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Nun ist es das 17. Mal, dass Rübezahl  die  "Weihnachtsseite" online stellt. Siebzehn Jahre und insgesamt 21 Jahre Rübezahl Seite. Wir haben eine ganz schön lange Zeit miteinander verbracht. Eine schöne und bewegte Zeit, in der wir uns alle entwickelt, uns alle verändert haben. Auch dieses Jahr ist es mir wichtig, trotz aller Betriebsamkeit, dem Geist der Weihnacht gebührenden Raum zu geben. Vielleicht findet Ihr auch etwas Zeit zum Innehalten und zum inneren Frieden.

Wie jedes Jahr auch eine Zeit, um einen Blick zurück zu werfen und wie jedes Jahr, so hatte auch dieses viele gute und manchmal weniger gute Phasen. Beides anzunehmen ist die Kunst und zu versuchen aus beidem zu lernen. Ich habe noch mehr in Sachen Geduld lernen dürfen, von Menschen, die ich eigentlich meinte lehren zu müssen, habe erfahren dürfen, dass man bedingungslos gebraucht und geliebt werden kann. Klingt mysteriös und ist es ganz sicher auch, denn die Menschen, die mich dieses Jahr am reichsten beschenkt und gelehrt haben sind mal wieder meine Kinder. Das Jahr selbst verging ansonsten wie im Fluge. Mit der Gesundheit ging es bergauf und bergab, Probleme und deren Lösungen kamen um die Ecke, von denen man nicht einmal geahnt hatte, Ich durfte alte Freunde wieder sehen und freue mich schon jetzt auf das neue Jahr, das noch im Nebel vor uns liegt und doch schon Alles für uns bereit hält.
Aber ich will Euch nicht mit meinen "Erkenntnissen" langweilen, denn jede/r macht seine eigenen Erfahrungen und jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag hält neue Erfahrungen und Herausforderungen für uns bereit. Wie habe ich es in einem Kinderlied gehört? "Jeder Tag hat eine Wunderminute!" Haltet Herzen und Augen jeden Tag für diese Minute offen, geniest die kommende Zeit, nutzt diese besondere Jahreszeit Freundschaften zu pflegen, Altes und Unwichtiges aus dem Weg zu räumen und sich auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren... die Menschen um Euch herum. So gelingt es uns vielleicht, uns auf das Wesentliche dieses Festes einzustimmen - Christi Geburt mit Allem, was es damals und heute für uns Menschen symbolisieren soll. Nach wie vor denke ich, dass Vieles im Leben mit Glaube zu tun hat. Mit dem Glauben an Freundschaft, mit dem Glauben an die Liebe, mit dem Glauben an sich und vielleicht mit dem Glauben, dass Alles so richtig ist wie es ist. Ich denke an Manches aus dem Jahr 2017 gerne zurück und freue mich über die  Menschen an meiner Seite, die mich spüren lassen, dass Zuneigung, Liebe, Freundschaft wichtiger sind als Alles, was man mit Geld kaufen kann und bedauere, was dieses Jahr durch mich bewusst oder unbewusst schief gegangen ist.
Weihnachten ist so oder so eine gute Zeit und für 2018 wünsche ich uns Allen  von Herzen Gesundheit, Zufriedenheit und Menschen, die uns mit reinem Herzen begleiten und... das wir solche Menschen für andere sein können. So denke ich noch ein wenig an die  vergangenen Monate, die Begegnungen aber auch die schmerzhaften Verluste (hallo Paco), die Wiedersehen und die Abschiede. Ich wünsche uns allen, dass wir dem Positivem 2018 genügend Raum geben, Neues wagen und lernen, mit dem Negativen richtig umzugehen.
Worauf ich mich dieses Jahr freue? Auf ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest mit den mir wichtigsten drei Menschen, meiner Frau, meiner Tochter und meinem Sohn, die mir bewusst und unbewusst soviel geben und mich tragen. Meinem besten Freund wünsche ich von Herzen körperliche und seelische Genesung - er hat es verdient. Ich gebe also wie jedes Jahr dem Geist der diesjährigen Weihnacht eine Chance und bin gespannt, was mich erwartet.

Euch allen wünsche ich ein friedvolles Weihnachten und für das neue Jahr von Herzen nur das Beste.
Passt auf Euch auf - wo immer Ihr seit!             

gesegnete Weihnachten Euer Rübezahl
 

Feuerzangenbowle

Weihnachtsleckereien

Weihnachtsbräuche

Geschichten

Da wird einem warm und wohlig im Kopf, im Bauch
und überhaupt.

mnjam mnjam ohne Kokosraspel

Wie feiert man eigentlich woanders Weihnachten oder welche besonderen Bräuche gibt es bei uns?

Zu Weihnachten darf man auch mal kitschig sein.

       
Feuerzangenbowle / Krambamboli
 

Es ist das romantische Getränk der kalten Jahreszeit: die Feuerzangenbowle und ich denke wer Zeit und Lust hat wird in einer illusteren Runde in der Weihnachtszeit viel Spaß mit diesem Getränk haben.
Eigentlich ist sie ein Punschgetränk, das schon vor 200 Jahren als "Krambamboli" bekannt war.
Welche Wirkung die heiße Mischung aus Rum, Rotwein und Zuckerhut haben kann, wissen Filmfans spätestens seit dem gleichnamigen Streifen: Heinz Rühmann alias Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer holt nach dem Genuss der Bowle die Zeit an einer "öffentlichen Lehranstalt" nach - verkleidet als Schüler.

 

Um die so belebende Bowle nachmachen zu können, reicht schon ein Kochtopf, eine Kelle und ein feuerfestes Sieb, auf das man den Zuckerhut legen kann. Schöner ist ein Kupferkessel mit Feuerzange und langer Kelle für den Alkohol. Die Zubereitung ist einfacher als vielfach vermutet wird:

Zutaten für 8 Personen:

  • 4 Flaschen trockenen Rotwein
  • 1 Flasche Rum (54 %)
  • je 2 unbehandelte Zitronen und Orangen
  • 3 Zimtstangen
  • 3-4 Gewürznelken
  • 1 Zuckerhut (250g)

Zubereitung:

Die Zitronen und Orangen heiß abwaschen und die Schale in dünnen Spalten abschälen. Zimtstangen und Gewürznelken in den Top geben.
Den Rum leicht erwärmen.
Den Rotwein zusammen mit den Schalen und Gewürzen am stilvollsten in einem feuerfesten Kupfertopf erhitzen, aber nicht kochen
.

 

 




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Den Zuckerhut auf eine Feuerzange über den Topf legen, mit Rum beträufeln und anzünden. Ehe die Flamme verlöscht, mit einer Schöpfkelle Rum nachgießen.
Ist der Zucker vollständig in die Bowle getropft, Schalen, Zimtstangen und Gewürznelken entfernen.
Die Feuerzangenbowle in Tee- oder Punschgläsern servieren.

                                                    Rübezahl wünscht viel Spaß beim nachkochen und verköstigen.

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Weihnachtsbräuche

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in....

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Weihnachten in Europa

Italien - Die fliegende Hexe
Kinder in Italien werden am 6. Jänner beschenkt, an dem die gute Hexe, "La Befana" auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und braven Kindern Geschenke bringt, bösen allerdings nur Kohlestücke. La Befana soll sich der Legende nach zu spät auf den Weg zur Krippe aufgemacht haben und verpasste den Stern. Seitdem irrt sie auf der Suche nach dem Christkind umher und hinterlässt in jedem Haus Geschenke, in der Hoffnung, dort das Christkind zu finden.
Die italienische Weihnachtszeit beginnt am 6. Dezember mit San Nicola, der allerdings nicht wie in Deutschland oder Österreich persönlich in Erscheinung tritt, sondern seine Geschenke nur an die Tür des Schlafzimmers hängt.
Nicht der Weihnachtsbaum, sondern eine besonders prachtvolle Krippe –"presepio" – ist der Mittelpunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten. Heilig Abend findet eine Art Familienlotterie statt, in der jedes Familienmitglied die Nummer seines Geschenkes zieht. Erst am 25. Dezember wird die Geburt Christi –Il Bambinello Gesu – gefeiert.
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Frankreich - Zu Weihnachten wird geschlemmt
"La Reveillon" ist der französische Weihnachtsschmaus am 25. Dezember, der den Höhepunkt der Festlichkeiten darstellt. Die besondere französische Färbung erhält es durch "Buche de Noel", einer Schokoladen- Biskuitrolle und "Foie Gras", auch als Gänsestopfleber bekannt.
Der Heilige Abend selbst wird keineswegs besinnlich gefeiert, sondern mit opulentem Essen in Restaurants und ausgelassenem Tanzen.
Einst lieferte Saint Nicolas den Kindern die Geschenke am 6. Dezember, wurde aber von Pere Noel abgelöst, der in der Nacht vom 24. Dez. auf den 25.Dez auftritt.

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Spanien - Der Auftritt des Köhlers
Die Adventszeit in Spanien ist eine sehr besinnliche und ruhige Zeit. Erst in der Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner, der auch hier das Ende der Weihnachtszeit bedeutet, wird ordentlich gefeiert. Der Auftritt des Köhlers - olentzero- der auf den Schultern der Einwohner in die Dörfer getragen wird, ist einer der wichtigsten traditionellen Bräuche, die in Spanien nicht fehlen dürfen. Beim Fest der Meßdiener – Fiesta de Loco – wird ein Junge als Bischof verkleidet und spielt diesen einen gesamten Tag lang. Zwischen dem 30. Dezember und dem 1. Jänner findet die Fiesta de la Coretta statt, die ganz im Zeichen des Holzes steht, eine Kiefer wird gefällt und reich geschmückt durch die Orte und Städte getragen.

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Griechenland - Ein Kuchen mit Gold
Am 24. Dezember ziehen die Kinder mit Trommeln und Glocken durch die Strassen und singen dazu die sogenannte Kalanda, Lobgesänge, die Glück bringen sollen. Dafür bekommen sie kleine Geschenke. Zwölf Nächte durchgehend werden zum Schutz vor Kobolden, den Kalikanzari, Weihnachtsfeuer entzündet. Die tatsächlichen Geschenke werden in der Nacht zum 1. Jänner vom heiligen Vassilius den Kindern vor ihr Bett gelegt.
Die Erwachsenen bekommen einen Weihnachtskuchen, in den eine Goldmünze eingebacken ist. Wer die Münze findet, hat der Legende nach das gesamte Jahr über Glück.

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England - Plumpudding und Gregor
Der Weihnachtsmann, in England Santa Claus, bringt traditionsgemäß in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke und stopft sie in die am Vorabend am Kaminsims aufgehängten Strümpfe. Erstaunlich ist, dass sich die sonst eher konservativen Engländer während des Weihnachtsessens Papierhütchen aufsetzen und Knallbonbons platzen lassen!
Der Plumpudding und "Gregor", der mit Brot und Hackgemisch, sauren Äpfeln und Pflaumen gefüllte Truthahn, darf allerdings in keinem Haus fehlen.
Gegen 3 Uhr nachmittags versammelt sich die gesamte Familie um den Fernseher, um der Queen bei ihrer alljährlichen Ansprache an den Commonwealth zu lauschen.
Am 6. Jänner klingelt "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt den Kindern Fragen. Können diese die Fragen nicht beantworten, und damit wird England um einen zusätzlich äußerst erstaunlichen Brauch bereichert, werden sie von Mari Lwyd gebissen und daraufhin verköstigt.

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Skandinavien (Norwegen / Schweden / Finnland) - Ernte- und Mittwinterbräuche
Das skandinavische Weihnachtsfest entspringt alten Ernte- und Mittwinterbräuchen, das sogenannte Julfest. Zu diesem Fest wird Julbier gebraut, Julbrot gebacken, Julstroh in der Julstube verstreut. Der Weihnachtsmann hat hier den fast unaussprechlichen Namen Joulopukki. Seit 1920 gibt es die Tradition kleine Weihnachtsfeiern bereits im Oktober zu feiern –Pikkujoulu – das kleine Weihnachtsfest. Das gemeinschaftliche Saunabad am 24. Dezember ist eine finnische Besonderheit, zusammen mit dem "gebackenen Schweden", einem Festtagsgericht aus Schweinefleisch.
Erst am 13. Jänner endet das Julfest mit einem mehr als zünftigen Gelage.

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Polen - Wagilia
Traditionell ist Advent eine wichtige Zeit in Polen. Die Kirchen öffnen schon jeden Morgen um 6.00 Uhr. Wundervoll geschmückte Weihnachtsbäume, die man überall in der Öffentlichkeit bewundern kann , werden mit außergewöhnlichen Dingen, wie handgefertigten Spielzeugen und Sternen geschmückt. Die Bäume bleiben bis 2. Januar stehen.
Während des Advent wandern Sternsinger durch die Stadt und singen Weihnachtslieder. Heiligabend – Wagilia - ist naturgemäß der wichtigste Teil der polnischen Weihnachtszeit, an dem die meisten Bräuche ausgeführt werden. Tagsüber wird in Polen vor dem Weihnachtsmahl gefastet. Das Weihnachtsessen selbst beginnt mit dem Lesen des Weihnachtsevangeliums und besteht meistens aus Suppe und einem darauffolgenden Fischgericht. Der wichtigste Bestandteil aber sind die Weihnachtsoblaten. Das Teilen dieser Oblaten symbolisiert, dass die Familie bereit ist, auch in Zukunft alles miteinander zu teilen, es ist eine Geste der Liebe und Versöhnung.

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Russland - Väterchen Frost, Schneeflocke und Babuschka
Aufgrund des Julianischen Kalenders bringt Väterchen Frost den Kindern erst am 7. Jänner die Geschenke, wobei er von Schneeflocke und Babuschka begleitet wird. Dabei werden sie mit viel Musik und Kuchen mit Herzapplikationen empfangen. Jedes Herz steht für einen Wunsch, der in Erfüllung gehen soll.
Die Weihnachtszeit erstreckt sich bis zum 11. Januar und leitet gleichzeitig das neue Jahr ein. Zur Zeit der Zarenherrschaft war der Christbaum noch luxuriöse Extravaganz adliger Salons, später allerdings war er auch in gewöhnlichen Häusern zu finden.
Bei den Nichtchristen setzt sich die Tanne als Mittelpunkt der Bescherung erst in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts durch. Freunde und Verwandte treffen sich zum großen Festessen mit Grütze, Gans, Hammel- und Schweinefleisch. Man trinkt Tee und Wodka, erzählt Geschichten und feiert fröhlich und ausgelassen.

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Österreich - Der Krampus kommt
In Österreich beginnt die Adventszeit mit dem ersten Sonntag im Dezember, dem 1. Advent. Bis zum 24. Dezember wird jeden Sonntag eine weitere Kerze des Adventskranzes entzündet und zum beschaulichen Beisammensein im Kreis der Familie genutzt.
Zusammen mit dem Adventskalender, von dem jeden Tag ein Türchen geöffnet werden darf, wird Kindern damit das Warten auf das Christkind verkürzt. Im Gegensatz zu den meisten Nationen ist nicht der Weihnachtsmann der Überbringer der Geschenke, am Abend des 24., sondern das Christkind. Der Weihnachtsmann findet sein Äquivalent im Nikolaus, der allerdings schon am 6. Dezember Kinder mit Kleinigkeiten beschenkt, oder für Kinder, die nicht artig gewesen sind den sogenannten Krampus dabei hat, der diese mit seiner Rute bestraft.
Der Heilige Abend wird traditionell am 24. Dezember gefeiert, in sehr beschaulichem Rahmen, vor einem festlich geschmückten Tannenbaum, der mit der Mitternachtsmette seinen kirchlichen Abschluss findet. "Stille Nacht" und "O, Tannenbaum" sind zwei der Lieder, ohne die das Weihnachtsfest kaum denkbar wäre.
Am 6. Jänner endet die Weihnachtszeit mit den Heiligen 3 Königen, die spätestens bis zu diesem Datum singend von Tür zu Tür ziehen um Segen für das neue Jahr zu überbringen, was durch das Kennzeichnen der Eingangstüren mit C+M+B (Caspar, Melchior und Balthasar) geschieht. Besonders in ländlichen Gegenden ist es immer noch Brauch, die Sternsinger zu einer Verköstigung ins Haus zu bitten.

