Ostern ist bei uns ein Christliches Fest und die
  Geschichten um den Osterhasen & Co. nicht so zahlreich wie
  die um  Nikolaus´ Gefolgschaft.

  Aber ein paar gibt es doch.







 

Die Ostergeschichte nach Lukas

Der verfressene Osterhase

Das reimt sich - Gedichte





Die Ostergeschichte


Nach dem Evangelisten Johannes ( Johannes 20&21).

Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, daß der Stein vom Grab weg war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus liebhatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. Es liefen aber die zwei miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging in das Grab hinein und sieht die Leinentücher liegen, aber das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei den Leinentüchern liegen, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder heim.
 

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.
 

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlaßt, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
 

Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
 

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desgleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.
 

Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebhatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?
 


Die Ostergeschichte - Quelle: Johannes, Vers 20 und 21
 

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Der verfressene Osterhase

Es war einmal im Frühling, als die Osterhasen im geheimen Eierland gerade die Eier färbten, wie jedes Jahr. Und da war ein ganz geiziger und böser Hase: Der wollte den Kindern kein einziges Ei schenken. Dieser gemeine Hase hieß Tobi, aber die anderen Hasen nannten ihn einfach Geizi. Warum? Das könnt ihr euch ja denken. Der Geizi hatte gerade zugeschaut wie sein Freund Manni ein wunderschönes Muster auf ein Ei malte und als er damit fertig war, tat er es behutsam in den bunten Eierkorb, indem auch die Eier der anderen Hasen waren. Als Manni den Geizi bemerkte, sagte er: „ Willst du auch mal ein Ei bemalen? Das macht richtig Spaß und die Kinder werden sich bestimmt freuen.“ Doch wie der Geizi so ist, antwortete er kopfschüttelnd: „ Mal doch die Eier alleine an. Ich esse meine Eier lieber selber, anstatt diese an die Kinder zu verteilen!“ Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie sauer der Manni da war. Aber er tat so, als habe er nichts gehört und fing an, ein anderes Ei zu bemalen. Da ging der Geizi weiter. Und plötzlich hatte er eine ganz gemeine Idee: Er wollte die Eier von den anderen Osterhasen verstecken, damit kein einziges Kind ein Ei bekommen würde, und er alle Eier alleine
aufessen könne. Auf diesen Einfall war der Geizi so stolz, dass er diesen sogleich ausführen wollte. „Mann, bin ich schlau!“ murmelte er zufrieden vor sich hin. Und in der Nacht, als die anderen Hasen schliefen, schlich er sich an den Eierkorb und stahl alle Eier. Und am nächsten Tag hatte kein Hase mehr ein einziges Ei. „ Wo sind denn unsere Eier verschwunden?“ fragten die Hasen verwundert und die kleine Häsin Lilly schluchzte: „ Morgen ist doch Ostern! Was werden die Kinder nur denken?“ Und der Papa von Lilly beteuerte: „ Ich habe mir ja soviel Mühe gegeben!“ Doch der Manni wusste gleich, wer auf so eine gemeine Idee nur kommen konnte. „ Na warte! “ dachte er, als er sah wie der Geizi ganz unschuldig dreinschaute. Und am Abend, als der Geizi schlafen gegangen war, teilte der Manni seine Vermutung den anderen Hasen mit. Und die waren natürlich richtig wütend auf den Geizi. „ Wenn der Geizi Schuld ist, dann bekommt er aber diesmal wirklich eine Strafe.“meinte der Papa von der Lilly. Manni nickte zustimmend. Irgendwann reicht es jedem! Daraufhin schlichen alle Hasen in den Bau vom Geizi und entdeckten da alle ihre schönbemalten Eier. Erleichtert sammelten sie ihre Eier ein und überlegten sich dann eine Strafe für den Geizi, der da so friedlich in seinem Bett lag und mit seinem hinterlistigem Grinsen übers ganze Gesicht, die schönsten Träume zu haben schien. Und während sie sich berieten, hatte der Manni eine tolle Idee: Eine Geizifalle! Und sie suchten das Allergrößte Osterei und bliesen es aus und brachen es entzwei. Und dann beschmierten sie eine Hälfte mit Leim. 

Als nun der neugierige Geizi am nächsten Morgen erwachte und es neben seinem Bett sah, ging er nahe an das Osterei ran und guckte rein. Da kam ihm wieder so eine gemeine Idee: Er wollte in das Ei steigen und die Kinder erschrecken. Und so stieg er in das Ei. Da kamen plötzlich alle Hasen aus ihren verstecken und lachten. Der Geizi verstand erst gar nicht was los war, und wollte wieder hinaussteigen. Da bemerkte er, dass er klebte. „ Lasst mich raus! Ich klebe!“ bat der Geizi. „ Nein! Du hast nur immer
Gemeinheiten im Sinn. Du bleibst jetzt da drin! Da kannst du wenigstens kein Unheil mehr anrichten.“ Sagten die Hasen. Und dann hoppelten sie hinaus um für die Kinder ihre Eier zu verstecken. Doch der Manni blieb noch beim Geizi. „ Hey, Manni! Hilf mir doch!“ jammerte der Geizi. Doch der Manni sagte nur: „ Du musst jetzt vorläufig da drinnen bleiben, damit wir in Ruhe die Eier verstecken können! Das ist deine Strafe!“ „ Aber ich will raus!“ schimpfte der Geizi. „ Nein, du bleibst jetzt da drin, bis du ein
lieber Osterhase geworden bist.“rief der Manni und hoppelte davon. Was mit dem Geizi weiter passiert ist, weiß man nicht. Aber wenn er sich gebessert hat, kann man ihn vielleicht an Ostern in einer Eierhälfte hoppeln sehen, weil er den Kindern Eier verstecken muss, damit die Osterhasen ihn eines Tages wieder freilassen...

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"Ein Ostergedicht" von Heinz Ehrhardt

 

Wer ahnte,
dass zum Weihnachtsfest Cornelia mich sitzen lässt?
Das war noch nichts:
Zu Ostern jetzt hat sie mich abermals versetzt!
Nun freu ich mich auf Pfingsten –
nicht im geringsten!

 

"Frühlingslied" von Heinrich Heine

 

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute,
klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.

Zieh hinaus bis an das Haus,
wo die Veilchen sprießen.
Wenn Du eine Rose schaust,
sag, ich lass sie grüßen.

 

"Das Osterei" von Hoffmann von Fallersleben
 

Hei, juchhei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt, endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! Dort ein Ei!

Bald sind's zwei und drei! Wer nicht blind, der gewinnt einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau kommen bald zur Schau.
Und ich sag' s, es bleibt dabei, gern such ich ein Osterei.
Zu gering ist kein Ding, selbst kein Pfifferling

 

"Ostern" von Ferdinand von Saar

 

Ja, der Winter ging zur Neige,
holder Frühling kommt herbei,
Lieblich schwanken Birkenzweige,
und es glänzt das rote Ei.

Schimmernd wehn die Kirchenfahnen
bei der Glocken Feierklang,
und auf oft betretnen Bahnen
nimmt der Umzug seinen Gang.

Nach dem dumpfen Grabchorale
tönt das Auferstehungslied,
und empor im Himmelsstrahle schwebt er,
der am Kreuz verschied.

So zum schönsten der Symbole
wird das frohe Osterfest,
daß der Mensch sich Glauben hole,
wenn ihn Mut und Kraft verläßt.

Jedes Herz, das Leid getroffen,
fühlt von Anfang sich durchweht,
daß sein Sehnen und sein Hoffen
immer wieder aufersteht.

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