auch:

Bitterfenchel
Fennekel
Fennichl
Fennkol
Finnkel
Süßfenchel

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Botanischer Name

Foeniculum vulgare
Familie: Doldengeächse (Apiaceae)

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Verwendete Pflanzenteile

samenähnliche Früchte
fleischige Knolle

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Sammelzeit

Sammeln der Spaltfrüchte im Herbst (September - Oktober). Reife braune Dolden abschneiden, Früchte abkämmen. Nachtrocknen im Schatten.

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Inhaltsstoffe

ätherisches Öl mit Anethol und Fenchon

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Beschreibung

Der Fenchel ist einer der attraktivsten Doldenblütler. Die verzweigte Staude wird in Gärten und in südlichen Lagen bis 2 m hoch. Aus einer derben Wurzel wächst der runde, feingerillte Röhrenstengel. Die Blättchen sind drei- bis vierfach fiederschnittig mit fast fadenförmigen Endaleschnitten von zartem Blaugrün, deren Stiele aus fleischigen Blattscheiden herauswachsen. Eine große Blütendolde, auch diese noch verästelt, trägt die kleinen unscheinbaren gelben Blüten, die von den Bienen und anderen Insekten häufig besucht werden. Die länglichrunden gerillten Samen, zunächst blaugrün, werden in der Reife grünbräunlich. Das ätherische Öl ist in den Samen am stärksten konzentriert. Der Gemüsefenchel, die schuppenartig verdickten Stengelschäfte, stammt von einer kultivierten Fenchelrasse und ist ein wunderbar aromatisches Wintergemüse, das auch roh gegessen wird.
 

Ursprünglich war der Fenchel im Mittelmeergebiet beheimatet. Allerdings findet man die Pflanze mittlerweile auch in Europa, Asien und in Teilen Südamerikas und in Afrika. Drogenimporte kommen aus China, Russland, Bulgarien, Ungarn und Ägypten.

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Heilwirkung

Bindehautentzündungen
Blähungen
Bronchitis
Husten
Lidrandentzündungen
Magenschmerzen
Verdauungsbeschwerden

Fenchelöl wirkt antibakteriell, löst Schleim und fördert den Auswurf. Es beeinflusst die Bewegungen des Magens und des Darmes und wirkt so appetitanregend, verdauungsfördernd und krampflösend. Fenchel wirkt milchtreibend, d.h. es steigert die Milchabsonderung bei stillenden Müttern.

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Anwendungsbeispiele innerlich

Seine samenähnlichen Früchte werden in der Heilkunde vor allem bei Husten und Blähungen eingesetzt.

Fenchelfrüchte sind häufig Bestandteil von Mitteln gegen Husten, Magen- und Darmmitteln (Karminativa, Abführmittel) und in Milchbildungstees enthalten. Zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen der Atemwege wird bei Kindern gerne Fenchelhonig eingesetzt. Auch gibt es viele Husten- und Halsbonbons mit Fenchel.
Das ätherische Öl verflüchtigt sich rasch in Teemischungen oder Filterbeuteln, wenn die Fenchelfrüchte bereits zerkleinert vorliegen. Man sollte daher entweder die Ganzdroge kurz vor der Zubereitung in einem Mörser anstoßen oder auf lösliche Instanttees zurückgreifen, denen das Öl mikroverkapselt zugesetzt wurde.

Tee:
Drei- bis fünfmal 1 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und ca. 5 Minuten ziehen lassen, abgießen.

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Anwendungsbeispiele äußerlich

keine

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Verwendung in der Küche

Die fleischige Knolle kann man als Gemüse essen. Beide haben diesen typischen Fenchelgeruch bzw. Geschmack, durch den der Fenchel bei einigen beliebt und bei anderen sehr unbeliebt ist.

Anwendung meist als Tee oder als Fenchelhonig besonders bei Kindern.

Tee:
1 - 2 Teelöffel Fenchelfrüchte (etwa 2 bis 5g) werden zerquetscht, mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und der Aufguss 10 bis 15 Minuten zugedeckt stehen gelassen. 2 bis 3 mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken.
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann der Teeaufguss auch zum Verdünnen von Milch oder Breinahrung gegeben werden.

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Sonstige Tipps

keine

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Warnhinweise

Das reine ätherische Fenchelöl sollte nicht in der Schwangerschaft oder in großen Mengen über längeren Zeitraum eingenommen werden.
 

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Fenchel!

Selten sind allergische Reaktionen auf Fenchel bekannt geworden. Personen mit Sellerieallergie können ebenfalls auf Fenchel reagieren.


Fenchelöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern anwenden!


Reines Fenchelöl kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern akute Atemnot und Erregungszustände hervorrufen. Die Anwendung von Tee, Fenchelhonig oder Präparaten mit ähnlich niedrigem Gehalt an ätherischen Öl ist jedoch unbedenklich.


Das Bundesinstitut für Risikobewertung (www.bgvv.de) empfiehlt, Gewürze und Kräutertees, die Estragol und/oder Methyleugenol enthalten, nicht in größeren Mengen über längere Zeiträume einzunehmen. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder und während Schwangerschaft und Stillzeit. Als Beispiele werden hier genannt: Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte.


Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist u. U. ein früher Arztbesuch ratsam.

 

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