 

Rumanien – Colinde bringen den Geist der Weihnacht
Der Winter breitet Jahr zu Jahr seinen weisen Prunkmantel über das Rumänienland aus und verwandelt alles in einem weisen traumhaften Märchenbild. Nur der Wind pfeift gelegentlich und verweht, zerstreut die Schneeberge, die silberne Pulver des Schnees weit bis in den unsichtbaren Horizont.
Es Weihnachtet...
Am  Spätnachmittag des Heiligen Abend, tragen mit großer Begeisterung die Kinder und Jugendlichen Rumäniens, durch den Schnee schleppend einen großen Stern auf einem langen Stock. So erkunden die Kinder die Botschaft der Christi Geburt. In rumänisch originalen Traditionsvolkstrachten und mit traditionellen Säcken auf den Schultern wandern sie vom Haus zu Haus, um  den Menschen Glück und Frieden zu wünschen. Der Stern – handgemacht aus verschiedenen Materialien, trägt in der Mitte einen Kreis in dem die Jesus Christi Krippe, seine Geburtsort, kunstvoll, meisterhaft gemahlt oder gebastelt dargestellt ist. Singende Chöre der wunderschönen rumänischen "Colinde" (alte rumänische Weihnachtslieder) füllen geistigfeierlich die Straßen. Die Colinden haben einen religiösen oder auch weltlichen Inhalt, öfters auch spontan inspirierte Verse. Vorwiegend in Bukarest und der Umgebung trifft man Erwachsene die mit einer religiöse Kantate "Vecleem oder Irozzi" von Haus zu Haus gehen, eine Art religiösem Drama, in dem das Mysterium von Christi Geburt in allen seinen Facetten darstellt wird..
Die Vielfalt der Rumänischen Bräuche am Weihnachten ist zahlreich und es gibt viele Varianten auf dem Land, den Städten und den verschiedenen Regionen Rumäniens. Die Colinden sind eine spirituelle Erbschaft des Rumänischen Volkes, bewahrt vom Generation zu Generation. Man nennt sie auch "die Blumen der Unvergesslichkeit", Kandel der Wahrheit (Wahrheitsflame). Unter dem Eindruck sowohl griechischer, als auch romanischer Einflüsse, haben die Rumänen auf diesem – selbst so genannten - "Paradiesischem Portal" einen eigenen Weg gefunden, eine eigene Tradition entwickelt. Die weihnachtlichen Colinden sind so alt wie das Volk und werden als wohlbehütetes Gut von Generation zu Generation weitergegeben. Die Colindenträger symbolisieren Jesus Christi Eintritt in unsere menschliche Welt und die Verbundenheit zum göttlichen. Diese Verbundenheit zum göttlichen soll zum Ausdruck gebracht werden und bildhaft tief zu unseren Seelen und Herzen vordringen, auf das wir selbst besseren Herzens werden..
Die berühmteste Colinde z:B. "Steaua sus rasare", stellt den Stern der Weihnacht strahlend dar.
Rumänische Weihnachtslieder sind besinnlich, feierlich und voll göttlicher Harmonie. Der Mittelpunkt an Weihnachten ist für Alle – aber natürlich besonders für die Kinder der Weihnachtsbaum und der Weihnachtsmann. Die Geschichten der beiden liegen weit zurück. Die Hoffnung an Erfüllung der kindlichen Wünsche und Träume tragen alle Kinder im Herzen und die Erwartungen sind groß. Wer von uns nicht kennt diese Gefühle und Erwartungen die unsere Seele damals erfüllt und unsere Wange glührot gefärbt haben? Der Weihnachtsmann mit seinen silber leuchtenden Haaren wird in den Häusern mit einem Lied empfangen.
In Rumänien ist der Weihnachtsmann ein guter, heiliger Mann mit weißem Bart, roter Kapuze und einen Sack voller Geschenke. Die besinnlichen, gesegneten Stunden dauern bis zum Abendmahl und noch weiter hinaus. Das weihnachtliche Abendmahl ist einer der schönsten Familienbegegnungen, es ist Freude am Leben, es ist ein Stück Glück das gemeinsam erleben wird und das die Menschen miteinander teilen dürfen.
Weihnachten feiern bedeutet auch eine üppige, manchmal sehr lang dauernde Mahlzeit. Auf dem weihnachtlichen Tisch kommt eine Vielfalt an Gerichten: Sülze aus Fisch, Geflügel, Braten, Fleischhackrolle in Weiskrautblätter, Weintraubenblätter, Stevieblätter, Mangoldblätter, rote Beeteblättern, und Vieles aus der traditionellen Feiertagsküche mehr. Oft stammt der Festtagsbraten von einem extra für diese Gelegenheit gezüchtetem Schwein, einer extra gemästeten Gans oder Truthahn. Gemüse wird für diesen Schmaus eingemacht und Kraut in Eichenfässern vorbereitet, Gewürze für den Winter vorbereitet, damit das Weihnachtsessen etwas ganz besonderes wird. Ein Fest für Körper und Seele.


Diese wunderschöne Beschreibung der rumänischen Weihnacht hat uns Otilia Lorelei Dragulescu geschrieben
Rübezahl bedankt sich sehr!

 

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Weihnachten in Amerika
  • Argentinien - Stiefel vor der Haustür
    In Argentinien werden die Häuser mit roten und weißen Girlanden geschmückt, am Christbaum bunte Lichter und Ornamente aufgehängt und an der Haustür die Stiefel des Weihnachtsmannes angebracht. Das Fest beginnt mit dem gemeinsamen Kirchgang (92 Prozent der Argentinier sind katholisch). Nach dem Gottesdienst trifft sich die Familie zum festlichen Abendessen mit vielen landestypischen Leckereien, z..B. Schweinefleisch, Truthahn, überbackene Tomaten, Pasteten und vieles mehr. Um Mitternacht prostet man sich bei einem feierlichen Toast mit einer Art Bowle aus Fruchtstücken, Saft und Apfelwein zu. Anschließend werden Spiele gespielt, wird getanzt oder das große mitternächtliche Feuerwerk bewundert. Die Geschenke werden erst kurz vor dem Schlafengehen ausgepackt!

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  • Aruba - "Bon Pasco"
    Mit  "Bon Pasco" grüßt man sich auf der zu den Niederlanden gehörenden karibischen Insel Aruba zu Weihnachten. gefeiert wird mit Gesang und Tanz und die traditionelle Speise besteht aus Schinken und Lachs.

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  • Brasilien - Der Nikolaus kommt per Hubschrauber
    Die brasilianische Weihnacht ist ein temperamentvolles Fest. Eingeläutet wird die Weihnachtszeit mit dem Einflug des Nikolaus im Hubschrauber in das Maracana-Stadion, das größte Fußballstadion der Welt mit 205.000 Plätzen. Dort gibt es Dann ein riesiges Fest mit feierlichen Ansprachen und vielen Showeinlagen. weit verbreitet sind in Brasilien, dessen Bevölkerung übrigens zu fast 90% katholisch ist, auch Weihnachtsspiele, in denen die Nacht von Betlehem nachgestellt wird und die in vielen Kirchen, Schulen und auf öffentlichen Plätzen dargeboten werden. Natürlich gibt es auch Weihnachtsbäume, meist Pinien oder Palmen. Die Geschenke werden nach der Miternachtsmesse überreicht.

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  • Ecuador - Mit dem Lama zur Kirche
    Mit bunt geschmückten und mit den Früchten ihrer Felder und sonstigen Gaben schwer bepackten Lamas ziehen die Indios von den Hochebenen Ecuadors an Weihnachten zu den meist tiefer liegenden Anwesen ihrer Arbeitgeber herunter, Dort legen sie vor der im Gutshaus aufgebauten Krippe ihre Gaben nieder und die Kinder bitten um den Segen für ihre Familien und deren Tiere. Danach wird unter freiem Himmel ein großes Fest mit Tanz und Gesang gefeiert. Zum üppigen Festmahl gehören gebratenes Lamm, gebackene Kartoffeln und Zuckerbrot. Nach dem Fest teilt man die Reste des Mahls unter sich auf, packt sie auf die Lamas und tritt die Heimreise an.

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  • Guatemala - Fröhliche Prozessionen
    Die letzten neun Tage vor Weihnachten werden auf dem Lande unter Gesängen und dem Klang von Trommeln die Figuren von Maria und Josef  von Haus zu Haus getragen und schmücken so jeden Tag eine andere Krippe in einem anderen Haus - immer auf der Suche nach Zuflucht, wie ihre biblischen Vorbilder. Die Bewohner des letzten Hauses, in das Maria und Josef einziehen, richten ein großes Fest aus, zu dem sich das ganze Dorf einfindet. Den Weihnachtsbaum gibt es auch in Guatemala, deutsche Einwanderer haben ihn mitgebracht - wie auch so manch anderen Brauch wie z.B., dass die Geschenke vor der Bescherung unter den Baum gelegt werden. Die Erwachsenen tauschen ihre Geschenke erst zu Neujahr aus.

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  • Kanada - Vielfalt der Weihnachtsbräuche
    In Kanada leben ebenso wie in den USA Menschen, die aus vielen Ländern eingewandert sind. Weihnachten wird hier häufig fast so wie in den USA gefeiert, vielerorts werden aber auch noch die Sitten und Gebräuche der Einwanderer z.B. aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland gepflegt. Die Ureinwohner Kanadas begehen das Weihnachtsfest meist auf ihre ganz eigene Art. Die Inuit veranstalten teilweise regelrechte Winterfestivals, bei denen nicht nur Geschenke überreicht werden, sondern auch viel getanzt und gesungen wird. In Labrador gibt es eine Art Halloween zu Weihnachten: Während der sommerlichen Ernte werden Rüben zur Seite gelegt, die dann zu Weihnachten ausgehöhlt und mit einem Kerzenlicht versehen den Kindern geschenkt werden. In Neuschottland singt man zu Weihnachten immer noch die gleichen Lieder, die schon die vor 200 Jahren aus dem schottischen Hochland eingewanderten Vorfahren  gesungen haben. In Vancouver gleiten bei der Carolship Parade lichtergeschmückte Schiffe übers Wasser. Wunderschön sehen zu Weihnachten auch die Niagara-Fälle in Ontario aus, wo sich das Licht von Tausenden Lampen in den tosenden Wassermassen bricht.
    In Winnipeg, der Weihnachtshauptstadt Kanadas, warten sage und schreibe eine Million Weihnachtsbäume auf Abnehmer.
     
    Wo wir gerade bei den Weihnachtsbäumen sind:

    Die Stadt Lunenburg auf der kanadischen Halbinsel Neuschottland (Nova Scotia) nennt sich "Welthauptstadt des Weihnachtsbaumes". Jahr für Jahr werden im County Lunenburg Tausende von Bäumen speziell für den weihnachtlichen Gebrauch gepflanzt und dann per Schiff in die USA und nach Mexiko exportiert. Ein ganz besonders schönes und großes Exemplar geht jedes Jahr an die Stadt Boston - als Dank für die große Hilfsbereitschaft der Bürger dort bei einer der größten Katastrophen, die sich in Kanada jemals ereignet haben. Am 6. Dezember 1917 kollidierten in der neuschottischen Hafenstadt Halifax zwei Schiffe und in der bis dahin größten von Menschen verursachten Explosion starben viele Menschen und weite Teile Halifax wurden zerstört. Hilfssendungen aus ganz Nordamerika halfen den Bewohnern der Hafenstadt, den Winter zu überstehen. Die größte kam dabei aus Bosten, mit Hilfsmaterialien im Werte von mehreren Millionen Dollar.

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  • Kolumbien - Feuerwerk und Straßenfest nach der Messe
    Da 90% der Bevölkerung katholisch sind, finden sich in Kolumbien zur Weihnachtszeit viele katholische Bräuche. Am 7. Dezember werden zu Ehren der Jungfrau Maria in den Familien zahlreiche Kerzen entzündet. Der Tag darauf ist in Kolumbien nationaler Feiertag, im Gedenken an die unbefleckte Empfängnis. Am Abend des 14.12. wird im Rahmen eines Festes die Krippe, für die man den Tag über Moos gesammelt hat, aufgestellt. Zwei Tage später, am 16.12., findet traditionell der Weihnachtsbaum seinen Platz im Haus und wird üppig mit Kerzen, Kugeln und Figuren geschmückt. Nun wird bis zum Heiligen Abend jeden Abend gemeinsam gesungen und gebetet. Nach der Mitternachtsmesse in der Nacht zum 25.12. beginnt das eigentliche Weihnachtsfest mit einem großen Feuerwerk. Auf der Straße singen und tanzen alle Leute. Am Morgen des 25.12. finden die Kinder (die Erwachsenen schenken sich meist nichts) ihre Geschenke unter ihren Betten, sie beschränken sich meist nur auf Kleinigkeiten oder Süßigkeiten.

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  • Kuba - "La Nochebuena"
    Die Heilige Nacht (La Nochebuena) wird in vielen Familien der Karibikinsel mit einem Festessen begangen. Um Mitternacht besucht man die Heilige Messe. Kleine Geschenke - meist nur für die Kinder - gibt es am 6. Januar, dem Dreikönigstag.

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  • Mexico - Die Nacht der Radieschen
    Das wohl ungewöhnlichste Fest in der Weihnachtszeit findet in Brasilien, in der mexikanischen Stadt Oaxaca statt. Am 23.12. feiert man als Erinnerung zur Einführung dieser Gemüsesorte durch die spanischen Kolonialherren Mitte des 18. Jahrhunderts das Radieschenfest. Die mexikanischen Radieschen werden nicht selten kartoffelgroß und nehmen bedingt durch den meist steinigen Untergrund oft sehr bizarre Formen an. Dies wiederum regt künstlerisch ambitionierte Mexikaner an, aus ihnen allerlei zu schnitzen. Z.B. Maria und Josef und viele andere Krippenfiguren. Die besten Arbeiten werden dann prämiert, bevor die "Nacht der Radieschen" von einem großen Feuerwerk erleuchtet wird. Farbenfrohe Umzüge, die "Psadas", in denen Marias und Josefs Suche nach einer Herberge nachgestellt wird, sind ebenfalls fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Nach der Messe werden neun geschmückte Tongefäße, die "Pinatas", an Schnüren von der Kirchendecke herabgelassen. Sie sind mit Früchten und Süßigkeiten gefüllt. Mit verbundenen Augen versuchen zuerst die Kinder, dann die Jugendlichen und später die Erwachsenen die Pnatas zu zerschlagen, wer erfolgreich ist, darf den Inhalt verspeisen.

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  • USA - Santa Claus und Xmas
    Weihnachten in den USA, das sind prachtvoll illuminierte Geschäfte und aufwendig dekorierte Schaufenster, die voller Überschwang geradezu um die Aufmerksamkeit der Menschen in "Gods own country" zu buhlen scheinen. "Happy Xmas" prangt es von überall her - Xmas, das ist übrigens keine Abkürzung aus Zeitnot. Mit dem "X" beginnt die griechische Schreibweise von Christus. Die Redewendung ist also christlichen Ursprungs.
    Doch Weihnachten in den USA hat auch eine stille Seite und für die stillen Sehnsüchte der Menschen hat Irving Berlin (*1888 - †1989) versucht, die winterliche Stimmung musikalisch festzuhalten. "White Christmas" ist neben dem österreichischen "Stille Nacht" das bekannteste Weihnachtslied. Die Komposition wurde 1941 von Irving Berlin uraufgeführt und seit dem wurden mehr als 30 Millionen Schallplatten allein mit der Fassung von Bing Crosby (vom 29.05.1942) veräußert. Im Guinness Buch liest man von mehr als 200 Millionen verkauften Singles.
    In Hollywood sind viele der schönsten Weihnachtsfilme entstanden: "Schöne Bescherung" mit Chevy Chase, "Santa Claus" mit Dudley Moore, "Und den Weihnachtsmann gibt's doch" mit Charles Bronson sind einige Beispiele. Einer der besinnlichsten und schönsten Filme ist sicher "Ist das Leben nicht schön" mit James Stewart und Donna Reed. Seit 1947 erklingt nun immer ein Glöckchen, wenn ein Engel sich seine Flügel verdient hat. ;-)
    Weihnachten in den USA ist natürlich auch ein Fest der Vielfalt, bedingt durch die vielen unterschiedlichen Herkunftsländer der Einwohner - insbesondere die englischen Einflüsse sind nicht übersehbar. Aber die Vielfalt ist auch bedingt durch die Größe des Landes und seine unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, während für die Bewohner der nördlichen Landesteile die Weihnachtszeit mit unberührten Schneelandschaften verbunden ist, kennt so manch ein Amerikaner in den südlichen Staaten Schnee nur aus Filmen. Eines jedoch verbindet: An "Christmas Eve", dem Weihnachtsabend, hängen  festlich verzierte Strümpfe an den Kaminen, die Santa Claus in der Nacht mit Geschenken füllt. Dabei soll es durchaus schon vorgekommen sein, dass Santa Claus in der New Yorker Hektik vom althergebrachten Rentierschlitten auf das "Santa Mobil" umgestiegen ist.

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  • Venezuela - Um Mitternacht zur "Misa de Gallo"
    Auch in den Weihnachtsbräuchen Venezuelas zeigen sich die Einflüsse verschiedenster Kulturen, dominiert werden sie jedoch von den Bräuchen des spanischen Katholizismus. In vielen Familien wird eine Krippe aufgestellt, das Jesukind zieht jedoch erst gegen Mitternacht des 24.12. in sie ein. Vor oder nach der Mitternachtsmesse "Misa de Gallo" gibt es die Geschenke.

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Weihnachten in Asien
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Die Philippinen
- "Maligayan Pasko"
Weihnachten wurde laut historischen Aufzeichnungen zum ersten Mal auf den Philippinen - dem einzigen Staat in der südostasiatischen Region mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung - in der Zeit zwischen 1280 und 1320 gefeiert, also rund 200 Jahre bevor Magellan die Inselgruppe entdeckte.
Damals hatte sich der Franziskanermönch Bruder Odoric mit einer Handvoll Begleitern in den Fernen Osten aufgemacht, um die 400 Jahre zuvor nach Asien ausgezogenen nestorianischen Christen zu suchen. Auf dem Rückweg machte er auf den Philippinen halt. Dort schafften es er und seine Männer, die anfänglich feindlich gesinnten Eingeborenen von ihrer Friedlichkeit zu überzeugen und neben der Aufstellung eines Kreuzes wurde auch ein "Weihnachtsbaum" gepflanzt. Am 25.12. feierte Bruder Odoric hier zusammen mit seinen Begleitern hier die erste Weihnachtsmesse auf den Philippinen.
Das heutige philippinische Weihnachtsfest ist eine Mischung aus spanischen, amerikanischen und lokalen Traditionen, die auf die spanische und seit 1898 amerikanische Kolonialzeit zurückgehen. Der eigentlichen Weihnachtszeit, die am 16. Dezember mit einer feierlichen Messe genannt "Misa de Gallo" und der Verlesung der biblischen Geburtsgeschichte Jesu, beginnt, gehen beginnend im November nächtliche Feuerwerke voraus, die auch nach Weihnachten bis Sylvester weiter gehen.
"Maligayan Pasko" - fröhliche Weihnachten - wünschen sich die Philippinos und an jedem Abend in der Weihnachtszeit spielt ein Pärchen die Suche Marias und Josephs nach einer Bleibe auf den so genannten "Panunuluyan" nach. Auf den Straßen singen Chöre, die "Chumbancheros", und zu den beliebtesten Lieder zählt das "Maligayan Pasko" zur Melodie von "Happy Birthday". Um niemand vom Weihnachtsfest auszuschließen und sicher zu stellen, dass wirklich jeder teilnehmen kann, finden am ersten Weihnachtstag stündlich Messen statt, bei denen Hirtenspiele, die "Pastores", aufgeführt werden.

