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   Rund um das Osterfest gibt es, regional ganz unterschiedliche, 
   Bräuche, Sitten und Riten, teilweise christlichen, teilweise
   heidnischen Ursprungs.

   Ein paar sind hier nachzulesen.
 

 

 

Alpen Atwater Böhmen Bretagne
Flandern Hamburg Italien Lausitz
Ostfriesland Österreich Schweden Rumänien
Ostern Jüdische Wurzeln Jesus + Ostern Palmsonntag
Osterlamm Ratschen / Klappern Osterei Osterhase
Henne / Küken


in den Alpen
werden riesige Feuerräder aus Reisig mittels Balancierstangen von den Berggipfeln in die Täler gerollt

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Atwater, Kalifornien
In der Lutherischen Kirche von Atwater, California, wird vor Ostern ein etwa 2 Meter hohes Kreuz gebastelt. Das Holz für das Kreuz stammt vom Weihnachtsbaum, der auf Epiphanis abgeschmückt wurde und für diesen Zweck aufgehoben wurde. Am Ostermorgen vor dem Gottesdienst bringen die Kinder der Kirchengemeinde Blumen und schmü
cken damit das Kreuz. Es sieht immer fabelhaft aus!
Die Blumen, die übrig bleiben (und das sind immer 'ne Menge) kommen in Vasen und werden auf den Altar oder die Kirchenfenster gestellt. Viele Leute bringen Osterglocken, und die werden vor und hinter den Altar gestellt. Die Kirche ist Ostern immer ein Blumenmeer!
Die Stadt Merced (gleich neben Atwater) richtet es immer so ein, dass die Palmen die Woche vor Palmsonntag geschnitten werden. Die abgeschnittenen Zweige werden in einen Park auf einen Haufen geworfen, und dann von den Kirchenmitgliedern der umgebenen Gemeinden abgeholt. Die Kirchen werden dann mit riesengrossen Palmenzweigen geschmückt, und manche basteln noch kleinere Kreuze von den Blättern der Palmen, die dann vor dem Gottesdienst jedem mitgegeben werden.

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Böhmen
Dort durfte wegen der Hexengefahr Karfreitag kein Brot gebacken werden.

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Bretagne:
In der Bretagne werden Karfreitag Veilchen ausgesät - die Blumen der Göttin Persephone

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eine Geschichte aus Flandern

Ostern in Flandern, das ist, wie fast alles andere auch, gaaaanz anders als hier. Erstens ist selbstverständlich das Wetter immer sehr schön. Völlig klar. Das ist auch nötig, weil sonst die Glocken ...., aber davon später. Zweitens, Osterhase. Hahahaaa, da lachen ja die Hühner. Eierlegende Hasen. Wenn ich gehässig wäre, würde ich jetzt eine schräge Bemerkung über bestimmte Volksstämme machen, denen man alles mögliche weißmachen kann, aber das verkneife ich mir natürlich. Nee, also echt, wie KANN man nur an den Osterhasen glauben. Tsss tsss tsss.
Also, eigentlich bin ich immer so höflich gewesen, die hiesigen Eingeborenen in ihrem Hasenglauben zu lassen. Man will ja die Landesbräuche respektieren und so. Aber wenn man so formell dazu aufgefordert wird, an der öffentlichen Aufklärung mitzuwirken. Ja, dann kann ich mich freilich nicht länger bedeckt halten.

Nun, in Flandern weiß jedes Kind, jeder Erwachsene und jedes Tier, daß sich das mit den Ostereier völlig, aber dann auch wirklich VÖLLIG anders verhält. In Wirklichkeit ist das nämlich so:

Vielleicht ist schon mal einer von euch am-Hasen-Aberglauben-hängenden zu Karfreitagnachmittag in einen katholischen Gottesdienst gewesen. Jaja, freilich, die Protestantischen selbstverständlich nicht. Weil das sowieso Heiden sind und keine Ahnung von nichts haben. So habe ich das zumindest in meiner katholisch bestens beschützten Kindheit gründlich gelernt und also wird das wohl so sein. Vermutlich haben die deswegen auch das mit dem Osterhasen aufgebracht. Weil die eben nie an Karfreitag in eine katholische Kirche gehen und daher nicht bescheid wissen können. Vielleicht hat aber auch der Luzifer das mit den Calvin und den Luther ausgeheckt, pur um den Heiligen Vater Papst Weißnichtwie den soundsovielten an seinen Heiligen Stuhl oder auf was der immer sitzt herum zu sägen.

