanischer Name

Cynara scolymus L.
Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae = Compositae)

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Verwendete Pflanzenteile

Von der Artischocke, die botanisch als Cynara scolymus bezeichnet wird, werden die Blätter, die Wurzeln und vereinzelt auch die Blütenknospen oder ein Presssaft aus den frischen Pflanzenteilen verwendet. In den geläufigen Arzneimitteln sind aber am häufigsten Trockenextrakte aus den frischen Artischockenblättern enthalten. Ein artischockenhaltiger Tee dagegen enthält meist die Artischockenwurzel.

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Sammelzeit

Nicht bekannt

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Inhaltsstoffe

In den Artischockenblättern und -wurzeln sind Bitterstoffe enthalten, von denen die Substanz Cynarin am bedeutsamsten ist.

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Beschreibung

Die Artischocke ist eine distelartige, ausdauernde Kulturpflanze mit fiederspaltigen Laubblättern. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr einen bis zu 2 m hohen Stängel mit Blütenköpfen. Vor dem Aufblühen geerntete Blütenköpfe werden wegen ihres fleischigen Blütenboden und der Hüllkelchblätter als Gemüse geschätzt. Unter günstigen Kulturbedingungen kann die Pflanze jedoch bereits im ersten Jahr eine Blüte hervorbringen.

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Heilwirkung

Cynarin steigert die Gallenabsonderung und hat auf die Leberzellen eine schützende Wirkung. Zusätzlich hat Cynarin eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel und führt zu einer Senkung der Blutfette. Daraus resultieren die Verwendung von Cynarin als Choleretikum und als regulierendes Mittel bei erhöhten Konzentrationen der Blutfette.

Die geläufigen artischockenhaltigen Arzneimittel enthalten aber nicht ausreichende Mengen an Cynarin, um einen therapeutischen Einsatz bei Hyperlipidämie, also einer Blutfetterhöhung, zu vertreten.

Die Anwendung der Artischocke erfolgt allgemein bei bestimmten Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden) und zwar vor allem, wenn diesen eine Störung des ableitenden Gallensystems zu Grunde liegt. Ferner wird die Artischocke traditionell zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt. In der Volksmedizin ist auch die Anwendung der Artischocke vorbeugend als Leberschutzmittel gebräuchlich.

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Anwendungsbeispiele innerlich

Extrakt:
300 bis 400 mg drei mal täglich eines Wasserauszugs aus frischer oder getrockneter Droge.
6 g getrocknete Blätter entsprechen etwa 30 g frischen Blättern

Tee:
ca. 2 g fein geschnittene, getrocknete Artischockenblätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Zur Appetitanregung drei mal täglich eine Tasse lauwarmen Tee vor den Mahlzeiten, zur Förderung der Verdauung nach den Mahlzeiten trinken.

Frischpflanzenpresssaft:
Entsprechend Gebrauchsinformation.

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Anwendungsbeispiele äußerlich

Keine bekannt

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Verwendung in der Küche

Artischocken dienen auch zur Herstellung verschiedener Liköre und Magenbitter.

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Sonstige Tipps

Keine bekannt

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Warnhinweise

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Korbblütler!

Nicht anwenden bei Verschluss der Gallenwege!

Bei Gallensteinleiden sollten Präparate aus Artischocken nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden, da u. U. Gallenkoliken ausgelöst werden könnten.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Aufgrund unzureichender Erfahrungen sollten Präparate aus Artischockenblättern nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren angewandt werden.
Der Genuss von Gemüse in lebensmittelüblichen Mengen erscheint jedoch unbedenklich.

 

Bei länger andauernden oder immer wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden!

 

Wechselwirkungen:
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Artischockenextrakte die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Mitteln vom Cumarintyp beeinflusst werden, so dass eine engmaschige Kontrolle durch den Arzt empfohlen wird.

 

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