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Weihnachtsinseln - An Weihnachten entdeckt
Gleich zweimal wurden zu Weihnachten Inseln entdeckt und wie die berühmteren Osterinseln verdanken seit dem ein Eiland im Pazifik und eines im Indischen Ozean ihren Namen dem Zeitpunkt ihrer Entdeckung.
Die heute zu Kiribati gehörenden, östlich der Philippinen im Pazifik liegenden Weihnachtsinseln sind das älteste Atoll der Welt. Entdeckt wurden sie von dem großen Entdecker James Cook. Sie sind bekannt als Taucherparadies, die knapp 2000 Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus, Fischfang und der Kobra-Produktion.
Im Indischen Ozean setzte an einem 25. Dezember der britische Captain William Mynors als erster einen Fuß auf eine kleine Insel, die heute zu Australien gehört. Weihnachten spielt auf den Weihnachtsinseln allerdings kaum eine Rolle. Auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel sind z.B. noch nicht einmal 20% der Bevölkerung Christen, hauptsächlich leben hier Buddhisten und Moslems sowie chinesische, malaysische, indische und zahlreiche andere Minderheiten.

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Weihnachten in Australien
Weihnachten bei 35 Grad im Schatten
Bei hochsommerlichen Temperaturen muss Santa Claus in Australien ganz schön schwitzen und die Einwanderer Australiens mussten ihre Weihnachtsbräuche dem "Australia-Summer-Christmas" anpassen..
So verwundert es nicht, dass man Santa Claus eher in Badehosen am Strand antrifft als am warmen Kamin und die Bescherung nicht selten auf der Strandparty stattfindet.
Und da Milch in der Hitze auch nicht das Wahre ist, stellt man Santa Claus meist ein kühles Bier auf das Fensterbrett.
Doch trotz Hochsommer gleicht Vieles des australischen Weihnachtsfestes dem um in dieser Zeit kühleren Gefilden. So sind die Straßen und Kaufhäuser festlich geschmückt, im Queen Victoria Shopping Centre in Sydney z.B. beleuchten mehr als 20.000 Birnen den Tannenbaum.
Ein Höhepunkt sind die "Carols by Candlelight".
Hunderttausende kommen hier her und wenn berühmte Sänger, Chöre und  Symphonieorchester Weihnachtslieder vortragen, stimmt das begeisterte Publikum - ein jeder in seiner Sprache - mit ein. Die Tausenden brennenden Kerzen der Zuschauer tauchen alles in eine wunderschöne und friedvolle Weihnachtsatmosphäre.
Da die Australier auf allerlei weihnachtliche Spezialitäten, die im australischen Sommer einfach nicht so recht schmecken wollen, nicht dauernd verzichten möchten, kam man in den letzten Jahren auf die Idee, einfach "Christmas II" im australischen Winter (Juni/Juli) zu feiern.
Dann schmeckt auch - z.B. in den Snowy Mountains oder Southern Highlands - der Glühwein so richtig.
Ein Gericht darf allerdings auch im sommerlichen Weihnachten Nr. 1 in Australien nicht fehlen:
Der Plumpudding am Heiligen Abend.
Und in den Zeiten des Internets bestellen weniger Kocherfahrene oder Eilige einfach über das selbige.
Ein großes weihnachtliches Ereignis ist auch die berühmte "Regatta von Sydney nach Hobart". Sie startet alljährlich am 26. Dezember.

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Weihnachten in Afrika

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Ägypten
- Weihnachten am 7. JanuarDie Totenmaske von Tut-Ench-Amun
In Agypten stehen rund 70 Millionen Muslime 10 Millionen koptischen Christen gegenüber. Ein Verhältnis voller Spannungen, nicht zuletzt deshalb, weil die Christen in ihrer Mehrheit besser gebildet sind. Natürlich feiern die Christen im Land die Geburt Jesu in ihren Kirchen. Allerdings erst am 7. Januar, der unterschiedlichen Zeitrechnung wegen.

Ägyptische Christen fasten in den 43 Tagen vor Heiligabend. Das heißt: sie ernähren sich rein vegetarisch. Erst nach Mitternacht fangen sie wieder an, auch Fleisch zu essen. Was die Kleiderordnung angeht, so müssen zumindest die Kinder zu Weihnachten mit neuen Sachen ausgestattet werden.

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enia - Ziege als Festschmaus
An Heiligabend kommt die Familie zu einem großen Festmahl zusammen. Danach wieder aufzuräumen ist Sache der Kinder. Auch für die Dekoration des Hauses ist der Nachwuchs zuständig.

Am 25. Dezember wird traditionell eine Ziege geschlachtet und deren Fleisch unter den Familienmitgliedern aufgeteilt. Anschließend gehen die Kenianer von Haus zu Haus und wünschen sich gegenseitig frohe Weihnachten, bevor bis in den Morgen hinein getanzt und gesungen wird.

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Nigeria - Scharfes Gemüse
Christen in Nigeria verzichteten lange darauf, sich gegenseitig zu beschenken, jedenfalls nicht nach westlichem Verständnis. In Nigeria gaben zu Weihnachten die Reichen den Armen. Allerdings gerät dieser Brauch immer mehr in Vergessenheit.

Weihnachten insgesamt wird je nach Region sehr unterschiedlich gefeiert. Freilich kommen auch in Nigeria an Weihnachten die Familien zusammen, die teilweise aus Muslimen und aus Christen bestehen. Zu essen gibt's häufig "Iyan", eine Art Gemüseeintopf, nicht zu knapp mit Chilli gewürzt.

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Südafrika - Weihnachten am Strand
Während Mitteleuropäer Weihnachten mit Schnee, beschlagenen Scheiben und heimeliger Ofenwärme verbinden, verbringen Südafrikaner die Feiertage nicht selten am Strand. Doch trotz Badewetter, ganz auf weihnachtliches Ambiente verzichten auch sie nicht. So sind zum Beispiel auch am Kap die Fenster mit glitzernden Stoffen, Wolle und Goldfolie verziert.

Kap der Guten HoffnungFür die Urbevölkerung ist Weihnachten ein karneval-ähnliches Fest. Gutes Essen sowie singende und tanzende Menschen vermitteln den Eindruck ausgelassener Fröhlichkeit.

Etwas besinnlicher begehen der Englisch sprechende Teil der Bevölkerung die Festtage. Die Kinder hängen ihre Strümpfe auf, in der Hoffnung, der Weihnachtsmann möge diese mit vielen Geschenken füllen. Sängergruppen machen die Runde und singen bei Kerzenlicht Weihnachtslieder. Andere stellen einem alten Brauch folgend pantomimisch Weihnachtsgeschichten dar, wovon sich vor allem die Kleinen ergriffen zeigen. Am 26. Dezember, dem "Boxing Day" werden Kisten mit Essen und Geschenken an die Armen verteilt.

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Weihnachtsbräuche in Deutschland
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Weihnachten allgemein
Das Weihnachtsfest (aus dem Mittelhochdeutschen: „ze den wihen nahten“, zu den heiligen Nächten) wird in der gesamten christlichen Welt am 25. Dezember gefeiert. Es ist das Fest der Geburt Jesu Christi.
Die Feier des Weihnachtsfestes ist zuerst 354 n. Chr. in Rom belegt. Der Ausbreitung des Weihnachtsfestes kam dabei entgegen, daß der 25. Dezember bereits den Ägyptern, Syrern, Griechen und Römern als Geburtstag des „Sol invictus“, des „unbesiegten Sonnengottes“, heilig war.
Zudem fiel auf diesen Tag das Fest der Wintersonnenwende, das Julfest der Germanen.
Die junge christliche Kirche feierte ursprünglich die Taufe als Erscheinung des Herrn am 6. Januar beim Epiphaniasfest (Epiphanie = Erscheinung des Herrn). Erst im 4. Jahrhundert n. Chr. nahm das Fest des Geburtstages des Herrn in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember an Bedeutung zu, auch wenn der Ablauf und der tiefere Sinn des Weihnachtsfestes mit dem unserer Tage nur schlecht zu vergleichen ist.
Der 6. Januar galt zugleich auch in der christlichen Welt als Jahresanfang

Im Laufe der Zeit verbanden sich Weihnachten und Jahresbeginn zu einem einzigen Fest. Das Neujahrsfest wurde erst wieder 1582 nach der Gregorianischen Kalenderreform ein selbständiges Datum und damit wieder zu einem Festtag. Seit dem 6. Jhdt. wird Weihnachten durch die Abhaltung dreier verschiedener Messen (Christmette, Engelsmesse, eigentliche Festmesse) und der Schaffung einer Oktav (1. Januar) im liturgischen Festkreis besonders hervorgehoben.
Einen tiefen Einschnitt erfuhr die einst sehr unterhaltsame Weihnachtsmesse, wo Maskeraden, Marionettenspiele, heitere Musik- und derbe Liedaufführungen aufgeführt wurden, in der Reformationszeit. Sowohl das Geburtsfest als auch die Weihnachtszeit bis Dreikönig sind durch zahlreiche liturgische und andere Bräuche charakterisiert.
Es ist heute unmöglich, Tradition und Ursprung unseres Weihnachtsfestes, so wie wir es heute zu feiern gewohnt sind, schlüssig und einheitlich zu belegen, da es aus einer unübersehbaren Vielzahl von religiösen und heidnischen Gebräuchen, sowohl christlichen als auch heidnischen Ursprungs, entstanden ist, die wiederum regional unterschiedlich gehandhabt wurden.
Auch wenn unser heutiges Weihnachtsfest eindeutig christlichen Charakter trägt, so haben die heidnischen Kultgebräuche einen ebenso wichtigen Anteil an diesem im Kirchenjahr so wichtigen Fest.
Auch heute noch finden sich allein in Deutschland viele Eigenarten und Varianten der Vorweihnachtszeit und des Christfestes selbst in einer verwirrenden und scheinbar widersprüchlichen Vielzahl.
Traditionsgemäß sind Heilige Abend, die Weihnachtsnacht und der Christtag (25.12.) eine Einheit, wobei dem Heiligen Abend (24. 12.) mit der Bescherung durch das Christkind bzw. dem Weihnachtsmann, den säkularisierten Nachfolgern des hl. Nikolaus, als Gabenspender heute zentrale Bedeutung zukommt. Noch in der Biedermeierzeit war Nikolaus der Gabenbringer, zu dessen Namensfest (fallweise am Christtag oder in der Neujahrsnacht) die Bescherung stattfand. Der Christbaum fand ab dem 19. Jhdt. allgemeine Verbreitung, womit die Krippe ihre Mittelpunktsfunktion verlor. Mit der Krippe war auch das Singen von Krippen- und Hirtenliedern (bezeugt seit dem 11./12. Jhdt.) sowie den Sternsingerliedern verbunden. Die gebräuchlichsten Weihnachtslieder entstammen dem 18./19. Jhdt., u. a. "O du fröhliche", "O Tannenbaum", "Ihr Kinderlein kommet", "Alle Jahre wieder", "Es wird scho glei dumpa" und das weltweit bekannte Lied "Stille Nacht, Heilige Nacht" (1818). Kath. Familien begehen das Geburtsfest Christi mit dem Besuch der Mitternachtsmette, die in heutiger Zeit meist auf die Abendstunden vorverlegt wurde.
Neben der christlichen Feier von Christi Geburt und dem Heiligen Abend als Bescherungstermin für die Kinder entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten Weihnachten zu einer vom Handel bestimmten Kauf- und Reisezeit. Ab Ende Oktober stellen sich Werbung und Geschäftswelt auf den Geschenkeeinkauf ein. Die ersten Schoko-Weihnachtsmänner, Spekulatius und Lebkuchen werden angeboten, Lichterketten über den Straßen, Weihnachtsmusik, weihnachtliche Geschäfts- und Auslagendekorationen verkünden, das es "weihnachtet!" Advent- und Weihnachtsmärkte laden ein und viele glänzende Kinderaugen bestaunen die bunten Pracht.

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Adventskalender
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Wann ist es endlich Weihnachten? Wie oft muss ich noch aufstehen? Diese Fragen aus Kindermund gibt es seit Weihnachten gefeiert wird, und vor allem seit es aus diesem Anlass Geschenke gibt.
Jeder Tag, der die Kleinen dem großen Ereignis ein Stück näher bringt, ist ein freudig vollzogener Schritt hin zur großen Bescherung. Und so ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann im 19. Jahrhundert protestantische Familien begannen, eine Art Countdown für Weihnachten einzuführen.
Entweder wurden peu à peu 24 Bilder an die Wand gehängt oder die Eltern malten 24 Kreidestriche an die Tür. Jeden Tag durften die Kinder einen davon abwischen.
Eine weitere Variante des Wartens auf Weihnachten hat mit dem Brauch zu tun, Krippen aufzustellen. Je näher Heiligabend rückte, desto mehr Strohhalme wurden in die Krippe gelegt. Heute einer für den Ochsen, morgen einer für den Esel und so weiter, bis zum Schluss das Jesuskind mit einem Strohhalm bedacht wurde.
Der erste gedruckte Adventskalender entstand im Jahre 1908. Sein Schöpfer war Gerhard Land, ein Pfarrerssohn aus dem schwäbischen Maulbronn. Als Teilhaber einer lithographischen Anstalt erinnerte er sich an seine Kindheit. Seine Mutter hatte ihm zu Weihnachten immer 24 Kästchen auf einen Karton gemalt und auf jedes ein "Wibele" genäht, ein kleines Bild.

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Springerle und Lebzelter
So manches traditionsreiches Handwerk wird längst nicht mehr praktiziert, und vielfach wurde auch vergessen, welche Tätigkeiten und Lebensumstände dazu gehörten. Im Mittelalter kannte man noch den Lebzelter. Der Ursprung dieses Namens ist nicht ganz geklärt. Darin enthalten sind "Leben" und auch "gebackener Laib", also Lebkuchen.
Anfang des 13. Jahrhunderts wurde diese Berufsbezeichnung erstmals nachgewiesen, Ende des 15. Jahrhunderts gab es dann auch im süddeutschen Raum die ersten Zünfte. Der Lebzelter war regelmäßig in den größeren Städten zu Hause, so auch in Nürnberg. Er vereinigte den Beruf des Metsieders (Honigweinherstellers),Wachsziehers und Konditors in einem. Seine Erzeugnisse waren Bildgebäck, wie Springerle, Honiglebkuchen, Met und Kerzen. Er verarbeitete vor allem Erzeugnisse der Zeidler (Imker), und so fand man in Gegenden wie Nürnberg mit seinem Sebalduswald mehrere Vertreter dieses Standes.

Der Stolz jedes Lebzelters waren die Holzmodeln, die zur Ausformung der Springerle verwendet wurden. Diese Kunstwerke wurden ausschließlich aus Obstbaumholz gefertigt, wobei Birnbaum überwiegte. Die kleinen Brettchen maßen zumeist um eine Handspanne und zeigten oft mehrere Bilder. Die Motive waren aus dem Alltag gegriffen: Früchte, Blumen, aber auch einzelne Figuren, seltener Tiere. Auch auf Wellhölzer wurden Formen geschnitzt. Sehr selten sind beidseitig beschnitzte Modeln.

Die meisten dieser Modeln sind verloren gegangen, und wer welche aus der guten alten Zeit besitzt, hält sie in Ehren. Neuere werden selten aus Birnbaum hergestellt, oft begnügt man sich mit Ahorn. Wirklich gute Modeln sind allesamt nicht billig.

In Heimatmuseen und in privaten Sammlungen sind zur Weihnachtszeit oft Ausstellungen mit Modeln zu sehen. Herrlich, wenn dann auch noch gezeigt wird, wie man Springerle richtig zubereitet. Mehl, Zucker, Ei, vielleicht ein wenig Hirschhornsalz, etwas Anis aufs Blech - mehr darf nicht sein. Den lustigen Namen "Springerle" trägt dieses schwäbisch-fränkische Weihnachtsgebäck wohl, weil es beim Backen gut um die Hälfte aufgeht ( = springt). Wenn dann die Springerle mit ihrem klaren, weißen Relief und den weißgelben Füßchenen so verlockend auf dem Teller liegen geht einem Herz und Magen auf - aber das muss man wirklich selbst erleben.

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Der Weihnachtsbaum


Wahrscheinlich standen die ersten Tannenbäume zu Weihnachten im Südwesten Deutschlands und im heutigen Elsaß. Schon Mitte des 16. Jahrhunderts soll es in Straßburg einen regelrechten Handel mit Weihnachtsbäumen gegeben haben. Doch erst als die Reformatoren um Martin Luther die Tanne zu ihrem Weihnachtssymbol erkoren - die Katholiken hatten seit Franz von Assisi die Krippe - verbreitete sich der Brauch im ganzen Land.