Jedenfalls, wenn einer sich doch einmal am Karfreitagnachmittag in eine katholische Kirche verirren würde, könnte er feststellen, daß von einem bestimmten Zeitpunkt an - um genau zu sein, von der Opfergabe an - die Meßdiener nicht mehr mit den üblichen Schellen oder Glöckchen bimmeln (was jeder Meßdiener an allen anderen Tagen des Jahres, nicht nur mit der gebotenen heiligen Inbrunst, sondern auch aus voller Kraft zu tun pflegt). Stattdessen hört man lediglich das klägliche klappern einer schlichten Holzrassel.

Nun, das Ertönen des ersten Klappern ist das Zeichen, auf das hin alle, ja restlos alle Glocken, Glöckchen, Bimmel und Klingel der Gemeinde, von der schwersten Kirchturmglocke bis zur hellsten Nonnenkloster-Tischbimmel, sich aufmachen, um unverzüglich und eiligst nach Rom zu fliegen. Weshalb man von dem Zeitpunkt an, bis zum ersten Bimmeln in der Osternachtsmesse in einer braven katholischen Gemeinde auch nicht das leiseste Klingen eines Glöckchens hören wird.
Wie..., bei euch ist das nicht so? Ich sagte ja auch "brave" Gemeinde! Weiter will ich nichts gesagt haben.

Ja, und was tun all diese Glocken und Bimmel wohl in Rom? Genau, genau: Ostereier abholen tun sie dort. Und zwar beim Papst höchst persönlich. Alldieweil es zu dem Papst seinen heiligsten und ehrenhaftesten Pflichten gehört, alle Glocken und Glöckchen der braven (ich sags ja!) katholischen Gemeinden reichlich mit Ostereier zu versehen. Wozu haben wir denn sonst so'n Papst, hè ? Glaubt ihr vielleicht, den halten wir uns zum Vergnügen, lästig wie der manchmal sein kann?

Ach jaaaa, jetzt höre ich sie schon kommen, all diese Ungläubigen, Heiden und Skeptiker, mit der hämischen Nachfrage, wo er sie denn wohl her hätte, der Papst, die Ostereier; von der Kirchensteuer bezahlt vielleicht? Aber das muß man ihnen nachsehen. Denn diese Naseweißchen können das freilich nicht wissen, daß der brave Katholik in Flandern seit seines Lebens keinen Sou (Groschen) Kirchensteuer zu zahlen hat. (Jezt könnte ich wieder so eine hämische Bemerkung darüber machen, welche Volksstämme sich unter welchen dümmlichen Ausreden von welchen dahergelaufenen Schwindlern wieviel Knete aus die Tasche ziehen lassen, aber ich muß es mir leider verkneifen.) Neeneenee, da werden keine Kirchengroschen für verschwendet. Es ist doch wohl allgemein bekannt, das die paar Cent, die unser Heilige Vater in mühseliger Kleinarbeit zusammengekratzt und sich unter persönlichen Entberungen vom Munde abgespart hat, ganz ausschließlich in die karge Ausbildung von zwei oder höchstens drei Katecheten für die arme Negerkinderchen in den Kongo investiert werden. Weil es der gute Heilige Vater einfach nicht mit ansehen kann, daß all diese arme Negerkinderchen ansonsten in das Fegefeuer oder schlimmeres kämen. So ist das nämlich! Ganz genau so ist das! Wirklich!

Um nun nochmal auf die Glocken und deren Eierfracht zurück zu kommen: Ganz klar werden die Ostereier, so in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag von den Engelchen im Himmel angefertigt, bzw. angemalt. Die haben in dieser Zeit sowieso nichts anderes zu tun. Und weil da eigentlich Fastenzeit ist und deshalb ziemlich mau mit der Himmelsküche, sind die natürlich ganz froh, wenn sie ab und an mal eines von den Eierchen stibitzen können, wenn gerade kein Seraphin hinschaut. Oder eben so tut als ob, denn so'n Seraphin ist doch auch kein Unmensch.

