auch:

Flohkraut
Heusamen
Psyllium
Sandwegerich
Strauchwegerich

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Botanischer Name

Plantago afra L. syn. P. psyllium L.
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

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Verwendete Pflanzenteile

Medizinisch verwendet werden die Samen vom Flohsamen oder Sandwegerich (P. indica syn P. arenaria).

Da die im Flohsamen enthaltenen Fette leicht ranzig werden, sollte zerkleinerter Flohsamen höchstens 24 Stunden aufbewahrt werden. Ferner muss der Samen vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden.

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Sammelzeit

unbekannt

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Inhaltsstoffe

Flohsamen enthalten wie auch der Indische Flohsamen (P. ovata) besonders in der Samenschale reichlich Schleimstoffe.

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Beschreibung

Flohsamen ist ein einjähriges, aufrecht wachsendes, niedriges Kraut mit schmalen, länglichen Blättern. In den oberen Blattachseln stehen die Blütenzweige und bilden als Blütenstand eine Ähre.
Die Heimat des Flohsamen ist der Mittelmeerraum und Westasien. Kultiviert wird der Flohsamen in Kuba, Indien, Israel, Japan, Pakistan, Spanien, Südbrasilien und in Russland.

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Heilwirkung

Flohsamen enthalten wie auch der Indische Flohsamen (P. ovata) besonders in der Samenschale reichlich Schleimstoffe, die bei Anwesenheit von Wasser stark quellen und werden daher bei Verstopfung (habituelle Obstipation) oder Erkrankungen, bei denen ein weicher Stuhl erwünscht ist, wie z.B. Hämorrhoiden, Analfissuren u. a. eingesetzt.

Die an der Oberfläche der Samen lokalisierten Schleimstoffe quellen bei Einnahme mit ausreichend Wasser auf und bewirken durch das vergrößerte Volumen eine Förderung der Darmtätigkeit sowie durch die stuhlerweichende Wirkung eine erleichterte Defäkation. Die Wirkung tritt nach 12 bis 24 Stunden ein, der maximale Effekt wird erst nach einer Einnahme von 2 bis 3 Tagen erreicht.

Die Gabe von Flohsamen bewirkt neben einer schwachen Cholesterin senkenden Wirkung auch eine langsamere Aufnahme von Zucker, was für Diabetiker von Bedeutung sein kann.

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Anwendungsbeispiele innerlich

Die Sachverständigen-Kommission E empfiehlt eine Tagesdosis von 10-30 g, die über den Tag verteilt eingenommen werden soll. Das bedeutet eine mehrmals tägliche Einnahme von einem Teelöffel (ca. 5 g) Flohsamen, der zuvor in ca. 100 ml Wasser vorgequollen wurde. Dabei sollen zusätzlich 1 bis 2 Gläser Wasser getrunken werden.

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Anwendungsbeispiele äußerlich

keine

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Verwendung in der Küche

keine

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Sonstige Tipps

In Deutschland sind vor allem Fertigarzneimittel mit den Indischen Flohsamen (P. ovata) zur Behandlung der Verstopfung im Handel.

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Warnhinweise

Nebenwirkungen

Wenn die Dosierungsanleitung mit der zusätzlich empfohlenen Flüssigkeitsmenge beachtet wird, werden in der Regel keine Nebenwirkungen beobachtet.

Wenn Flohsamen nicht mit einer ausreichenden Menge an Flüssigkeit eingenommen wird, kann es zu einer vorzeitigen Quellung kommen und damit zu einer Verstopfung des Rachenraumes oder der Speiseröhre mit einer Erstickungsgefahr.

Bei Auftreten von Brustschmerzen, Erbrechen oder Schluck- und Atembeschwerden nach Anwendung von Flohsamen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Zusätzlich gilt für Flohsamen: Vereinzelt werden allergische Reaktionen beobachtet.
 

Wechselwirkungen

Arzneimittel, die zu einer Hemmung der natürlichen Darmbewegung führen:

Arzneimittel, wie beispielsweise Loperamid, das gegen Durchfall gegeben wird, oder Opiumtinktur hemmen die natürliche Darmbewegung und dürfen daher nicht zusammen mit Flohsamen angewendet werden, da ansonsten ein Darmverschluss auftreten kann.

allgemein andere Arzneimittel, z. B. Eisen- oder Lithiumpräparate:

Während der Einnahme von Flohsamen kann es zu einer verminderten Aufnahme und damit zu einer herabgesetzten Wirkung anderer Arzneimittel kommen. Flohsamen sollte daher im Abstand von mindestens einer Stunde zu der Einnahme anderer Arzneimittel eingenommen werden.


Gegenanzeigen, Kontraindikationen

Bei einem Darmverschluss und bei krankhaften Verengungen der Speiseröhre und des Magen-Darm-Trakts darf Flohsamen nicht angewendet werden. Bei einem schwer einstellbaren Diabetes mellitus soll Flohsamen ebenfalls nicht eingenommen werden.

Für die Anwendung bei Kindern liegen keine Angaben vor.

 

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