Konfessionsübergreifend eroberte der Tannenbaum die Wohnzimmer in der Zeit der Freiheitskriege gegen Napoleon. Der Baum wurde damals zum Sinnbild des Deutschtums und unabhängig von der Glaubensrichtung als Bestandteil des Weihnachtsfestes anerkannt.

Hessische Soldaten, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg dienten, machten den Weihnachtsbaum auch in der Neuen Welt populär. Eine Hochzeit trug die Sitte nach Frankreich: Nach ihrer Vermählung mit dem Prinzen von Orléans im Jahre 1840 bestand die Prinzessin von Mecklenburg auch in der Fremde auf ihrem geliebten Tannenbaum.

Nach und nach verbreitete sich der Brauch in ganz Europa und so ist heute für die meisten Menschen ein Weihnachten ohne geschmückten Baum kaum denkbar. Einer der größten Weihnachtsbäume steht in Straßburg. Er misst in der Regel rund 30 Meter. Etwas Besonderes ist auch die Tanne auf dem Londoner Trafalger Square. In Erinnerung an den gemeinsamen Kampf der Engländer und Norweger gegen Nazi-Deutschland wird sie jedes Jahr aus Oslo eingeflogen.

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Der Weihnachtsstern
Weihnachtsstern, Christmas Star, Mexican Flameleaf, Adventsstern, Poinsettie - immer ist die Pflanze mit dem lateinischen Namen Euphorbia pulcherrima gemeint. Joel Poinsette, damals Gesandter der Vereinigten Staaten in Mexiko, entdeckte die später nach ihm benannte Pflanze im Jahre 1828 in den Hochebenen Mexikos. Bald schon gelangte die ansprechende Pflanze nach England. Bereits 1834 wurde sie in Berlin von Johann Friedrich Klotzsch botanisch beschrieben.

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae). Alleine schon die grünen gezackten Blätter des Weihnachtssterns sind eine Zierde, begehrt ist die Pflanze aber insbesondere wegen der bunten Hochblätter (Brakteen), die sich um die eigentlichen kleinen, grün-gelben Blüten in der Mitte gruppieren. Diese Brakteen sind ursprünglich karminrot. Pulcherrima bedeutet "am schönsten" - und mit ihrer Schönheit erfreut uns die zum Symbol der Geburt Christi gewordene Pflanze zur Advents- und Weihnachtszeit.

Den Bezug zum Weihnachtsfest stellt eine mexikanische Geschichte her. Ein kleiner schmächtiger Junge stand vor einer Kirchentüre und wünschte sich von ganzem Herzen, dem Christkind ein Geschenk bringen zu können. Aber er war arm und hatte nichts als sich selbst. "Ich könnte wenigstens beten", dachte er sich und kniete still an der Außenwand der Kirche nieder, denn ohne Geschenk wollte er nicht nach drinnen vor die Krippe treten. Als er sich dann wieder erhob, war er überrascht, an der Stelle, an der er gekniet hatte, eine wunderschöne Pflanze mit roten Blättern und kleinen gelben Blüten zu entdecken. Ein Wunder war geschehen. "Das ist mein Geschenk!" flüsterte der Junge.

Die Urformen des Weihnachtssterns kommen aus den Hochebenen Mexikos, wo die Temperaturen von plus 2 Grad C im Winter bis über 30 Grad C im Sommer reichen. Dort kann man sie als bis zu 5 m hohe Sträucher unter lichten Baumgruppen finden. Zwischenzeitlich zählt man über tausend Zuchtformen in verschiedenen Größen und Farben, die besser an die Zimmerkultur angepasst sind. Neben den ursprünglichen karmesinroten Brakteen gibt es nun auch sämtliche Schattierungen zwischen fast weiß über gelblich-grün bis zu den helleren Rottönen. Auch mehrfarbige Züchtungen, sogenannte Harlekine, werden angeboten.

Spezialisierte Gärtnereien vermehren heute in Europa die Pflanzen in riesigen Gewächshäusern vegetativ, nur für Neuzüchtungen erfolgen noch Aussaaten. Die Blüteninduktion, genauer die Ausbildung der Brakteen, erfolgt durch gezielte Lichtsteuerung. Acht Wochen lang darf der Weihnachtsstern nicht mehr als zehn Stunden Licht täglich abbekommen.

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Der heilige Nikolaus
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Über den Heiligen Nikolaus kursieren allerlei Legenden. Beispielsweise jene, wonach er drei Kinder, die ein geiziger Wirt zerstückelt und in ein Fass gestopft hatte, wieder zusammensetzte und ihnen neues Leben einhauchte.

Nach einer anderen Überlieferung griff er einem armen Vater unter der Arme, der seine Töchter nicht unter die Haube brachte, weil er sie nicht mit einer Aussteuer ausstatten konnte. An drei Abenden erschien sodann der Heilige Nikolaus und warf der Familie jeweils einen Goldklumpen in die Stube, mit dem Ergebnis, dass schließlich alle Töchter einen Mann bekamen.

Als einigermaßen sicher gilt, dass Nikolaus um 270 in Pakara in Lykien (Kleinasien) geboren wurde. Wegen seiner Frömmigkeit und Mildtätigkeit - vor allem Kindern gegenüber - weihte man ihn zum Bischof von Myra. Im 6. Jahrhundert entstand unter der Regentschaft von Kaiser Justinian ihm zu Ehren eine Kirche in Konstantinopel, die drei Jahrhunderte später noch erweitert wurde.

Man feiert Nikolaus am 6. Dezember, weil dies sein Todestag sein soll. Im Bereich der Ostkirche ist Nikolaus neben der Jungfrau Maria der bekannteste Heilige. Auch in Europa hat er im Laufe der Zeit dem Heiligen Martin den Rang abgelaufen.

Der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen, ist quasi eine Weiterentwicklung des Nikolaus. Statt in einem weißen Bischofsgewand ist er nun in einer roten Uniform unterwegs, mit einem Sack auf dem Rücken oder, insbesondere in den USA, auf einem Schlitten, der von acht Rentieren gezogen wird.

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Knecht Rupprecht
Er ist der Begleiter des Nikolaus, eine dunkle Gestalt, der lobt und tadelt und den Kindern in der Weihnachtszeit Respekt einflößt.

Je nach Landstrich als Ruppknecht, Knecht Nikolas, Nickel, Hans Muff, Pelznickel oder Pelzmärtel zieht er in einen dicken Pelz gewandet von Haus zu Haus. Dabei hält er eine Rute in der Hand und eine Sack mit Geschenken auf dem Buckel. Geschenke bekommen die braven, einen Streich mit der Rute die weniger artigen Kinder.

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Der Adventskranz
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Der beliebte Adventskranz ist seiner Herkunft zufolge eigentlich nichts anderes als ein heidnischer Reifen. Die runde Form, ohne Anfang und Ende, stand zum Beispiel bei friesischen Bauern für die Abschottung von bösen Geistern.

Das Grün der Kränze verhieß Segen und Fruchtbarkeit. Erst der Hamburger Pfarrer Heinrich Wichern verlieh dem Kranz um 1860 seine heutige Bedeutung, stattete ihn mit Kerzen aus und entzündete -- Advent für Advent -- eine nach der anderen:

"Je mehr Lichter brennen, desto näher rückt Weihnachten und desto froher werden Knaben und Mädchen." Eine Sitte, die sich mit der Zeit in nahezu allen deutschen Familien verbreitete.

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Der heilige Abend
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Ursprünglich markierte der Heilige Abend den Abend vor der Wintersonnenwende, auf den 12 Raunächte folgten. In Teilen Mitteleuropas und in Skandinavien feierte man an diesem Anlass das Julfest.

So mancher der damals praktizierten heidnischen Bräuche hat sich vor allem in den Nordländern mehr oder weniger ausgeprägt bis in die Gegenwart gehalten. So werden vor der Nacht, in der Überlieferung nach Jesus geboren wurde, nicht nur die Menschen besonders gut versorgt, sondern auch die Tiere. Und auch dass das ganze Haus blitzsauber sein muss, galt schon bei den alten Germanen.

Der Brauch, sich zu Weihnachten zu beschenken, hat wahrscheinlich verschiedene Ursprünge. Dies rührt auch daher, dass die Zeit zwischen Wintersonnenwende und Epiphanias in vergangenen Kulturen zuvorderst   als Beginn eines neuen Jahres betrachtet wurde. Herren beschenkten zum Dank für geleistete Dienste ihre Sklaven, Bauern ihre Knechte und Mägde, und es wurde den Göttern geopfert, mit der Bitte um eine reiche Ernte.

Das Christentum beruft sich bei der Suche nach den Ursprüngen des Schenkens vor allem auf die Heiligen Drei Könige, die das Jesuskind im Stall von Bethlehem mit Gaben bedachten. Und auf das Bibelwort "Also hat Gott die Welt geliebt", das im Zusammenhang steht mit der Erlösung durch das Geschenk Gottes, seinem eingeborenen Sohn.

Was viele heute nicht mehr wissen: über viele Jahrhunderte hinweg war der Heilige Abend nicht der Zeitpunkt der Bescherung. Teilweise noch im 18. Jahrhundert wurden auch in Deutschland die Geschenke im Morgengrauen des 25. Dezember, nach der Christmette oder Mitternachtsmesse, überreicht. Luthers Wunsch, das Weihnachtsfest durch die Verlegung auf den Heiligen Abend von heidnischen Bräuchen und katholischen Zeremonien abzugrenzen, erfüllte sich nur allmählich.

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Der erste Weihnachtsfeiertag
Der 25. Dezember ist der Tag der Wintersonnenwende, will heißen: von da ab werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Ein außerordentlich wichtiger, von Mythen und Sagen begleiteter Zeitpunkt des Jahres.

Und das nicht nur in der Kultur des Abendlandes, wo die Römer mit Saturnalien ihrem Sonnengott Saturn huldigten und die Germanen ihr Julfest zelebrierten. So begrüßte der Isiskult der Ägypter die Sonnenwende als Geburtstag des Horus. In Vorderasien war der Anlass der Feierlichkeiten der gleiche, nur dass der Gott des Lichts dort Mithras hieß.

Die Terminierung der Geburt Jesu auf jenen Tag erfolgte quasi per Dekret im Jahre 217. Papst Hyppolit hatte die Hoffnung, damit die Bedeutung aller anderen Kulte zu schmälern. Zur Begründung seiner Entscheidung verwies er unter anderem darauf, dass sich Jesus laut Johannes selbst als "Licht der Welt" gesehen hatte, das alle Menschen erleuchtet - Christus, der einzig wahre Sonnengott.

Es dauerte indes einige Jahrhunderte, bis die Gläubigen den päpstlichen Willen in die Tat umsetzten. Erst 813 erklärte die Mainzer Synode den 25. Dezember offiziell zum "festum nativitas Christi", zum Geburtstag des Religionsstifters.

Das Jahr 0, das Geburtsjahr von Jesus Christus!? Es gibt nicht wenige Historiker, die das für ziemlich unwahrscheinlich halten. Die Volkszählung nämlich, deretwegen Maria und Josef nach Bethlehem gekommen waren, soll in den Jahren 7 bis 11 vor Beginn unserer Zeitrechnung stattgefunden haben, als der Römer Quirinus Statthalter in Judäa war.

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Der zweite Weihnachtsfeiertag
In Deutschland wird der 26. Dezember als 2. Weihnachtsfeiertag begangen. In den meisten anderen Ländern der Erde ist dies nicht der Fall.

Der 26. Dezember, der Tag nach der Geburt Jesu, ist dem Heiligen Stephanus gewidmet. Jenem Stephanus, der als erster aller christlichen Märtyrer angesehen wird. Von den Aposteln zum Prediger ernannt, verbreitete Stephanus den christlichen Glauben in Jerusalem. Der Überlieferung zufolge denunzierten ihn Juden der Stadt als Gotteslästerer, woraufhin er von einer aufgebrachten Menge zu Tode gesteinigt wurde. Die Hinrichtung bildete den Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in der Stadt.

Der Stephanstag wurde auf den Tag nach Weihnachten gelegt, um die Freude über die Geburt Jesu und die Trauer um den Tod des Heiligen im Zusammenhang zu sehen. Ursprünglich baten am Stephanstag singende Kinder um milde Gaben. Inzwischen sind die Sternsinger bekanntlich am 6. Januar unterwegs.

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Die Weihnachtskrippe



Der Brauch, zu Weihnachten Krippen aufzustellen, geht auf Franziskus von Assisi zurück. In der Höhle bei Greccio, in der er hauste, platzierte er 1223 eine lebensgroße Wachsfigur des Christuskindes in einer Futtergrippe. Ein echter Ochse und ein echter Esel komplettierten die weihnachtliche Szenerie. Menschen aus der näheren Umgebung kamen, um das von Kerzen beleuchtete Krippenbild zu bewundern.


Das war der Ursprung der Krippendarstellungen, die vor allem in Italien und Süddeutschland weit verbreitet sind. Wobei sich Ausstattung und Größe von Region zu Region unterscheiden. Vielerorts wurde am Nikolaustag, dem 6. Dezember, mit dem Aufstellen der Krippe begonnen. Insbesondere im Riesengebirge und in Schlesien spiegelte sich den Darstellungen auch das Dorfleben wieder. Das Christkind wurde jeweils erst am Heiligen Abend beigefügt und in seine Krippe gelegt.

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Das Baumwecken
Wohl nur schwer mit dem "reinen" Glauben zu vereinbaren ist ein alter Brauch aus Bayern und Österreich. Beim Baumwecken ging der Bauer mit seinem Gesinde nach der Mitternachtsmesse auf seinem Feld von Baum zu Baum, klopfte am Stamm und sagte einen überlieferten Spruch auf. Damit sollte der Baum daran erinnert werden, auch im kommenden Jahr viele schöne Früchte zu tragen.

Etwas ganz anderes meinte dagegen das "Antuten" in Norddeutschland. Bei diesem Brauch mussten sich die Konfirmanden des Dorfes gefallen lassen, in den Adventstagen mit Hörnern und Posauen angeblasen zu werden. Als "Dank" waren sie verpflichtet, die Bläser mit kleinen Leckereien zu bescheren.

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Christbaumschmuck
Was wir an die Zweige hängen, erfreut nicht nur das Auge, sondern hat oft auch Symbolgehalt. Dem Weihnachtsbaum wohnte schon immer eine seltsame Faszination inne.

Der duftende Apfel verheißt Sommer mitten im Winter. Die Früchte sind Sinnbild für Fruchtbarkeit und im Sack des Weihnachtsmannes Geschenk für brave Kinder. Am Weihnachtsbaum erinnern sie ans Paradies und an das Paradiesische am Weihnachtsfest. Eine alte Geschichte verspricht: Wenn ein Mädchen am ersten Weihnachtsfeiertag in der Haustür stehend einen Apfel isst, dann wird der erste vorbeigehende Bursche ihr Freier.

Christbaumkugeln stehen in enger Beziehung zur Apfelsymbolik. Die Glasbläser entwickelten die Kugelform aus kleinen Glasperlen und -früchten. Die perfekte Form steht für Vollkommenheit und Göttlichkeit. Im Reichsapfel findet sie sich als Zeichen für Macht; als Form ohne Anfang und Ende symbolisiert sie Ewigkeit.

Nüsse sind verschlossen und schwer zu knacken, sie sind Sinnbilder für Gottes Ratschluss - im Inneren wohnt das Dunkle, Rätselhafte; vergoldet sind sie strahlend und wirken lebendig. Wir verbinden mit ihnen Gedanken an Natur, Herbst und Fruchtbarkeit.

Geschenke: Kleine Päckchen hängen von alters her am Baum. Sie erinnern an die Gaben der Heiligen Drei Könige für das Kind, symbolisieren Nächstenliebe und Hingabe. Die Christen erinnert das Schenken zudem daran, dass die Geburt des Gottessohnes das größte denkbare Geschenk ist. Daran möchten sie andere symbolisch teilhaben lassen.
Die Geschenktradition ist aber nicht auf den christlichen Raum beschränkt. In die Zeit, in der wir heute Weihnachten feiern, fielen früher die römischen Saturnalien, ein Fest, bei dem Beamte und Sklaven mit Geschenken bedacht wurden., Auch die Wikinger bedachten im Mittwinter während der großen Fruchtbarkeitsfeiern, ihre Gefolgsleute für treue Dienste mit Geschenken.

Ähnlich wie Nüsse sind auch die Tannenzapfen ein Fruchtbarkeitszeichen. Gleichzeitig stehen sie für Jungfräulichkeit und damit auch für die Jungfrau Maria. Manchmal sehen sie aber eher wie Eiszapfen aus und symbolisieren so den Winter.

Der Symbolgehalt von Vögeln wird unterschiedlich interpretiert. Es kommt darauf an, um welche Art es sich handelt: Störche sind Frühlingsboten, Glücks- und Kinderbringer. Käfigvögel symbolisieren Häuslichkeit, Tauben sind Friedensvögel und stehen für Vergeistigung. Eulen gelten als Zaubertiere und Symbole für Weisheit. Radschlagende Pfauen sagt man alle erdenklichen Zauberkräfte nach, ihr schillerndes Gefieder erinnert an die Pracht des Nachthimmels.

Fische sind aus vielerlei Gründen als Weihnachtsschmuck beliebt - sie sind alte Symbole für Wasser, Leben und Fruchtbarkeit, und sie erinnern an die biblische Geschichte: Christus speiste einst mit wenigen Fischen ganze Volksscharen. Für die Urchristen war der Fisch das Erkennungszeichen.