Der Transport vom Himmel nach Rom ist fast jedes Jahr ein ziemliches Problem. Der reguläre Fahrdienst zwischen Himmel und Erde ist, zwecks Vorbereitung der Osterfeierlichkeiten, in dieser Zeit ohnehin ausgebucht und fährt Überstunden bis zum Anschlag. Meist läuft es darauf hinaus, daß der Nikolaus sein Schlitten, notdürftig zusammengeschustert, wieder aus der Werkstatt geschleppt wird. Der sieht zu der Zeit zwar immer noch ziemlich lädiert aus, weil der Nikolaus (der, unter uns gesagt, ein miserabler Kutscher ist) mal wieder wie die gesengte Sau über die Dächer geschmiert ist. Aber wem kümmerts. Der Schlitten hat eine ausgezeichnete Federung und im hecktischen Osterwochengeschäft schaut da in Rom sowieso keiner so genau hin. Hauptsache die Eier sind da.

So, das haben wir so weit. Jetzt ist also der Papst dran mit umladen.Der muß ganz schön hinlangen, daß er rechtzeitig fertig wird, denn die Glocken haben ja noch einen weiten Weg zurück. Und er muß es auch noch ganz allein machen, denn die Fahrdienst-Engelchen dürfen nicht helfen. Ginge nicht, sich so zu bücken. Wegen den kurzen Hemdchen. Ein Glück das die ältere und erfahrenere Glocken sich ziemlich geschickt anstellen, beim sich voll machen lassen.

Jow, und dann nicht wie ab. Das müßtest du echt mal sehen. All diese schönen Glocken und Glöckchen, bis zum Rand voll mit den schönsten Eiern, in einer langen Reihe in Slalom zwischen den Wolken durch. Denn in einer Regenfront zu fliegen können sie nicht riskieren. Das gäbe ein schöne braune Soße. (Soll ich ....? Nee, lassen wir's.) Da muß freilich nicht an Raststätten hängen geblieben oder sonst wie herum getrödelt werden. Weil nämlich die empfindliche Fracht pünktlich in den jeweils vorgesehen Garten und zur exakt auf'm Bestellschein vermerkten Uhrzeit abgeliefert werden müssen. Wer fertig ist, darf wieder an seinen angestammten Platz. Daß da dann erst einmal in herzhaftem Creschendo gelautet, geklingelt und gebimmelt wird, das einem Hören und Sehen vergehen, brauche ich wohl kaum extra betonen.

Also, so ist das, also, wie sich das mit den Ostereiern in Wirklichkeit verhält. Vonwegen Osterhase!!!!

Ach ja, bevor ich's vergesse: Nicht daß ihr euch nun am Ostermorgen zum Fenster raushängt, um die Osterglocken beim Abbimmeln der Eier zu beobachten! Ingottesnamen, bloß nicht! Tu's nicht ! NEIN ! Wer nämlich just in dem Moment zum Fenster raus schaut, wo gerade die Osterglocken mit dem Abbimmeln der Ostereier beschäftigt sind, der bekommt für mindestens eine Ewigkeit und drei Tagen einen steifen Hals. Und daß DAS lästig ist, das könnt ihr euch wohl denken. Dieser Zauber hat nämlich dem Teufel seine Großmutter aus Rache hingehext, nachdem mal so'n freches Angelusglöckchen ihr ein etwas angedätschtes Ei in's Genick praktiziert hat. Na ja, die Glocken habe auch nicht immer so die tadellose Erziehung.... Also, wie gesagt: nicht aus dem Fenster schauen am Ostermorgen. Sonst ....... !

Tja, so ist das zu Ostern also Brauch in Flandern. Na ja, zumindest im großen und ganzen. Die Details kennt dort freilich auch nicht jeder. Wie auch. Die meisten sind viel zu sehr mit dem fressen der Ostereier beschäftigt, um nach den näheren Umstände dort in Rom zu fragen. Deinem Chef fragst du doch auch nicht, wie er zu der Knete kommt, mit der er das Personal bezahlt, oder. Und da wird beim öffnen der Lohntüte wohl auch nicht viel anderes gemurmelt werden, als bei uns beim reinschieben der Ostereier:
"Es hätten ruhig ein paar mehr sein können." Richtig?