Glückssymbole sind beliebte Objekte für den Baumbehang. Besonders nett sind die kleinen Marienkäfer. Ihnen sagt man schon immer eine himmlische Herkunft nach, was auch ihr anderer Name verrät: Herrgottskäfer. Sie bringen nach altem Glauben frohe Botschaften vom Himmel. Wer Geldbeutel an den Baum hängt, hofft natürlich auf finanziellen Segen.

Herzen haben eine klare, einfache Botschaft. Sie sind eine Liebeserklärung an den Betrachter und symbolisieren Liebe, Lust, Freude und Lebenskraft.

Aus Posaunen, den Instrumenten der Engel, wurden Trompeten für den Weihnachtsbaum. Da früher die Nachrichten auf dem Marktplatz verlesen wurden, nachdem die Boten die Menschen mit Trompetensignalen gerufen hatten, signalisieren sie auch gute Neuigkeiten. Außerdem erinnern sie an den alten Brauch, böse Geister mit Getöse auszutreiben.
Sterne versinnbildlichen den Wissensschatz der Astrologie. Sie prangen am Baum als Symbole der Hoffnung auf ein gütiges Schicksal. Strohsterne erinnern daran, dass das Christkind auf Stroh in der Krippe lag. Der Stern auf der Spitze lässt an das Sternenwunder von Bethlehem denken.

Früher wussten die Menschen nur zu gut, wie wichtig Engel sind. Ohne die himmlischen Dienstgeister, das war den Erdbewohnern klar, lief fast nichts in dieser Welt. Engel hielten das Universum im Gang. Fast alle Religionen kennen Engel, die zwischen göttlicher und menschlicher Sphäre vermitteln. An Weihnachten bevölkern goldene und silberne Flügelwesen die Bäume; manche ähneln Feen, andere wirken ernst und mächtig. Sehr häufig thront ein Engel an der Spitze des Christbaums, denn Engel verkündigen nach der Bibel die Geburt des Heilands.

Glocken läuten zur Heiligen Nacht und begrüßen das Neue Jahr. Die erste Kirchenglocke hat in Europa wohl im sechsten Jahrhundert in Italien geläutet. Glocken rufen, jubeln und erinnern. Da sie vor Gefahren warnen, sind Glocken am Weihnachtsbaum auch als Unglücksverhüter gedacht. Am Heiligabend verkünden sie eine frohe Botschaft: Kommt zum Fest! Kommt zur Bescherung!

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Christstollen
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Der Stollen gehört, so wissen es die Bäcker und Konditoren, zu den sogenannten "Gebildebroten". Es sind Gebäcke, die bestimmte symbolische Formen oder Figuren darstellen. Der Stollen gilt seit vielen Jahrhunderten als das in weiße Tücher gewickelte Christkind.
Wo der erste Stollen gebacken wurde und wer der Schöpfer von Rezept und Form war, ist nicht verbürgt. Kulturforscher und andere Wissenschaftler sind sich dennoch einig, daß der Ur-Stollen in Sachsen aus dem Ofen gezogen wurde, und zwar um das Jahr 1300. Und so wie vor 700 Jahren wird auch heute noch gebacken.
Urkundlich taucht der Stollen zum ersten Mal 1329 in Naumburg an der Saale auf. Aus einem alten Schriftstück ist zu entnehmen, daß die Naumburger Bäcker sich bereit erklärten, zu Weihnachten "zween lange Weizenstollen, wozu ein halber Scheffel Weizenmehl verwandt werde," ihrem Bischof Heinrich und seinem Hofe zu entrichten.
"Was dem Klerus recht ist," wird sich der sächsische Landesfürst als weltlicher Herrscher gedacht haben, "ist mir nur billig!" So entstand eine dem Bischofs-Tribut ähnliche Zinspflicht für Weiß- und Platzbäcker der Residenzstadt Dresden (bis 1913). An jedem zweiten Weihnachtsfeiertag lieferte die Bäckerinnung zwei Christstollen von jeweils eineinhalb Meter länge und je 36 Pfund Gewicht, getragen von acht Meistern und acht Gesellen, auf dem Schloß ab. Seit 1329 ist der Begriff "Weizenstollen" also dokumentiert. 1474 taucht in Sachsen dann das "Christbrot" auf. In einer Urkunde heißt es: "Item 7 gr vor zewey Christbrot den armen luten uff wynachten", was soviel heißt wie: "Ebenso sieben Groschen für zwei Christbrote für die armen Leute zu Weihnachten".

Öl oder Butter?

Wie die Stollen damals wohl geschmeckt haben? Viele Gewürze, die heute so selbstverständlich zu kaufen sind, waren früher noch unbekannt oder sehr teuer. In allen katholischen Landen galt die Adventszeit als Fastenzeit. Somit war Butter verboten nur Öl erlaubt. Aber Stollen mit Öl backen?
Das Grollen der backenden und verzehrenden Leute erreichte die regierenden Brüder Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht, die um 1470 den Stollen zu einem Politikum machten. Sie schilderten die unappetitliche Situation dem Heiligen Vater: In sächsischen Landen habe man nur das gewöhnliche Rüböl, mit dem nun bei Gott ein verdaulicher Stollen kaum gebacken werden könne. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "... daß ihr, eure Weiber, Söhne und Töchter und alle euren wahren Diener und Hausgesind der Butter anstatt des Oehls ohne einige Pön (Pein, Strafe) und ziemlich gebrauchen möget".
So wurde die Stollenbäckerei immer besser, zumindest in den Gegenden Sachsens, in denen Wohlstand herrschte. Die Einrichtung des Dresdner Striezelmarktes, den es bis heute alljährlich vor Weihnachten gibt und der sich bereits damals hoher Besucherzahlen erfreute, hat wesentlich dazu beigetragen, den Stollen weit über Sachsen hinaus bekannt zu machen. Dabei war Dresden noch gar nicht die Stollen-Hochburg, die wir heute kennen. Aus der Umgebung, vor allem aus Meißen und Siebenlehn, kamen schon Ende des 16. Jahrhunderts die Bäcker mit Wagenladungen Stollen in die kurfürstliche Residenz, was den Dresdner Bäckern alles andere als lieb war.

Hochfeine Köstlichkeiten

Die Stollen wurden weiter verbessert. Die Frauen der wohlhabenden Handwerksfamilien und die reichen Patriezierhäuser buken nun auch selbst. In einem Brief an seine Frau Agnes ins Dresdner Schloß schreibt Herzog Moritz (1547 zum Kurfürsten erhoben) von einem Feldzug: "Ich will diesen Winter bei Dir verbleiben, wir volln miteinander birn bratten, stolln essen und mit Gotts Hülfe ein guts Müthlein haben." Längst ist es kein Geheimnis mehr: Die Sachsen gehören zu Deutschlands besten Kuchenbäckern und kenntnisreichsten Kuchenessern. Ob dies schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts so war, muß Spekulation bleiben. Die Stollen jedenfalls waren in jener Zeit hochfeine Köstlichkeiten. Niemand hätte es gewagt, sie einfach als "Kuchen" zu bezeichnen. Das ist heute noch so. Dresdner oder andere sächsiche Stollen sind die Könige unter den Backwerken.

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Christmette
Der Besuch der Christmette oder Mitternachtsmesse ist ein Brauch der in vielen Familien gepflegt wird.
Unter Christmette versteht man ursprünglich das in der Heiligen Nacht gesungene Morgengebet der Kirche zum Weihnachtsfest. Volkstümlich ist dann unter Christmette die weihnachtliche Mitternachtsmesse zu verstehen, die aber in einigen Gegenden auch schon am späteren Heiligen Abend oder in der Frühe des ersten Weihnachtstages gefeiert wird.

Einen tiefen Einschnitt erfuhr die einst sehr unterhaltsame Weihnachtsmesse, wo Maskeraden, Marionettenspiele, heitere Musik- und derbe Liedaufführungen aufgeführt wurden, in der Reformationszeit.

Selbst Menschen die das ganze Jahr nicht zur Kirche gehen sieht man an diesem Abend.
Die Kirchen sind an diesem Abend meist festlich geschmückt. Man sollte schon rechtzeitig da sein, denn auch in den großen Kirchen sind am Heiligen Abend die Sitzplätze knapp.

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Rauhnächte
Rauhnächte, Bezeichnung für die Thomasnacht (21. 12.), die Christnacht, die Nacht von Silvester und die Nacht vom 5. auf den 6. Januar (Dreikönig).

Die Christnacht und die Dreikönigsnacht gelten als "foaste" Rauhnächte Dem Geschehen in diesen Nächten kommt größere Bedeutung zu.
Die Rauhnächte markieren den Jahreswechsel, ihnen wurde geheimnisvolle Bedeutung für die Zukunft zugewiesen (Tiere reden, Wäsche darf nicht über Nacht hängen bleiben). In Los- und Orakelbräuchen dachte man, in die Zukunft zu blicken, durch Räuchern (daher auch Rauchnächte) und durch geweihte "Maulgaben" für das Vieh sollte Unheil von Haus und Hof abgewehrt werden, Spenden an Heischende (Sternsinger, Müllabfuhr) sollen das Glück bewahren.
Die Bezeichnung Rauhnächte hängt mit den verbreiteten wilden, pelzverhüllten Masken ( Perchten) zusammen (ahd. "ruh" = rauh, grob, haarig, ungezähmt), die die Wilde Jagd symbolisieren.

Die Schrecken der zwölf Rauhnächte

In den zwölf Nächten, auch "die krummen Tage" genannt, spinnt man nicht, weil sonst Frau Holle oder Frau Harre kommt und den Rocken verunreinigt. oder weil man Zank und Ungeziefer in das Haus zu spinnen meint.
Auch fürchtet man, daß die Hühner das ganze Jahr über keine Eier legen.
In anderen Gegenden hütet man sich davor, Hülsenfrüchte zu essen, weil man sonst Geschwüre bekommt.
Ein armer Mann aus Thüringen erzählte, dass es in seiner Jugend Sitte gewesen sei, in den zwölf Nächten in den Garten zu gehen, an allen Obstbäumen zu rütteln und ihnen zuzurufen: "Bäumchen, schlaf nicht, Frau Holle kommt!"
Frau Holle ist die uralte germanische Göttin HEL, mit den roten Augen der Hexen.

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Der Mistelzweig
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Der Mistelzweig hat das Küssen nicht erfunden, aber er hat es gefördert - zumindest in England. Wer dort mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muß freilich die Spielregeln streng beachten: Pflückt man eine Beere - ein Kuß; zwei Beeren - zwei Küsse. Wenn keine Beeren mehr da sind, ist Schluß mit der Küssere!
Die Misteln sind viel interessanter, als man beim ersten Blick durch die rosige Brille der Weihnachtsfreude vermuten würde. Die wilde Pflanze, von der es etwa 1400 Arten gibt, wächst meist hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Wo man auch leben mag - in Senegal oder Schweden, in Wales oder Japan -, überall hängen Misteln zwischen Himmel und Erde. Wenn die übrige Natur ihr Winterkleid angelegt oder sich zum Winterschlaf in die Erde verkrochen hat, sind sie eine wahre Augenweide.
Unsere Weihnachtsmistel ist ein immergrüner, kugelförmiger Busch von 60 bis 90 Zentimeter Durchmesser mit breiten, lederartigen Blättern. Die perlenartigen Beerchen sind etwa so groß wie Johannisbeeren und meist weiß oder gelblich. Im Nahen Osten sind sie gelb, orange oder rot. Die Misteln werden Anfang Dezember als Weihnachtschmuck gepflückt. Da man sie mit der Hand nicht erreichen kann, schießt man sie mit dem Gewehr herunter oder holt sie mit gabelförmigen Stangen vom Baum.
Die Weiße Mistel wächst auf Laubbäumen wie Pappeln, Birken, Apfel- und Ahornbäumen. Verbreitet wird die Pflanze ausschließlich durch Vögel. Sie fressen die Beeren und wischen die am Schnabel hängengebliebenen Kerne an der Baumrinde ab oder scheiden sie unverdaut wieder aus. Im Frühjahr wachsen feine Wuezeln aus den Keimen, die sich zu einer klebrigen Haftscheibe verbreitern, aus der ein Fortsatz durch die Baumrinde bis ins Holz dringt. nach und nach treibt die Pflanze Blätter und beginnt ein außergewöhnlich langes Leben.
Sie bleibt von Insekten verschont, die Winde können ihr nichts anhaben, und sie ist sowohl gegen Winterfrost als auch gegen ausdörrende Hitze gefeit. In der Regel stirbt die Mistel erst, wenn der Wirtsbaum stirbt. So schätzten Förster das Alter einer Mistel, die auf einer Zeder wuchs, auf 400 Jahre.
Wie der Mistelzweig zum Weihnachtsgrün wurde, ist nicht bekannt. Seine Beeren reifen jedoch nur im Dezember, gerade rechtzeitig für die Weihnachtsbräuche. Schon bei den altgermanischen Feiern der Wintersonnenwende spielten Misteln eine Rolle. Und noch heute brennt während der Weihnachtstage in ganz Skandinavien der hölzerne Julblock, dessen angekohlte Reste früher zum Schutz für das Haus aufbewahrt wurden. Das Holz stammt von einem Baum, in dessen Zweigen die Mistel wächst.
In der englischen Grafschaft Staffordshire würde man keinen Bisssen vom Weihnachtspudding genießen, wenn die darunter brennenden Flammen nicht von Mistelzweigen genährt wären. Das Kußspiel geht nach der Theorie eines Historikers auf die Saturnalien im alten Rom zurück. Andere sehen darin ein Überbleibsel des skandinavischen Glaubens, daß die Pflanze heilig sei; deshalb schlossen Krieger, die unter einer Mistel im Wald zusammenstießen, für den Tag Waffenstillstand. Nach einer anderen Legende soll die Mistel ursprünglich ein Baum des Waldes gewesen sein, der das Holz für das Kreuz Christi geliefert habe. Es heißt, daß der Baum vor Schmach auf seine jetzige Größe zusammengeschrumpft, sonst aber zum Wohltäter verwandelt worden sei, der auf alle Vorübergehenden Güte und Reinheit ausschüttet.
Über keine andere Pflanze gibt es eine so umfangreiche Literatur, eine so ausgedehnte Mythologie. Die Sagen um den Mistelzweig reichen weit zurück in ein Zeitalter lange vor Christi Geburt. Wuchs er vielleicht schon in den Zweigen des Baumes der Erkenntnis im Garten Eden?
Tatsache ist jedenfalls, daß die Mistel sich vorzugsweise auf Apfelbäumen ansiedelt. Der feurige Busch, aus dem Gott zu Moses sprach, gehörte vermutlich zur Mistelfamilie. Diese Art, die im Heiligen Land auf Akazien wächst, hat orangerote Stengel, und ihre Blätter und Früchte sehen wie Flammen aus. Das erkärt vielleicht, „daß der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde“, wie es im Alten Testament heißt - weil es nur das Feuerrot der Mistel war.
Die dramatischste Sage ist vielleicht die von Baldur, dem nordischen Gott der Sonne und des Sommers. Er träumte Nacht für Nacht, er würde einmal ermordet werden. Seine Mutter Frija nahm das für ein böses Vorzeichen. Sie sucht die gesamte beseelte und unbeseelte Welt auf - Steine und Metalle, Wasser und Feuer, Tiere und Pflanzen - und ließ sich von allen versprechen, daß sie Baldur nichts antun würden. Den Mistelzweig ließ sie aus.
Als der eifersüchtige Gott Loki davon erfuhr, gab er Baldurs blindem Bruder Hödur einen Pfeil aus Mistelholz, der Baldur traf und ihn tötete. Seltsamerweise ist ein ähnlicher Mythos aus in Afrika heimisch, wo viele Stämme glauben, ihre Häuptlinge könnten nur durch einen Pfeil aus Mistelholz getötet werden.
Lange Zeit wurde die Pflanze wegen ihrer geheimnisvollen Zauberkräfte verehrt. Die alten Griechen betrachteten sie als ein Mittel gegen Gift. Andere Völker glaubten, sie könne Schlösser aufbrechen und vor Feuer und Krankeiten schützen. Männer und Frauen trugen Armbänder, an denen aus Mistelholz geschnitzte Amulette klapperten, und über den Zimmertüren hingen Mistelzweige zum Schutz gegen Hexen und böse Geister.
Als dann die Priester an Macht gewannen, wurde der Mistelzweig zum Symbol von Mut, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Glück. Die Druiden kletterten in weißen Gewändrn auf die Bäume und schnitten die Misteln mit goldenen Sicheln. Im Schweizer Kanton Aargau wurden sie mit Pfeil und Bogen heruntergeschossen. Wer sie mit der linken Hand auffing, besaß ein Allheilmittel gegen Kinderkrankheiten.
Auch in Holstein galt die Mistel als Geücksbringer. Ein Mistelzweig am Jagdhut verhalf mit Sicherheit zu reicher Beute. Die Bauern schmückten jede Kuh, die als erste im neuen Jahr kalbte, mit Mistelzweigen, streuten die Beeren aufs Heu und mischten sie zur Saatzeit unter die Hirse und anderes Getreide. Die Männer trugen ein Mistelzweiglein im Rockaufschlag und schnitzten die Griffe ihrer Taschenmesser aus Mistelholz. Frauen, die vergeblich auf Kindersegen hofften, banden sich einen Zweig um den Hals oder legten ihn unters Kopfkissen.
Seit dem Altertum gilt die Mistel als ein Mittel gegen Epilepsie und Schwindelanfälle. Sebastian Kneipp pries ihre Wirkung gegen Fallsucht. Selbst in der modernen Medizin konnte sich die Mistel behaupten. Blätter und Preßsaft der Pflanze enthalten einen Stoff, der den Blutdruck senkt.
Am beliebtesten ist die Mistel jedoch als Weihnachtsschmuck. Noch immer erfreut man sich an dem Wintergrün, das seit undenklichen Zeiten die Phantasie der Menschen in vielen Teilen der Welt beflügelt hat.

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Weihnachtliche Geschichten

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Lukasevangelium (Ausschnitt)
Die Geburt Jesu.
In jenen Tagen geschah es, daß vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, daß der gesamte Erdkreis aufgezeichnet werde. Diese erste Aufzeichnung geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Alle gingen hin, sich eintragen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Auch Joseph zog von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt - weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, um sich eintragen zu lassen zusammen mit Maria, seiner Verlobten, die gesegneten Leibes war. Während sie dort waren, geschah es, daß sich die Tage erfüllten, da sie gebären sollte, und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, hüllte ihn Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil nicht Platz für sie war in der Herberge.

Offenbarung an die Hirten
In der selben Gegend waren Hirten auf freiem Felde und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und es umstrahlte sie die Herrlichkeit des Herrn, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: "fürchtet euch nicht! denn seht ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volke zuteil werden soll: Euch wurde heute in der Stadt Davids ein Retter geboren, der ist Messias und Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windeln eingehüllt und in einer Krippe liegend!" Und auf einmal erschien mit dem Engel eine große Schar des himmlischen Heeres, die Gott priesen mit den Worten: "Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Frieden unter Menschen eines guten Willens!"

Und es geschah, als die Engel von ihnen weg zum Himmel entschwanden, sagten die Hirten zueinander: "lasst uns hinübergehen nach Bethlehem und schauen, was da geschehen ist, von dem der Herr uns Kunde gab!" Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind , das in der Krippe lag. Als sie es sahen, berichteten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria behielt alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten aber kehrten zurück und priesen und lobten Gott, für all das, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Lukasevangelium, Kapitel 2,1 - 20

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Einsam am Heiligen Abend

Jedesmal wenn Weihnachten kommt, muß ich an Herrn Sörensen denken. Er war der erste Mensch in meinem Leben, der ein einsames Weihnachtsfest feierte, und das habe ich nie vergessen können.

Herr Sörensen war mein Lehrer in der ersten Klasse. Er war gut, im Winter bröselte er sein ganzes Frühstücksbrot für die hungrigen Spatzen vor dem Fenster zusammen. Und wenn im Sommer die Schwalben ihre Nester unter den Dachvorsprung klebten, zeigte er uns die Vögel, wie sie mit hellen Schreien hin und her flogen. Aber seine Augen blieben immer betrübt.

Im Städtchen sagten sie, Herr Sörensen sei ein wohlhabender Mann. „Nicht wahr, Herr Sörensen hat Geld?" fragte ich einmal meine Mutter. „Ja, man sagt's." - „Ja ... ich hab' ihn einmal weinen sehen, in der Pause, als ich mein Butterbrot holen wollte ..."

„Herr Sörensen ist vielleicht so betrübt, weil er so allein ist", sagte meine Mutter. „Hat er denn keine Geschwister?" fragte ich. „Nein - er ist ganz allein auf der Welt..."

Als dann Weihnachten da war, sandte mich meine Mutter mit Weihnachtsbäckereien zu Herrn Sörensen. Wie gut ich mich daran erinnere. Unser Stubenmädchen ging mit, und wir trugen ein großes Paket, mit rosa Band gebunden, wie die Mutter stets ihre Weihnachtspäckchen schmückte.

Die Treppe von Herrn Sörensen war schneeweiß gefegt. Ich getraute mich kaum einzutreten, so rein war der weiße Boden. Das Stubenmädchen überbrachte die Grüße meiner Mutter. Ich sah mich um. Ein schmaler hoher Spiegel war da, und rings um ihn, in schmalen Rahmen, lauter schwarzgeschnittene Profile, wie ich sie nie vorher gesehen hatte.

Herr Sörensen zog mich ins Zimmer hinein und fragte mich, ob ich mich auf Weihnachten freue. Ich nickte. „Und wo wird Ihr Weihnachtsbaum stehen, Herr Sörensen?" - „Ich? Ich habe keinen, ich bleibe zu Hause."

Und da schlug mir etwas aufs Herz beim Gedanken an Weihnachten in diesem „Zuhause". - In dieser Stube mit den schwarzen kleinen Bildern, den schweigenden Büchern und dem alten Sofa, auf dem nie ein Mensch saß - ich fühlte das Trostlose, das Verlassene in dieser einsamen Stube, und ich schlug den Arm vors Gesicht und weinte.

Herr Sörensen zog mich auf seine Knie und drückte sein Gesicht an meines. er sagte leise: „Du bist ein guter, kleiner Bub." Und ich drückte mich noch fester an ihn und weinte herzzerbrechend.

Als wir heimkamen, erzählte das Stubenmädchen meiner Mutter, ich hätte „gebrüllt".

Aber ich schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, ich habe nicht gebrüllt. Ich habe geweint. Und weißt du, ich habe deshalb geweint, weil nie jemand zu Herrn Sörensen kommt. Nicht einmal am Heiligen Abend..."

Später, als wir in eine andere Stadt zogen, verschwand Herr Sörensen aus meinem Leben. Ich hörte nie mehr etwas von ihm. Aber an jenem Tag, als ich an seiner Schulter weinte, fühlte ich, ohne es zu verstehen, zum ersten Male, daß es Menschen gibt, die einsam sind. Und daß es besonders schwer ist, allein und einsam zu sein an Weihnachten.

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Der wundersame Weihnachtsabend
Von hartgefrorenem Schnee bedeckt schimmerte die Heide, auf der man, soweit das Auge reichte, nur eine ärmliche Hütte erblickte. Hier wohnte eine arme Frau mit ihrem kleinen Sohn, und der hieß Björn.
Schon früh am Morgen war die Mutter aus dem Haus gegangen, um Einkäufe zu machen. Jetzt ging die Sonne bald unter, und noch war sie nicht wieder heimgekommen. Björn war allein in der Hütte; er hatte die Ellbogen auf den Tisch gestützt und guckte durch das Fenster. Das hatte vier Scheiben; drei davon waren mit wunderbaren Eisblumen überzogen, die vierte aber hatte er so lange angehaucht, bis das Eis geschmolzen war. Er wartete auf die Mutter, die mit einem Weizenbrot, einem Pfefferkuchen und einem Weihnachtslichterzweig nach Hause kommen sollte, denn es war Weihnachtsabend; aber noch war sie nicht zu sehen. Die Sonne ging unter, und die Wolken am Himmelsgrund leuchteten wie die schönsten Rosen; dann wurde es draußen dunkel.
Noch dunkler aber war es jetzt in der Hütte. Björn ging zum Herd, wo noch einige verglimmende Kohlen in der Asche lagen. Es war so still, daß er meinte, seine klappernden Holzschuhe könnten über die ganze Heide gehört werden. Er setzte sich vor den Herd und fragte sich, ob wohl der Pfefferkuchenmann, auf den er wartete, einen Kopf mit vergoldeten Hörnern und vier Beine haben würde. Gern hätte er auch gewußt, wie es den Sperlingen am Weihnachtsabend gehen würde.
Lange hatte Björn so gesessen, als er auf einmal von fernher Schellengeläute hörte. Er sprang ans Fenster und drückte seine Nase gegen die Scheibe. Wer mochte das wohl sein?
Alle Himmelslichter waren angezündet. Sie glitzerten und strahlten. Weit draußen bewegte sich etwas Schwarzes über den Schnee. Es kam näher und näher, und immer lauter tönte der Klang der Schellen.
„Wer ist das, der dort fährt? Er hält sich gar nicht auf dem Weg, sondern kommt querfeldein über die Heide.“ Ach, nur einmal mit solchen Schellen fahren oder gar selbst fahren dürfen! Kaum hatte Björn das gedacht, als das Fuhrwerk auch schon vor dem Fenster hielt.
Es war ein Schlitten, mit vier Pferden, kleiner als die kleinsten Füllen, bespannt. Sie waren stehengeblieben, aber sie schienen keine Lust zum Verschnaufen zu haben, denn sie wieherten, schnaubten, schüttelten die Mähnen und scharrten den Schnee auf. „Sei nicht unartig, Rapp! Still, Schnapp! Niedlich, ruhig! Leichtfuß, fahr nicht aus der Haut!“ rief der Mann, der in dem Schlitten saß; dann sprang er heraus und kam ans Fenster. So jemanden hatte Björn noch nie gesehen. Es war ein kleiner Mann, gerade recht für solche Pferde. Sein Antlitz war voller Runzeln, und der lange Bart glich dem Moos auf dem Dach. Der Pelzmantel reichte bis zu den Stiefeln. In einem Mundwinkel hatte er ein Pfeifchen, aus dem anderen ringelte sich der Rauch heraus.
„Guten Abend, Stupsnäschen!“ sagte er.
Björn faßte an seine Nase und antwortete: “Guten Abend!“
„Ist jemand zu Hause?“ fragte der Alte.
„Du siehst ja, daß ich zu Hause bin.“
„Ja, da hast du recht. Ich frage ein bisschen dumm. Aber du hast es so dunkel da drinnen, obgleich es Weihnachtsabend ist.“
„Ich bekomme Weihnachtsfeuer und Weihnachtslicht (schwedische Sitte auf dem Land), wenn die Mutter nach Hause kommt. Denke nur, ein Licht mit drei Zweigen!“
„Deine Mutter ist also nicht zu Hause. Fürchtest du dich nicht?“ Der Alte rieb seine Lederhandschuhe gegeneinander und nahm die Pfeife aus dem Mund. „Hör mal, du Kauz, weißt du eigentlich, wer ich bin?“
„Nein“, antwortete Björn, „aber weißt du denn, wer ich bin?“
Der kleine Alte nahm seine Pelzmütze ab, verbeugte sich und sagte: „Ich habe die Ehre, mit Björn zu sprechen, der neulich seine ersten Hosen bekommen hat, dem Helden, den auch der längste Bart nicht erschreckt. Du bist Björn, und ich bin der Weihnachtsmann. Habe ich die Ehre, dir bekannt zu sein?“
„Ach, du bist der Weihnachtsmann? Da bist du ja ein guter Mann. Mutter hat oft von dir erzählt.“
„Das freut mich, Björn. Willst du mit mir kommen?“
„Das möchte ich schon, aber ich darf wohl nicht, denn was geschieht, wenn Mutter heimkommt, und ich bin weg?“
„Ich verspreche dir, daß wir vor der Mutter wieder zu Hause sein werden. Ein Mann hält sein Wort und eine Alte ihren Beutel, weißt du das nicht? Komm jetzt!“
Björn sprang hinaus. Hu, aber wie kalt war's, und wie dünn war er bekleidet! Die kleine Jacke war so eng, und die Holzschuhe hatten wieder Löcher in die Strumpffersen gerieben. Aber der Weihnachtsmann hob Björn schnell in den Schlitten, schlug das Fell um ihn herum, dampfte ihm eine Rauchwolke um die Nase, daß er niesen mußte, und, klatsch, ging es fort.
Rapp und Schnapp, Niedlich und Leichtfuß flogen in rasender Eile über den Schnee dahin, und die Silberglöckchen tönten über die Heide, als ob die Glocken des Himmels erklängen.
Bald hatten sie die Heide hinter sich gelassen und waren in den dunklen Wald gelangt, von dem Björns Mutter immer erzählte, daß die Bäume so hoch drin ständen, als ob die Sterne an ihren Zweigen hingen. Manches Mal schimmerte das Licht eines Hauses durch die Stämme.
Nach einer guten Weile fuhr der Weihnachtsmann mit seinem Gespann in einen kleinen Stall. Zwischen den Steinen am Boden des Stalles guckte ein Kopf mit zwei funkelnden Augen hervor, die auf den Weihnachtsmann geheftet waren. Es war der Kopf der Hausschlange, die sich zu einer artigen Verbeugung krümmte. Der Weihnachtsmann lüftete seine Pelzmütze und sprach:
„Ringelschwänzchen auf der Erd'
sag, was ist dies Haus wohl wert?“
Die Hausschlange antwortete:
„Bauer scheut nicht Last und Mühe,
hat ein Pferd und hat drei Kühe.“
„Das ist nicht viel“, sagte der Weihnachtsmann, „aber es wird mehr, wenn Mann und Frau tüchtig sind. Sie fingen mit leeren Händen an und haben ihre Eltern noch zu unterstützen. Wie halten sie denn die Kühe und das Pferd?“ Die Hausschlange antwortete:
„Die Euter sind stramm, die Milcheimer voll,
das Pferd ist mutig und stark, wie es soll.“
„Noch ein Wort, Schnack-Ringelschwänzchen: Was hälst du von den Kindern auf dem Hof?“
Schnuck-Ringelschwänzchen antwortete:
„Schöne Maid und frischer Knabe,
seine Laune etwas wild,
ihre aber sanft und mild.“
„Sie sollen Weihnachtsgaben haben“, sagte der Weihnachtsmann. „Und dir gute Nacht, Schnuck-Ringelschwänzchen, angenehmen Weihnachtstraum!“
„Gute Nacht, du Rappe und Schnappe mein!
Gute Nacht, du Niedlich und Leichtfuß klein!
Gute Nacht, du teuerstes Weihnachtsmännlein!“
sagte die Schlange und zog den Kopf ein.
Hinter dem Schlittensitz war eine Kiste angebracht. Diese öffnete der Weihnachtsmann nun und holte allerlei Sachen heraus: ein Abc-Buch und ein Schnitzmesser für den Jungen, einen Fingerhut und ein Gesangbuch für das Mädchen, Garn und ein Weberblatt und Weberschiffchen für die Mutter, einen Kalender und eine Uhr für den Vater, und für Großvater und Großmutter eine Brille. Außerdem aber nahm er noch die Hand voll von etwas, das Björn nicht sehen konnte. „Das sind Glück- und Segenswünsche“, sagte der Weihnachtsmann.
So beladen schlich er mit Björn unsichtbar in die Stube. Da drinnen saßen sie alle um den knisternden Ofen, und der Vater las aus der Bibel die Geschichte vom Jesuskind vor. Der Weihnachtsmann legte leise und unbemerkt seine Gaben neben die Tür und ging mit Björn zum Schlitten zurück. Und das rasche Gefährt trug sie wieder davon durch den dunklen Wald.
Das nächste Mal hielt der Weihnachtsmann vor einer Scheune, nahe bei einem Gehöft. Man hörte ein gedämpftes, regelmäßiges Klappern, wie von Dreschflegeln; aber dieses Geräusch wurde fast von einem Bach übertönt, der mit Steinen und Fichtenwurzeln zankte. Der Weihnachtsmann klopfte an die Luke des Scheunenladens, und dieser sprang auf. Drinnen standen zwei ganz kleine lustige Burschen mit buschigen Augenbrauen, runden Kinderwangen und grauen Jacken; es waren die Hauskobolde. Die droschen beim Schein einer Laterne, daß der Staub in Wolken aufflog. Der Weihnachtsmann nickte und sagte:
„Zwerglein, Zwerglein, sagt mir doch,
warum drescht so spät ihr noch?“
Die Zwerge antworteten, die Dreschflegel schwingend:
„Der Garben sind viele,
wir fern noch vom Ziele,
tick-tick-tack, tick-tack,
so füllt sich der Sack.“
„Aber am Weihnachtsabend kann man sich doch Ruhe gönnen“, meinte der Weihnachtsmann.
Die Zwerge erwiderten sogleich:
„Reiche Saat, Kuchen rund.
Früh und spat, jede Stund'
hat Gold im Mund.“
„Aber ihr erinnert euch doch, wo wir uns bald treffen sollen?“
Die Zwerge nickten und antworteten:
„Leb wohl jetzt, beim Riesen vom felsigen Berge,
da sehen sich wieder zusammen die Zwerge.“
Der Weihnachtsmann öffnete abermals die Kiste und nahm die Hände voll von Weihnachtsgaben und sprang hinauf zu Vater, Mutter und Kindern im Bauernhof.
So ging es weiter von Hütte zu Hütte, von Hof zu Hof. Selbst vor dem Königsschloß hielten sie, und auch dort öffnete der Weihnachtsmann die Kiste und ging hinauf zum Königssohn. Schnell war er wieder unten bei Björn, denn die Hofluft fiele ihm auf die Brust, wie er sagte. Rapp und Schnapp, Niedlich und Leichtfuß waren schon ungeduldig, scharrten und wieherten. Der Weihnachtsmann warf sich auf den Schlitten, und sie fuhren wieder in einen tiefen Wald.
„Nun geht die Fahrt zum Bergkönig“, sagte der Weihnachtsmann geheimnisvoll.
Björn war eine Weile still, aber dann wagte er doch zu fragen: „Ist die Kiste nun leer?“
„Beinahe“, sagte der Weihnachtsmann und schob die Pfeife tiefer in den Mund.
„Alle anderen haben Weihnachtsgaben bekommen, aber hast du denn gar keine für mich?“ fragte Björn.
„Ich habe dich keineswegs vergessen, deine Weihnachtsgabe liegt noch auf dem Boden der Kiste.“
„Zeig sie mir, dann bist du auch gut.“
„Du kannst warten, bis du wieder heim zur Mutter kommst.“
„Nein, Weihnachtsmann, laß sie mich jetzt sehen!“ sagte Björn ungeduldig.
„Nun, so sieh her!“ sagte der Weihnachtsmann, indem er sich herumdrehte und aus der Kiste ein Paar dicke wollene Strümpfe herausholte.
„Weiter ist es nichts?“ murmelte Björn.
„Sollten die nicht willkommen sein? Du hast ja Löcher in deinen Strümpfen!“
„Die hätte Mutter stopfen können. Da du dem Königssohn und den anderen so herrliche und reizende Sachen geschenkt hast, konntest du mir doch auch so etwas geben.“
Der Weihnachtsmann antwortete nicht, sondern legte die Strümpfe wieder in die Kiste, aber er zog den Rauch stärker aus der Pfeife als vorher und sah auch ernsthaft aus, sehr ernsthaft. So ging die Fahrt schweigend vorwärts, bis sie an einen hohen Berg kamen. Da stiegen sie aus dem Schlitten. Der Weihnachtsmann gab Rapp und Schnapp, Leichtfuß und Niedlich einen Haferkuchen. Darauf klopfte er an die Bergwand, und sie tat sich auf. Er nahm Björn bei der Hand und ging mit ihm hinein in die Spalte. Sie waren noch nicht viele Schritte gegangen, als Björn anfing, sich zu fürchten. Da drinnen war es unheimlich. Es würde die schwärzeste Nacht geherrscht haben, hätten nicht hie und da die glühenden Augen von Schlangen und Kröten durch die Dunkelheit geleuchtet, die sich auf den feuchten Felsenvorsprüngen krümmten und dort herumkrochen.
„Ich will nach Hause zur Mutter!“ schrie Björn.
„Hab keine Angst“, sagte der Weihnachtsmann.
Da schwieg der Junge.
„Was sagst du zu dieser Kröte?“ fragte der Alte, nachdem sie eine Weile gegangen waren, und deutete auf ein grünliches Ungeheuer, das auf einem Stein saß und seine Augen auf den Jungen heftete.
„Sie ist greulich“, sagte Björn.
„Die hast du hierher geschafft“, sagte der Alte. „Siehst du, wie dick und aufgeblasen sie ist? Das ist für die Unzufriedenheit und den Neid.“
„Die hätte ich hergeschafft, sagst du?“
„Ja, gewiß. Du hast die anderen um ihre Gaben beneidet und das Geschenk verachtet, das ich dir aus gutem Herzen geben wollte. für jeden bösen Gedanken, der in einem Menschen aus dieser Gegend geboren wird, kommt eine Kröte oder eine Schlange in die Felsspalte.“
Björn schämte sich und schwieg.
Sie gingen weiter und weiter und kamen immer tiefer in den Berg hinein. Allmählich fing es an, heller zu werden, und als sie um einen Fels bogen, sah Björn mit Staunen einen großen glänzenden Saal vor sich. Die Wände waren von Bergkristall, und ringsum standen viele Zwerge und hielten Fackeln, deren Schein sich in den schönsten Regenbogenfarben an den Kristallen brach. In der Mitte saß der Bergkönig auf einem goldenen Thron. Er war in einen prächtigen Mantel gekleidet, der ganz mit Edelsteinen übersät war, aber er sah sorgenvoll aus. An seiner Seite saß seine Tochter in einem Kleid aus Silberstoff und sah noch gramvoller, ja gar wie eine Sterbende aus. Sehr bleich, aber wunderschön war sie. Vor den beiden hing eine große Waage, und um die herum standen Berggeister, die allerlei in die eine und die andere Waagschale legten. Vor dem König stand eine unendliche Schar von Hauskobolden aus den Höfen und Hütten von einigen Meilen im Umkreis und erzählten alles, was die Menschen, in deren Haus sie sich aufhielten, im Laufe des Jahres gedacht, gesagt und getan hatten. Für jeden guten Gedanken und für jede gute Tat legten die Berggeister goldene Gewichte in die eine Waagschale und für jeden bösen Gedanken und jede schlechte Tat eine Kröte in die andere.
„Weißt du, Björn“, flüsterte der Weihnachtsmann, „die Prinzessin ist sehr krank; sie muß sterben, wenn sie nicht bald aus dem Berg herauskommt, denn sie sehnt sich danach, des Himmels Luft zu atmen und das Gold der Sonne und der Sterne zu sehen. Aber aus dem Berg kommt sie nicht eher als an dem Weihnachtsabend, an dem die Waagschale des Guten auf den Boden sinkt und die des Schlechten zur Decke steigt. Und das war bisher nie der Fall. Jetzt kannst du sehen, daß die Schalen fast gleich stehen.“ Kaum hatte der Weihnachtsmann das gesagt, da wurde er aufgerufen, um seinen Bericht zu erstatten. Er hatte nicht wenig zu erzählen, und es war fast nur Gutes, denn seine Erlebnisse erstreckten sich einzig auf die Weihnachtstage. Und zu dieser Zeit pflegen die Menschen ja freundlicher gegeneinander zu sein als sonst.
Die Berggeister legten nun immer mehr goldene Gewichte auf die Waage, je länger der Weihnachtsmann erzählte, und die Waagschale des Guten wurde schwerer und schwerer.
Aber Björn stand wie auf Nadeln, in der Furcht, daß auch sein Name genannt werden würde, und er fuhr zusammen und wurde rot und blaß, als der Weihnachtsmann endlich diesen Namen aussprach. Was der Weihnachtsmann von Björn und den wollenen Strümpfen sagte, das will ich nicht wiedererzählen; aber verschweigen kann ich doch nicht, daß einer der Berggeister die große Kröte, die Björn vorher in der Bergspalte gesehen hatte, in die Schale des Bösen legte, und sie wog schwer. Aller Augen, außer denen des guten Weihnachtsmannes, der nach der anderen Seite sah, richteten sich auf Björn: die des Königs, der Königstochter, der Hauskobolde, der Berggeister und der Zwerge; und alle Augen sahen entweder streng oder sehr gramvoll aus; die der Königstochter aber so mild und leidend, daß Björn sein Gesicht mit beiden Händen bedeckte und nicht aufsehen mochte.
Der Weihnachtsmann erzählte nun, wie die arme Mutter den kleinen Björn versorge, wie sie Matten flechte und Besen binde und diese an die Händler verkaufe, um den Jungen zu ernähren, wie sie mit Freude und Liebe arbeite und seinetwegen Entbehrungen ertrage, und wie sie glücklich sei über sein frisches Wesen und sein mutiges Herz und seine blühenden Wangen und treuherzigen Augen und gern seine Jugendstreiche verzeihe - ja, sie betete jeden Abend, wenn er schon schlief, für ihn zu Gott, und heute morgen war sie in der eisigen Winterkälte weit weg in das nächste Dorf gegangen, nur um ihm am Weihnachtsabend mit einem Lichterzweig und anderen Dingen eine Freude machen zu können. Und während der Weihnachtsmann so erzählte, legten die Berggeister schwere goldene Gewichte in die Waagschale des Guten. Plötzlich hüpfte die dicke Kröte heraus und verschwand in der Bergspalte, und die Augen der freundlichen Königstochter wurden feucht, und Björn schluchzte laut.
Ja, er weinte so sehr, daß er erwachte, und da war der Saal des Bergkönigs verschwunden, und er lag in seinem Bett in der Hütte auf der Heide. Das hellste Weihnachtsfeuer brannte lustig auf dem Herd, und die Mutter beugte sich über ihn und sagte: „Armer kleiner Björn, mußtest so lange allein in der Dunkelheit bleiben! Ich konnte nicht früher nach Hause kommen, denn der Weg ist weit. Aber nun habe ich einen Lichterzweig und Weizenbrot und Pfefferkuchen mitgebracht, und auch einen Kuchen, den du morgen den Sperlingen geben sollst. Und sieh her“, fuhr die Mutter fort, „hier hast du ein Paar wollene Strümpfe, die ich für dich als Weihnachtsgabe gestrickt habe, denn die hattest du nötig, du kleiner Reißteufel. Und hier hast du ein Paar Lederschuhe, die ich für dich gekauft habe, damit du während der Feiertage nicht in den Holzschuhen herumzutrappeln brauchst.“
Björn hatte sich schon lange ein Paar Lederschuhe gewünscht, und nun betrachtete er sie mit strahlenden Augen von allen Seiten. Aber noch länger beinahe die wollenen Strümpfe, so daß die Mutter dachte, er wolle irgendeine falsche Masche daran suchen. Björn aber schien es, als wären sie genauso wie diejenigen, die er in der Kiste des Weihnachtsmannes gesehen hatte.
Nun wurde die Grütze auf den Herd gesetzt, ein weißes Tuch über den Tisch gebreitet und der Lichterzweig angezündet. Björn sprang umher in den neuen Strümpfen und Schuhen. Zwischendurch stand er am Fenster und sah forschend und sinnend auf die Heide und wußte nicht recht, was er von der Fahrt, die er gemacht hatte, denken sollte. Da draußen strahlten Tausende von Sternen auf die einsame Gegend nieder. Und in der bescheidenen Hütte herrschten Herdwärme, Herzenswärme und Freude.