Eine Frage bleibt zwangsläufig einstweilen noch ungeklärt. Und zwar die Frage, wie das eigentlich die Hühner aufgenommen haben, als sie mitgekriegt haben, wo die Ostereier herkommen. Eine zugegebenermaßen äußerst heikle Frage. Logo daß ich mich da eines Tages auch hinter geklemmt habe. Es war gar nicht so einfach, das heraus zu finden. Aber der gute Leo kennt da nix. Die Wahrheit geht ihm über alles. Da ist ihm keine Mühe zu viel. Allerdings ist dieser Aspekt der Angelegenheit doch etwas zu kompliziert, um die hier gleich auch noch dran zu hängen. Gelegentlich erzähle ich das auch mal. Soviel kann ich vorweg wohl verraten: Es gab ein Heidenspektakel und um ein Haar ...... Nee, das behalte ich nun doch für mich. Es wird nichts vorher ausgeplaudert.

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Hamburg:
In der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag werden in Hamburg entlang des Elbstroms Osterfeuer angezündet, die man sich bei einer Bootstour bequem anschauen kann.

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Italien:
Also im Tessin gibt es eigentlich keine Bräuche, ausser dem obligaten Osternest suchen im Garten. Viele verschenken die sogenannte Paloma di Pasqua = Ostertaube, das ist ein Kuchen mit getrockneten Früchten, vom Teig her dasselbe wie ein Gugelhupf. Ähnlich auch wie ein Panetone!
Mann oder Frau wünschen sich sich dort Buona Pasqua!!

noch einmal Italien:
Am 2. Osterfeiertag wird normalerweise eine jede Familie oder auch Freundesgruppe einen großen Ausflug mit Picknick machen- "Pasquetta" genannt. Dazu gibt es dann auch Torta di Pasquetta, ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat.

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Lausitz
VOM WALEIEN
Außer den Dänen im Norden Deutschlands gibt es im äußersten Südosten, in der Lausitz und im Spreewald noch eine weitere Minderheit- die Sorben.
Eine eigene Sprache, zweisprachige Orts- und Straßenschilder, sorbische Schulen, Kultur und wunderschöne Oster-Bräuche haben sich bis heute erhalten.
Neben dem traditionellen Osterreiten gibt es auch noch das Waleien, ein in meiner Kindheit noch oft gespielter Brauch, den ich jetzt bei meinen Kid`s auch wieder mobilisieren werde.
"Das Waleien (sorb. walkowanje) ist ein sorbischer Osterbrauch, der heute noch in einigen Dörfern des Bezirkes Cottbus gepflegt wird und dem ursprünglich ein Fruchtbarkeitszauber zugrunde liegt. Man glaubte früher nämlich, durch das Kullern von Eiern über Wiese und Feld im Frühjahr Wachstum und Gedeihen der Saaten günstig beeinflussen zu können. In den meisten Orten wird dazu eine kleine Grube mit abschüssiger Bahn ausgehoben, die bis 1,5 m breit und bis 3 m lang ist und am Ende des Gefälles eine Tiefe von etwa 30-40 cm hat.
In verschiedenen Gegenden der Niederlausitz trifft man auch eine andere Form der Waleien: eine mit viel Geschick errichtete Sandaufschüttung von verschiedener Form mit schiefer Ebene. Darauf sind oftmals - ebenfalls aus Sand - ornamentartige Hindernisse angebracht. Meist gab es mehrere "Waleien" in einem Ort. Solche "Waleien" dienten bis in die dreißiger Jahre z.T. auch Jugendlichen und Erwachsenen zur Geselligkeit wie z. B. in den sog. Spielbergen in Lübben (Spreewald).
Die Spielregel: Der erste Spieler legt ein Ei in die Grube. Der nachfolgende Spieler muß versuchen, mit seinem in die Grube kullernden Ei das erste Ei zu treffen. Verfehlt er es, so bleibt auch sein Ei dort liegen und der nächste Mitspieler ist an der Reihe.
Trifft er es, so darf er das getroffene Ei behalten und sein Ei wieder herausnehmen oder er bekommt – so ist es allgemein üblich – ein Geldstück oder ein Bonbon. Außerdem darf er das Spiel solange fortsetzen, bis es ihm mißlingt.
Da natürlich nicht alle Mitspieler treffen, sammeln sich oft mehrere Eier in der Grube an. Es kommt aber auch vor, daß ein Spieler mehrere Eier zugleich trifft, wofür er entsprechend honoriert wird.
Wenn alle Ostereier der Mitspielenden in der Grube liegen, beginnt das Spiel von Neuem. Um den Eifer der Kinder zu erhöhen, steckten die Erwachsenen oftmals kleine Münzen in die Bahn. Derjenige, der sie mit seinem Ei berührte, durfte sie an sich nehmen. "
Wir haben als Kinder dieses Spiel mit von uns selbst bemalten (hartgekochten!) Eiern auf einer normalen glatten, leicht abschüssigen Fläche gespielt. Die erspielten Eier wurden dann als Wegzehrung meist auf dem Nachhauseweg verspeist. Ein Ei in eine gewünschte Richtung zu kugeln ist ein ausgesprochen schönes Spiel!