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Der allererste Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her. Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten. Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen teilnehmen würden. Kostbarkeiten durften es auch nicht sein, denn er hatte soundsoviel auszugeben und mehr nicht. So stapfte er denn auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzweg war. Dort wollte er das Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Gaben.

Schon von weitem sah er, daß das Christkindchen da war, denn ein heller Schein war dort. Das Christkindchen hatte ein langes, weißes Pelzkleidchen an und lachte über das ganze Gesicht. Denn um es herum lagen große Bündel Kleeheu und Bohnenstiegen und Espen- und Weidenzweige, und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen gütlich. Sogar für die Sauen gab es etwas: Kastanien, Eicheln und Rüben. Der Weihnachtsmann nahm seinen Wolkenschieber ab und bot dem Christkindchen die Tageszeit. "Na, Alterchen, wie geht´s?" fragte das Christkind. "Hast wohl schlechte Laune?" Damit hakte es den Alten unter und ging mit ihm. Hinter ihnen trabte der kleine Spitz, aber er sah gar nicht mehr betrübt aus und hielt seinen Schwanz kühn in die Luft. "Ja", sagte der Weihnachtsmann, "die ganze Sache macht mir so recht keinen Spaß mehr. Liegt es am Alter oder an sonst was, ich weiß es nicht. Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das ist nichts mehr. Das essen sie auf und dann ist das Fest vorbei. Man müßte etwas Neues erfinden, etwas das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist, aber wobei alt und jung singt und lacht und fröhlich wird." Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht, dann sagte es: "Da hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch schon gedacht, aber das ist nicht so leicht. "Das ist es ja gerade", knurrte der Weihnachtsmann, "ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtiges Kopfweh vom vielen Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weitergeht, schläft allmählich die ganze Sache ein, und es wird ein Fest wie alle anderen, von dem die Menschen dann weiter nichts haben als Faulenzen, Essen und Trinken." Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann mit brummigem, das Christkind mit nachdenklichem Gesicht. Es war so still im Wald, kein Zweig rührte sich, nur wenn die Eule sich auf einen Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang mit halblautem Ton herab.

So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen Holz auf einen alten Kahlschlag, auf dem große und kleine Tannen standen. Das sah wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie Silber, und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, daß es eine Pracht war. Eine fünf Fuß hohe Tanne, die allein im Vordergrund stand, sah besonders reizend aus. Sie war regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweigspitzen kleine Eiszapfen und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein. Das Christkindchen ließ den Arm des Weihnachtsmannes los, stieß den Alten an, zeigte auf die Tanne und sagte: "Ist das nicht wunderhübsch?" "Ja", sagte der Alte, aber was hilft mir das?" "Gib ein paar Äpfel her", sagte das Christkindchen, "ich habe einen Gedanken." Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte es sich nicht recht vorstellen, daß das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten Äpfel hatte. Er hatte zwar noch einen guten alten Schnaps, aber den mochte der dem Christkindchen nicht anbieten. Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte darin herum und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann faßte er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen. "Sieh, wie schlau du bist", sagte das Christkindchen. Nun schneid mal etwas Bindfaden in zwei fingerlange Stücke, und mach mir kleine Pflöckchen." Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das Christkind ihm sagte. Als er die Bindfadenenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte den an einen Ast. "So", sagte es dann, "nun müssen auch an die anderen welche, und dabei kannst du helfen, aber vorsichtig, daß kein Schnee abfällt!" Der Alte half, obgleich er nicht wußte, warum. Aber es machte ihm schließlich Spaß, und als die ganze kleine Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing, da trat er fünf Schritte zurück, lachte und sagte: "Kiek, wie niedlich das aussieht! Aber was hat das alles für´n Zweck?" "Braucht denn alles gleich einen Zweck zu haben?" lachte das Christkind. "Paß auf, das wird noch schöner. Nun gib mal Nüsse her!" Der Alte krabbelte aus seiner Kiepe Walnüsse heraus und gab sie dem Christkindchen. Das steckte in jedes ein Hölzchen, machte einen Faden daran, rieb immer eine Nuß an der goldenen Oberseite seiner Flügel, dann war die Nuß golden, und die nächste an der silbernen Unterseite seiner Flügel, dann hatte es eine silberne Nuß und hängte sie zwischen die Apfel. "Was sagst du nun, Alterchen?" fragte es dann. "Ist das nicht allerliebst?" "Ja", sagte der, "aber ich weiß immer noch nicht..." "Komm schon!" lachte das Christkindchen. "Hast du Lichter?" "Lichter nicht", meinte der Weihnachtsmann, "aber ´nen Wachsstock!" "Das ist fein", sagte das Christkind, nahm den Wachsstock, zerschnitt ihn und drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Zweigenden, bog sie hübsch gerade und fragte dann: "Feuerzeug hast du doch?" "Gewiß", sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus, pinkte Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelspäne an. Die gab er dem Christkindchen.

Das nahm einen hellbrennenden Schwefelspahn und steckte damit erst das oberste Licht an, dann das nächste davon rechts, dann das gegenüberliegende. Und rund um das Bäumchen gehend, brachte es so ein Licht nach dem anderen zum Brennen. Da stand nun das Bäumchen im Schnee; aus seinem halbverschneiten, dunklen Gezweig sahen die roten Backen der Äpfel, die Gold- und Silbernüsse blitzten und funkelten, und die gelben Wachskerzen brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über das ganze rosige Gesicht und patschte in die Hände, der alte Weihnachtsmann sah gar nicht mehr so brummig aus, und der kleine weiße Spitz sprang hin und her und bellte. Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit seinen goldsilbernen Flügeln, und da gingen die Lichter aus.

Es sagte dem Weihnachtsmann, er solle das Bäumchen vorsichtig absägen. Das tat der, und dann gingen beide den Berg hinab und nahmen das bunte Bäumchen mit. Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles. Beim kleinsten Hause machten die beiden halt. Das Christkind machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann ging hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten Platte. Den stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte dann noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel und Nüsse unter den Baum, und dann verließen beide das Haus so leise, wie sie es betreten hatten.

Als der Mann, dem das Häuschen gehörte, am anderen Morgen erwachte und den bunten Baum sah, da staunte er und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Als er aber an dem Türpfosten, den des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold- und Silberflimmer hängen sah, da wußte er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und weckte Frau und Kinder. Das war eine Freude in dem kleinen Haus, wie an keinem Weihnachtstag. Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug, nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen nur alle nach dem Lichterbaum. Sie faßten sich an den Händen, tanzten um den Baum und sangen alle Weihnachtslieder, die sie wußten, und selbst das Kleinste, das noch auf dem Arm getragen wurde, krähte, was es krähen konnte. Als es hellichter Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns, sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Die anderen Leute, die das sahen, machten es nach, jeder holte sich einen Tannenbaum und putzte ihn an, der eine so, der andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hängten sie alle daran. Als es dann Abend wurde, brannte im ganzen Dorf Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum, überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder. Von da aus ist der Weihnachtsbaum über ganz Deutschland gewandert und von da über die ganze Erde. Weil aber der erste Weihnachtsbaum am Morgen brannte, so wird in manchen Gegenden Kindern morgens beschert.

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Der kleine Engel Benedikt

Benedikt, der kleine Engel mit den roten Pausbäckchen war überglücklich. Dieses Jahr war er doch tatsächlich von der Himmelskommission, aus der Schar der Engel, für eine heißbegehrte Aufgabe ausgewählt worden, nämlich am Heiligen Abend dem Weihnachtsmann beim Verteilen der Geschenke zu helfen. Wirklich, überglücklich war er. Schon seit Wochen wurde in der Himmelswerkstatt über nichts anderes gesprochen als darüber, wer am 24. Dezember mit auf die Erde dürfte. Dem Weihnachtsmann zu helfen war etwas Tolles, etwas ganz Besonderes.
Schon die Fahrt mit dem Schlitten und den Rentieren davor - allen voran Rudolf - war ein außergewöhnliches Erlebnis. Klar war leider auch, daß viele kleine Engel gebraucht wurden um die Himmelswerkstatt wieder aufzuräumen, das Chaos zu beseitigen, das durch die Arbeiten für Weihnachten in den Werkstätten und in der Bäckerei entstanden war. Es mußten ja auch die Wolkenbetten aufgeschüttelt und die Sterne blank geputzt werden und viele Arbeiten mehr standen an. All die nicht immer geliebten Arbeiten, die aber irgendwann gemacht werden mußten.