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Ostfriesland:
auch hier werden Eier einen Abhang hinab gerollt

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Österreich:
Am Gründonnerstag (Antlaßtag) wird vermehrt Grünes gegessen (zB Spinat, Kräutersuppe). An diesem Tag gelegte Eier gelten als glücksbringend und unheilabwehrend (Antlaßeier);
Sehr verbreitet ist das Ratschengehen. Der Karfreitag (Feiertag für Evangelische) wird vielfach als Fasttag gehalten, um 15 Uhr wird auch in manchen öffentl. Bereichen eine Gedenkminute an den Tod Christi gehalten. In der Osternacht (auf Ostersonntag) findet die kirchl. Auferstehungsfeier statt, beginnend mit der Feuerweihe vor der Kirche. Häufig wird das Osterlicht auch nach Hause getragen. Osterfeuer auf den Bergen sind in den Bundesländern Kärnten., Steiermark., Tirol., Niederösterreich. und im Burgenland verbreitet.
Am Ostersonntag werden in der Kirche Speisen (Schinken, Eier, österliches Backwerk) geweiht. Am bekanntesten sind die vom "Osterhasen gelegten" gefärbten oder verzierten Ostereier, mit denen oft "gepeckt" wird (mit dem eig. Ei das des Gegners eindrücken). Kinder erhalten kleine Geschenke (Eier, Süßigkeiten), die meist "vom Osterhasen" versteckt werden. Am Ostermontag fanden früher oft Flurbegehungen ("Emmausgehen" in NÖ. und in der Stmk.) statt.
 

Schweden
In manchen Gegenden gehen Frauen, die noch ihren Liebsten erobern möchten, nachts heimlich an eine Quelle oder einem Fluß, um das Osterwasser zu holen. Wenn sie das Holen des Wassers schweigend vollbracht haben und es ihnen dann auch noch gelingt, den schlafenden Geliebten damit zu besprengen, ohne daß er es merkt, steht einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege.


In Deutschland besteht der Osterstrauss, den man sich zu Hause aufstellt, ja meistens aus frisch ausgetriebenen oder blühenden Zweigen. Leider gibt es in Schweden um diese Jahreszeit noch keine ausgetriebenen Zweige. Um aber trotzdem ein bisschen Farbe und Frühlingsgefühle in die Wohnung zu bringen, nimmt man kahle Zweige und befestigt knallbunt eingefärbte Federn daran. Sieht wirklich fröhlich aus, das Ganze! Den Brauch, an den Osterstrauss gefärbte Eier zu haengen, ist hier allerdings weitgehend unbekannt.

Rümänien
Nach langen schweren Wintertagen endet auch für das rumänisches Volk die Fastenzeit. Der Zweck der Fastenzeit ist nicht aber nur Fasten sondern auch die Suche nach dem spirituellen Lebensweg im Kampf gegen unsinnigen Leidenschaften und Sennsüchte. Es ist auch die Zeit in dem die Rumänen durch Reue und Gebet die Seele zu reinigen und das Gewisse vom Sünden zu befreien um sich zu vorbereiten die Hostie am Ostern gereinigt entgegen nehmen zu können. Das Rumänisches Volk hat immer die Orthodoxie tief gelebt. Ostern bedeutet nicht nur Ende der Fastenzeit und Auferstehung Jesus Christi sondern ist eine der bedeutendsten Christlich-Orthodoxen Feiertage. Ostern im Rumänien ist Ausdruck der Freude an den Traditionen getragen vom Gedanken nach der Fastenzeit demjenigen zu begegnen der für uns gelitten, gestorben und auferstanden ist.
Vom Palmsontag (Duminesca Floriilor= Blumensonntag)bis Ostern ist die Leidenswoche Christi, die aller schwerste Fastenzeit überhaupt wobei strenggläubige Orthodoxe Christen in dieser Woche nur von Brot und Wasser leben. Den Abendmahl vor der Auerstehung ist eine sehr arme Mahlzeit und besteht meistens aus Maisbrei oder trockenes Brot und 1 Glas Wein
Nach dem Abendessen versammeln sich in dem Kirchenhof junge Leute um die Kirchenglocken zu ziehen, Stunden lang klingeln zu lassen und so mit die Auferstehung Jesus zu verkünden. Es folg die Mitternachtsmesse. Die Gläubigen betreten die Kirchen nach Orthodoxe Ritual mit einer Kerze in der Hand um sich das Osterlicht zu holen. (Veniti de luati lumina..) läd der Priester die Gläubigen zum Osterlicht ein. Die Menschen bringen in die Kirche Körbe voller Ostereier, Pasca, Cozonaci (Napfkuchen), Wein, als Beweis der Dankbarkeit in Namen Gottes aber meistens für die Verstorbenen gedacht aber auch für ein gut gelungenes Jahr, für Verzeihung der Sünden , für Gutes in der Familie, für einer friedensvollen Zeit.
Nach der Mitternachtsmesse kehren die Gläubigen mit den angezündeten Kerzen in den Hand nach Hause in der Kreise der Familie, der Freunden, Bekanten, Verwandten heim.
Osternsonntag morgens wäscht man sich das Gesicht mit geweihtem Wasser, reibt die Stirn mit einem rot bemaltem Ei und klebt sich eine silberne Münze auf die Stirn als Bitte für Gesundheit, Wohlstand und Frieden.

Diese wunderschöne Beschreibung der rumänischen Ostern hat uns Otilia Lorelei Dragulescu geschrieben
Rübezahl bedankt sich sehr!

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Das deutsche Wort "Ostern"
Niemand weiß genau, woher unser Wort "Ostern" kommt. Vielleicht vom gallo-fränkischen Wort austro (Morgenrot), was an den Gottesdienst am Ostermorgen erinnern könnte.
Der Sprachwissenschaftler Alfred Bammesberger (Eichstätt) leitet es vom alten germanischen aus-tra (= mit/bei dem Schöpfen von Wasser) her und sieht darin eine Beziehung zur christlichen Tauffeier in der Osternacht.
 Früher wurde auch oft behauptet, Ostern sei nach dem Frühlingsfest einer germanischen Göttin Ostara benannt. Ein Irrtum, der auf den englischen Mönch Beda Venerabilis (+ 735) zurückgeht. Bisher konnte weder für ein germanisches Frühlingsfest noch für die Verehrung einer Ostara ein historischer Nachweis erbracht werden.

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Jüdische Wurzel
Das christliche Osterfest hat seine Wurzel nicht in der germanischen Welt, sondern im jüdischen Pessach (aramäisch und bibelgriechisch Pas:cha gesprochen), einem Fest, das von den Juden noch immer am 14. Tag des jüdischen Frühlingsmonats Nisan gefeiert wird. Das christliche Ostern wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlinsvollmond gefeiert (frühestens am 22. März, spätestens am 25. April). Es gibt Unterschiede zwischen west- und ostkirchlichen Kalendern. 

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Jesus und Ostern


Zur Zeit eines Pessach-Festes  (vermutlich am 14. Nisan / 7. April im Jahre 30 n. Chr.) wurde Jesus in Jerusalem gekreuzigt und, wie  seine ersten Jüngerinnen und Jünger  bezeugen, "von den Toten auferweckt ".
Die christliche Theologie bezeichnet Tod und Auferstehung Jesu deshalb als "Paschamysterium" (mysterium paschale). Im Lateinischen und in den meisten lebenden Sprachen wird der Name für das christliche Osterfest dem aramäischen Wort Pas:cha nachgebildet. (Aramäisch war die Muttersprache Jesu.) 