Alle Kinder wissen, wovon hier die Rede ist. Und darum träumten alle Engel davon, einmal als Helfer des Weihnachtsmannes mit auf die Erde zu dürfen.
Benedikt hatte es also geschafft, dieses Mal war er ausgesucht worden. Sein Glück war für ihn unfaßbar. Wo er doch dieses Jahr sehr oft bei der Weihnachtsbäckerei ermahnt worden war nicht so viel vom Teig und den Plätzchen zu naschen. Es war nicht so, daß der aufsichtsführende Engel es ihm nicht gönnte, jedoch waren die Wangen unseres kleinen Benedikts schon ganz schön gerundet und das Bäuchlein wurde auch ein wenig kugelig. Man kann sagen, Engel Benedikt war ganz groß darin, Sätze wie "Benedikt, gleich kriegst Du Bauchweh!" zu überhören. Und die Rangelei mit seinem Freund, dem Engel Elias, weil dieser ihn "Mopsi" genannt hatte, hatte er auch in die hinterste Schublade seines Denkens gepackt. All zu viele Ermahnungen bedeuten nichts Gutes, bedeuteten letzten Endes das Verbot einer Lieblingsbeschäftigung, meistens für eine ganz schön lange Zeit. Na, da hatte man wohl dieses Jahr ein Auge - wenn nicht sogar zwei - zugedrückt!

Pünktlich am 24. Dezember stand der Schlitten mit den Rentieren, die mit den Hufen scharrten, vor dem Himmelstor. Viele Engel hatten sich versammelt, um ihnen nachzuwinken. Der Weihnachtsmann ließ die Peitsche knallen und mit lautem Schlittenglockengeläut ging es auf einem extrabreiten, glitzernden und glänzenden Mondstrahl hinunter auf die Erde. Rudolf versuchte sich in ein paar Extrasprüngen - er hatte wohl zu lange im Stall gestanden - was den Schlitten kurzfristig auf einen "Zick-Zack- Kurs" brachte. Engel Benedikt fand das toll. Es würde ein langer Abend werden mit vielen Arbeitsstunden und so hatte der Weihnachtsbäckerei-Engel Engel Benedikt, die goldene Himmelsnaschdose voller köstlicher Leckereien, wie Marzipan- Kartoffeln, Schokoladenlebkuchen, Zimtsterne, Butterspekulatius zur Stärkung mitgegeben und beim Füllen hineingetan, was Engel Benedikt am liebsten mochte. Selig drückte er sie nun mit seinen dicken Patschhänden an sein Bäuchlein und kuschelte sich höchst zufrieden ein wenig an den Weihnachtsmann, um sich im nächsten Moment wieder kerzengerade aufzusetzen; schließlich war er als "Weihnachtsmann - Helfer - Engel" schon beinahe ein großer Engel! Auf der Erde sah es so schön aus. Es schneite sacht - die dafür zuständigen Engel hatten wohl doch noch ein paar Tonnen voller Schnee im äußersten Winkel des Himmelsgefrierraumes gefunden. Der Schnee knirschte leise beim Betreten der Wege. Sanft leuchtete das Licht aus den Häusern und ließ den Schnee auf Straßen, Häusern und Bäumen glitzern. Kirchenglocken läuteten und verbreiteten eine festliche Stimmung. Sogar der Wind hatte sein ansonsten stürmisches Temperament gezügelt und war kaum spürbar. Engel Benedikt vermutete, er war auf dem Weg, sich zur Ruhe zu legen.
Schon viele Stunden waren der Weihnachtsmann und sein kleiner Helfer unterwegs. Die Freude der Kinder, ihre glänzenden Augen, die friedliche Stimmung von alten und jungen Menschen, der milde Glanz der Kerzen aus den Wohnstubenfenstern hatte ihnen immer wieder neue Kraft gegeben. Jetzt hatten sie nur noch ein einziges nicht allzu großes Geschenk zu einer Wohnung im letzen Wohnblock einer Straße zu bringen.

Schon ein bißchen ermüdet gingen der Weihnachtsmann und Engel Benedikt am Fenster dieser Wohnung vorbei. Das Fenster war einen Spalt zum Lüften geöffnet worden. Engel Benedikt sah in das Wohnzimmer. Der Weihnachtsmann und er sahen ein Ehepaar mit einem kleinem etwa 7 Jahre alten Jungen. Der Junge sah sehr dünn und blaß aus und beide Eltern stützten ihn liebevoll, als sie vom Eßtisch zum Sofa gingen. Gerade beugte sich die Mutter über ihn und sagte: " Was für ein Glück für uns, daß Du doch schon zu Weihnachten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konntest!" "Ja Mama" sagte der Junge, "das ist für mich das schönste Geschenk, mehr brauche ich eigentlich gar nicht." "Na, so ganz wird der Weihnachtsmann dich wohl nicht vergessen haben", sagte der Vater zu seinem Sohn. Der Weihnachtsmann ging zur Wohnungstür um das kleine bescheidene Paket hinzulegen. "Hier, leg die Keksdose dazu", flüstert der kleine Engel Benedikt und hob seine kleinen Arme mit den Köstlichkeiten in die Höhe um sie dem Weihnachtsmann zu geben. Es war sein voller Ernst und tat ihm eigentlich überhaupt nicht - na vielleicht ein winziges bißchen leid - was er aber ganz schnell unterdrückte. "Danke Bene, gut gemacht", flüsterte der Weihnachtsmann und strich Engel Benedikt sacht über den Kopf. Die Wangen des kleinen Engels glühten vor Stolz. Bene hatte der Weihnachtsmann zu ihm gesagt. "Bene" sagte sonst immer nur das Christkind zu ihm, wenn es ihn für besonders liebevolles Verhalten lobte.

Nachdem der Weihnachtsmann nun alle Geschenke verteilt hatte, begaben sich beide auf den Weg zum Rentierschlitten, um die Rückreise anzutreten. Sie kamen am Fenster vorbei und sahen, wie der Junge sich besonders über die Keksdose freute und rief: "Mama, Papa, guckt doch mal, wie sie glänzt und glitzert, und hmmm, hier probiert mal die Kekse, sie sind köstlicher, nein, einfach himmlisch!" Der Weihnachtsmann und der kleine Engel lächelten sich an: "Wie recht er hat" sagte der kleine Engel glücklich.

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Rudolph, das Rentier

Hoch oben im Norden, wo die Nächte dunkler und länger und der Schnee viel weißer ist als in unseren Breitengraden, sind die Rentiere beheimatet. In jedem Jahr geht der Weihnachtsmann dort auf die Suche nach den stärksten und schnellsten Tieren, um seinen gewaltigen Schlitten durch die Luft zu befördern. In dieser Gegend lebte eine Rentierfamilie mit ihren fünf Kindern. Das Jüngste hörte auf den Namen Rudolph und war ein besonders lebhaftes und neugieriges Kind, das seine Nase in allerlei Dinge steckte. Tja, und diese Nase hatte es wirklich in sich. Immer, wenn das kleine Rentier-Herz vor Aufregung ein bisschen schneller klopfte, leuchtete sie so rot wie die glühende Sonne kurz vor dem Untergang.

Egal, ob er sich freute oder zornig war, Rudolphs Nase glühte in voller Pracht. Seine Eltern und Geschwister hatten ihren Spaß an der roten Nase, aber schon im Rentierkindergarten wurde sie zum Gespött der vierbeinigen Racker. "Das ist der Rudolph mit der roten Nase", riefen sie und tanzten um ihn herum, während sie mit ihren kleinen Hufen auf ihn zeigten. Und dann erst in der Rentierschule! Die Rentier-Kinder hänselten ihn wo sie nur konnten.

Mit allen Mitteln versuchte Rudolph seine Nase zu verbergen, indem er sie mit schwarzer Farbe übermalte. Spielte er mit den anderen verstecken, freute er sich, dass er diesmal nicht entdeckt worden war. Und im gleichen Moment begann seine Nase so zu glühen, dass die Farbe abblätterte.

Ein anderes Mal stülpte er sich eine schwarze Gummikappe darüber. Nicht nur, dass er durch den Mund atmen musste. Als er auch noch zu sprechen begann, klang es als säße eine Wäscheklammer auf seiner Nase. Seine Mitschüler hielten sich die Rentier-Bäuche vor Lachen, aber Rudolph lief nach Hause und weinte bitterlich. "Nie wieder werde ich mit diesen Blödhufen spielen", rief er unter Tränen, und die Worte seiner Eltern und Geschwister konnten ihn dabei nur wenig trösten.

Die Tage wurden kürzer und wie in jedem Jahr kündigte sich der Besuch des Weihnachtsmannes an. In allen Rentier-Haushalten wurden die jungen und kräftigen Burschen herausgeputzt. Ihre Felle wurden so lange gestriegelt und gebürstet bis sie kupfernfarben schimmerten, die Geweihe mit Schnee geputzt bis sie im fahlen Licht des nordischen Winters glänzten. Und dann war es endlich soweit. Auf einem riesigen Platz standen Dutzende von Rentieren, die ungeduldig und nervös mit den Hufen scharrten und schaurig-schöne Rufe ausstießen, um die Mitbewerber zu beeindrucken. Unter ihnen war auch Rudolph, an Größe und Kraft den anderen Bewerbern zumeist deutlich überlegen. Pünktlich zur festgelegten Zeit landete der Weihnachtsmann aus dem nahegelegenen Weihnachtsdorf, seiner Heimat, mit seinem Schlitten, der diesmal nur von Donner, dem getreuen Leittier gezogen wurde. Leichter Schnee hatte eingesetzt und der wallende rote Mantel war mit weißen Tupfern übersät. Santa Claus machte sich sofort an die Arbeit, indem er jedes Tier in Augenschein nahm. Immer wieder brummelte er einige Worte in seinen langen weißen Bart.

Rudolph kam es wie eine Ewigkeit vor. Als die Reihe endlich bei ihm angelangt war, glühte seine Nase vor Aufregung fast so hell wie die Sonne. Santa Claus trat auf ihn zu, lächelte freundlich und – schüttelte den Kopf. "Du bist groß und kräftig. Und ein hübscher Bursche dazu ", sprach er, "aber leider kann ich dich nicht gebrauchen. Die Kinder würden erschrecken, wenn sie dich sähen." Rudolphs Trauer kannte keine Grenzen. So schnell er konnte, lief er hinaus in den Wald und stampfte brüllend und weinend durch den tiefen Schnee.

Die Geräusche und das weithin sichtbare rote Licht lockten eine Elfe an. Vorsichtig näherte sie sich, legte ihre Hand auf seine Schulter und fragte : "Was ist mit dir?"

"Schau nur, wie meine Nase leuchtet. Keiner braucht ein Rentier mit einer roten Nase!" antwortete Rudolph.

"Das kenne ich", sprach die Elfe, "ich würde gerne im Weihnachtsdorf mit den anderen Elfen arbeiten. Aber immer, wenn ich aufgeregt bin, beginnen meine Ohren zu wackeln. Und wackelnde Ohren mag Santa Claus nicht."

Rudolph blickte auf, wischte sich mit den Hufen die Tränen aus den Augen und sah eine bildhübsche Elfe, deren Ohren im Rhythmus eines Vogelschlags hin und her wackelten.

"Mein Name ist Herbie", sagte sie schüchtern. Und während sie sich so in die Augen sahen, der eine mit einer leuchtend roten Nase, die andere mit rhythmisch wackelnden Ohren, prusteten sie urplötzlich los und lachten bis ihnen die Bäuche weh taten.

An diesem Tag schlossen sie Freundschaft schwatzten bis in die Nacht und kehrten erst am frühen Morgen heim.

Mit Riesenschritten ging die Zeit auf Weihnachten zu. Herbie und Rudolph trafen sich in dieser Zeit viele Male im Wald. Alle waren mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest so beschäftigt, dass sie nicht bemerkten, wie sich das Wetter von Tag zu Tag verschlechterte.

Am Vorabend des Weihnachtstages übergab die Wetterfee Santa Claus den Wetterbericht. Mit sorgenvoller Miene blickte er zum Himmel und seufzte resigniert : "Wenn ich morgen anspanne, kann ich vom Kutschbock aus noch nicht einmal die Rentiere sehen. Wie soll ich da den Weg zu den Kindern finden?"

In dieser Nacht fand Santa Claus keinen Schlaf. Immer wieder grübelte er über einen Ausweg nach. Schließlich zog er Mantel, Stiefel und Mütze an, spannte Donner vor seinen Schlitten und machte sich auf den Weg zur Erde. "Vielleicht finde ich dort eine Lösung", dachte er. Während seines Fluges begann es in dichten Flocken zu schneien. So dicht, dass Santa Claus kaum etwas sehen konnte.

Lediglich ein rotes Licht unter ihm leuchtete so hell, dass ihm der Schnee wie eine riesige Menge Erdbeereis vorkam. Santa Claus liebte Erdbeereis. "Hallo", rief er, "was hast du für eine hübsche und wundervolle Nase! Du bist genau der, den ich brauche. Was hältst du davon, wenn du am Weihnachtstag vor meinem Schlitten herläufst und mir so den Weg zu den Kindern zeigst?"

Als Rudolph die Worte des Weihnachtsmannes hörte, fiel ihm vor Schreck der Tannenbaum zu Boden und seine Nase glühte so heftig wie noch nie in seinem Leben. Vor lauter Freude fehlten ihm die Worte. Erst langsam fand er seine Fassung wieder.

"Natürlich furchtbar gerne. Ich freu’ mich riesig." Doch plötzlich wurde er sehr traurig. "Aber wie finde ich den Weg zurück zum Weihnachtsdorf, wenn es so dicht schneit?" Im gleichen Moment, in dem er die Worte aussprach, kam ihm eine Idee.

"Bin gleich wieder da", rief er, während er schon in schnellem Galopp auf dem Weg in den Wald war und einen verdutzten Santa Claus zurückließ. Wenige Minuten später kehrten ein Rentier mit einer glühenden Nase und eine Elfe mit wackelnden Ohren aus dem Wald zurück. "Sie wird uns führen, Santa Claus", sagte Rudolph voller Stolz und zeigte auf Herbie. "Mit ihren Ohren hält sie uns den Schnee vom Leibe. Und sie kennt den Weg." "Das ist eine prachtvolle Idee", dröhnte Santa Claus. "Aber jetzt muss ich zurück. Auf morgen dann."

Und so geschah es, dass Santa Claus am Weihnachtstag von einem Rentier mit einer roten Nase und einer Elfe mit wackelnden Ohren begleitet wurde.

Rudolph wurde für seine treuen Dienste am nächsten Tag von allen Rentieren begeistert gefeiert. Den ganzen Tag tanzten sie auf dem großen Marktplatz und sangen dazu : "Rudolph mit der roten Nase, du wirst in die Geschichte eingehen."

Und es muss jemanden gegeben haben, der Santa Claus und seine beiden Helfer beobachtet hat. Sonst gäbe es sie heute nicht, die Geschichte von Rudolph mit der roten Nase.

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Die Weihnachtsgans
 

In einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei nette, alte Damen. Damals war es noch schwer, sich für Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte die eine der Damen die Möglichkeit, auf dem Land - gegen allerlei Textilien - eine wohl noch magere, aber springlebendige Gans einzuhandeln. In einem Korb verpackt, brachte Fräulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu füttern und zu pflegen.

Die beiden Damen wohnten in einem Mietshaus im zweiten Stock und niemand im Hause wusste, dass in einem der Wohnräume der Schwestern ein Federvieh hauste, das verwöhnt, gefüttert und großgezogen wurde.

Agathe und Emma beschlossen feierlich, keinem einzigen Menschen jeweils davon zu sagen, aus zweierlei Gründen:

Erstens gab es Neider, das sind Leute, die sich keine Gans leisten können; zweitens wollten die beiden Damen nicht um die Welt mit irgendeinem der nahen oder weiteren Verwandten die später möglicherweise nudelfett gewordene und dann gebratene Gans teilen. Deshalb empfingen die beiden Damen auch 6 Wochen lang, bis zum 24. Dezember keinen einzigen Besuch. Sie lebten nur für die Gans.

Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gnas stolzierte nichtsahnend und vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schafzimmer der beiden Schwestern und begrüsste sie zärtlich schnatternd. Die beiden Damen vermieden es, sich

anzusehen. Nicht, weil sie böse aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. "Du musst es tun", sagte Agathe, sprach's, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu

hässlicher Eile die Wohnung. Was sollte Emma tun? Sie murrte vor sich hin, dachte darüber nach, ob sie vielleicht einen Nachbarn bitten sollte, der Gans den Garaus zu machen, aber dann hätte man einen großen Teil von dem gebratenen Vogel abgeben müssen. Also schritt Emma zur Tat, nicht ohne dabei

wild zu schluchzen.

Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte, lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig pendelnd herunter. Blut war keines zu sehen, aber dafür alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.

"Wie... wie....", schluchzte Agathe, "hast du es gemacht?" "Mit ...  mit...Veronal", wimmerte Emma. "Ich habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben, jetzt ist sie ...", schluchzend, " huhh... rupfen musst Du sie ... huh huh huh...", so ging das Weinen und Schluchzen fort. Aber weder Emma noch Agathe konnten sich dazu entschließen. In der Küche stand das leere Körbchen, keine Gans mehr, kein schnatterndes "Guten Morgen", und so saßen die beiden eng umschlungen auf dem Sofa und schluchzten trostlos. Endlich raffte sich Agathe auf und begann, den noch warmen Vogel zu rupfen.

Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann sagte Agathe: "Du, Emma, nimmst die Gans aus" und verschwand blitzartig im Wohnzimmer, warf sich auf das Sofa und verbarg ihr Gesicht in den Händen. Emma eilte der Schwester nach und erklärte, es einfach nicht tun zu können. Und dann beschloss man, nachdem es mittlerweile spät abend geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den nächsten Tag zu verschieben.

Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend, die gerupfte Gans.

Bitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser!

Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganze Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden

Damen hastig für ihren Liebling gefertigt hatten.


Die Pullovergans lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes!

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