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Palmsonntag
Am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) feiert die katholische Kirche, dass Jesus, auf dem Rücken einer Eselin reitend, als "Friedenskönig" in die Stadt Jerusalem eingezogen ist. Damals - so erzählt die Bibel - jubelten ihm viele Menschen zu. "Sie nahmen Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen, und riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! "(Johannes 12,13)
In Erinnerung daran wird die Palmweihe vollzogen. In Jerusalem, in Rom und in südlichen Ländern werden Palmzweige und Olivenzweige gesegnet, in nördlichen Ländern müssen "Palmkätzchen" (Weidenkätzchen), "Segenbaum" (Buchsbaum) und andere Zweige als würdiger Ersatz dienen. Die geweihten Zweige gelten als Segenszeichen für Haus und Felder.
Rübezahl   hat selbst als Junge noch Weidenkätzchen gesammelt und dann mit Buchsbaumzweigen um bunten Krepppapier Palmzweige gebastelt. Diese Zweige wurden dann in der Kirche zu Palmsonntag geweiht und man brachte sie in der Nachbarschaft "an den Mann". Das war immer eine willkommene Taschengeldaufbesserung so kurz vor Ostern. Der Brauch wird heute noch bei mir zuhause gepflegt.

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Osterlamm
Seit Jahrtausenden ist das Schaf Symbol des Lebens. Es gibt Speise und Trank (Milch, Käse, Fleisch),  Kleidung, Boden (Teppich) und Dach (Zelt), es liefert Material für die Herstellung von Trommeln, Horn- und Saiteninstrumenten und "garantiert" als Opfertier gute Beziehungen zur Gottheit.
Im Volk Israel war (bis zur Zerstörung des Tempels 70 n. Chr.) das Lamm eine wichtige Opfergabe. Mit dem Jobel, dem Widderhorn, wurde zu großen Festen geblasen (von daher kommen unsere Worte Jubel und  Jubiläum), und  zum Pessach-Fest aß man im Familienkreis ein Lamm in Erinnerung an die Befreiung des Volkes aus der Sklaverei in Ägypten (vgl. Exodus 12,1-13,16). Beim Propheten Jesaja (53,7) wird das Lamm auch zum Symbol für den "leidenden Gottesknecht".
Im Neuen Testament wird Jesus selbst von Johannes dem Täufer "Lamm Gottes"  (Johannes 1,29 u. 36) genannt. Petrus (vgl. 1 Petrus 1,19) und Paulus (vgl. 1 Korinther 5,7) sehen in Jesus das wahre Paschalamm (Osterlamm). Sie wollen damit sagen: Jesus Christus ist für alle, die an ihn glauben, zum Inbegriff des Lebens geworden: Speise und Trank, Boden und Dach, Geborgenheit und Festesfreude, Freiheit und Versöhnung mit Gott.
Auch das letzte Buch der Bibel greift die Lamm-Symbolik noch einmal auf: Am Ende der Zeiten wird die "Hochzeit des Lammes" stattfinden, wenn Christus die erlöste Menschheit als seine "glückliche Braut" zu Gott heimführt (vgl. Offenbarung 19,9). Die scheinbare Niederlage des Gekreuzigten - so der Sinn dieses Hoffnungsbildes - wird sich am Ende als großer Sieg erweisen, weil die Liebe letztlich stärker ist als Gewalt und Tod. Gott  wird  zum ewigen Osterfest laden.

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Ratschen oder Klappern
In manchen, besonders ländlichen Gegenden ersetzt das Klappern oder das Ratschen (lautes Knattern mit einem Holzinstrument) von der Gründonnerstagsmesse bis zur Osternacht das Glockengeläut ("Die Glocken fliegen nach Rom und kommen erst zu Ostern zurück") .

Das ist bei mir daheim heute auch noch so. Ich war früher auch Messdiener und das war immer eine spannende Angelegenheit.

Gründonnerstag wurden bei uns im Dorf immer die Kirchenglocken abgestellt. Dann übernahmen die Messdiener das Morgen-, Mittags- und Abendgeläut und klapperten morgens um sechs, mittags um 12 und abends um sechs. Zwischendurch immer wieder mal um die Leute zu einer der zahlreichen Ostermessen oder Kreuzwege zu rufen. Dafür zogen wir am Karsamstag in jedes Haus, klapperten den Bewohner einen vor und bekamen eine Kleinigkeit, Geld oder ein paar verfrühte Ostereier. Noch eine Taschengeldaufbesserung vor Ostern.

Zur Auferstehungsmesse am Karsamstag werden die Glocken wieder angestellt und die Klapperjungs (heute auch Klappermädels) haben ein Jahr Pause.

 

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Osterei
"Wenn die Christen keine roten Eier mehr machen, geht die Welt unter!", heißt ein Spruch in Rumänien. Schon Jesus sieht im Ei, wie eines seiner Gleichnisworte bezeugt (Lukas 11,11f), eine gute Gabe. Der Brauch, am Osterfest Eier zu segnen, geht nachweislich bis ins 4. Jahrhundert zurück. Er ist kein germanischer, sondern ein christlicher Brauch. Er war in der ganzen alten Christenheit von Mesopotamien bis nach Spanien in Übung. Das Ei, schon in vorchristlicher Zeit ein Symbol für das erwachende Leben, wurde von den Christen als Sinnbild für die Auferstehung Jesu besonders geschätzt: Wie das Küken die Schale durchbricht, so kommt Jesus lebend aus dem Felsengrab.
Da in der Fastenzeit auf tierische Speisen verzichtet wurde, war das Ei, das man später auch bemalte (ova rubra = rote Eier) und verzierte, ein ersehntes Ostergeschenk. In manchen Gegenden galten Ostereier (und Hasen) auch als Zahlungsmittel (Zins, Pacht ...).
Eine Legende bringt das Ei sogar mit der Leidensgeschichte Jesu in Verbindung:
Maria Magdalena soll einen römischen Wachsoldaten mit einem Ei bestochen haben, um das Haus des Pilatus  betreten und am Prozess Jesu teilnehmen zu können.

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Osterhase
Die Herkunft des Osterhasen ist ungeklärt. Schriftlich erwähnt wird er das erste Mal um 1682. Vielleicht ist er eine unverstandene Umbildung aus dem Osterlamm (vgl. F. Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 21. Aufl. 1975, 526). Es ist allerdings bereits auf einem Sakramentarblatt zur Osterliturgie aus dem 12. Jahrhundert  die Initiale D mit einem Hasen geschmückt (Handschrift in der Bayrischen Staatsbibliothek München). Da der Hase keine Augenlider hat und "mit offenen Augen schläft", sehen manche in ihm auch ein Gleichnis für Christus, der, von den Toten auferstanden, nie mehr "entschläft", sondern über die Seinen wacht. Manchmal will man im Hasen wegen seiner Fruchtbarkeit ein Symbol des unzerstörbaren Lebens und damit einen Hinweis auf die Auferstehung sehen. (Eigentlich zeichnet sich das Kaninchen und nicht der Feldhase durch extreme Fruchtbarkeit aus.) Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339 -397) sah im Schneehasen, der seine Fellfarbe wechselt, ein Symbol für Verwandlung und Auferstehung. Andere altchristliche Texte vergleichen den Gläubigen, der bei Christus Zuflucht sucht, mit einem gejagten Hasen, der sich in den Bergen in Sicherheit bringt. In Byzanz soll der Hase ein Symbol für Christus gewesen sein.

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Henne, Küken
Hennen und Küken sind wohl wegen ihrer Beziehung zum Ei in das Osterbrauchtum geraten. Es lässt sich allerdings unschwer auch ein Bezug zu Jesus Christus herstellen, wie ein Mosaik in der Kirche "Dominus flevit" am Ölberg beweist (siehe Seitenanfang!). Die Bibel überliefert ein Wort, in dem Jesus sich selbst mit einer Henne vergleicht: "Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt, aber ihr habt nicht gewollt." (Matthäus 23,37; Lukas 13,3f).

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